Start Regionales Kreis Rhein-Hunsrück Der FrauenNotruf des Rhein-Hunsrück-Kreises veröffentlicht seinen Jahresbericht

Der FrauenNotruf des Rhein-Hunsrück-Kreises veröffentlicht seinen Jahresbericht

Kreis. Nach einem aktivitätsreichen Start, mit Veranstaltungen zum Thema sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, zum internationalen Frauentag, Vorträgen zur Istanbul Konvention und dem großen Frauenfest anlässlich des internationalen Frauentages im Schloss in Simmern, stellte die Corona-Pandemie und das Inkrafttreten des ersten Lockdowns die Arbeit des FrauenNotrufs vor große Herausforderungen.

Als Fachstelle zum Thema sexualisierte Gewalt war es dem Team ein wichtiges Anliegen, das Unterstützungsangebot für betroffene Frauen, Kinder und Jugendliche sowie für Fachkräfte und Bezugspersonen aufrechtzuerhalten. Vom ersten Tag des Lockdowns an waren die Mitarbeiterinnen des FrauenNotrufs und der Kinderberatungsstelle unter den bekannten Telefonnummern erreichbar und haben dies auch durch Presseartikel und Aushänge öffentlich und sichtbar gemacht. Gerade in diesen verunsichernden Zeiten war es wichtig, deutlich zu machen, dass Frauen und Kinder auch in der Krisenzeit der Corona-Pandemie Beratung und Unterstützung zur Seite haben.

Wie notwendig dies war, zeigen die deutlich gestiegenen Anfragen an den FrauenNotruf und die Kinderberatungsstelle. 1.082 Personen wendeten sich an die beiden Einrichtungen und es fanden 2.175 Gespräche statt. Zu den Gesprächen zählen auch Teamberatungen, Fach- und Informationsgespräche. Die häufigsten Themen der Beratungen waren sexualisierte Gewalt in der Kindheit, Vergewaltigungen und Gewalt in engen sozialen Beziehungen, aber auch aktuelle Krisen Betroffener  als Auswirkungen der Corona – Pandemie.

Ob die deutliche Zunahme von Anfragen auf ein erhöhtes Vorkommen sexualisierter Gewalt und Gewalt in engen sozialen Beziehungen während der Corona-Pandemie zurückzuführen ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher gesagt werden. Sicher ist jedoch, dass durch die Beschränkung der Außenkontakte im privaten und beruflichen Bereich und den teilweisen Wegfall der Hilfesysteme und der niedrigschwelligen Unterstützungsangebote, Betroffene einer sehr starken Verunsicherung und Belastung ausgesetzt waren und sind. Dies zeigte sich besonders deutlich, als der zweite Lockdown angekündigt wurde. 

Das Jahr 2020 forderte den FrauenNotruf durch die Corona-Pandemie heraus, gerade in der Beratungsarbeit mit den Kindern und Jugendlichen neue Wege zu gehen. Seit April 2020 ist die Kinderberatungsstelle von zwei Mitarbeiterinnen mit jeweils 19,5 Wochenstunden besetzt. Dies wurde durch eine zusätzliche Finanzierung durch den Landkreis Rhein-Hunsrück möglich. Diese Besetzung gewährleistet eine dem hohen Bedarf eher gerecht werdende Präsenz. 

Neben den individuellen Beratungs- und Unterstützungsangeboten und den Herausforderungen durch die Corona-Pandemie waren sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und die Umsetzung der Istanbul Konvention wichtige Themen im Bereich des Frauennotrufs. Leider konnten in diesem Jahr viele Veranstaltungen nicht oder nur eingeschränkt stattfinden. Die Mitarbeiterinnen hoffen, dass es bald wieder möglich ist, Veranstaltungen zu den Themen anzubieten.

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