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Steigende Gefahr durch Güterverkehr

Güterverkehr: Gefahr im MittelrheintalRegion. Die Zugunglücke in Unkel im Februar vergangenen Jahres und vor wenigen Wochen im Bereich des Bahnhofs in Niederlahnstein haben die Menschen im Mittelrheintal wachgerüttelt. In beiden Fällen war es nicht der Bahnlärm, gegen den seit Jahrzehnten mehrere Bürgerinitiativen leidenschaftlich kämpfen. Vielmehr haben Unkel und Lahnstein den Anwohnern bewusst gemacht, dass mit dem zunehmenden Bahnverkehr auf beiden Seiten des Mittelrheintals auch die Gefahr von Unfällen real besteht. Die Menschen sind zu Recht besorgt und fordern zunehmend wütend von der Politik klare Lösungen.

Bei beiden Zugunglücken hat eine gehörige Portion Glück dafür gesorgt, dass nichts Verheerendes passiert ist. Doch während in Lahnstein nach dem Versickern von großen Mengen Diesel ins Erdreich juristisch über den Unfallhergang, die Verantwortlichkeiten und dem Umgang mit den Folgen gestritten wird, steht über allem eine Kernfrage: Wie will man beim Gütertransport den Umstieg von der Straße auf die umweltfreundlichere Schiene vollziehen ohne die Gefahr für Leib und Leben entlang der Bahntrassen zu erhöhen?

Auf überzeugende Antworten und Lösungen warten die Menschen im Mittelrheintal bislang vergeblich. Fakt ist auch, dass der Ruf nach berechtigte Ruf nach einer Entlastungs- und Alternativstrecke zwar nach einer Fertigstellung in Jahrzehnten die Situation im Mittelrheintal entschärfen würde. Aber bis dahin (und danach auch im reduzierten Maß) besteht hoher Handlungsdruck. Es muss alles dafür getan werden, um die Unfallgefahren auf den Strecken im Mittelrheintal zu minimieren.

Sichere Gleiskörper, die den zunehmenden Belastungen des immer dichteren Güterverkehrs Stand halten, optimale digitale Steuerungs- und Überwachungsprozesse der Güter- und Gefahrguttransporte, Tempolimit, nach Möglichkeit Ortsumgehungen überall dort, wo dies geografisch möglich ist und spezielle Schutz- und Sicherungsmaßnahmen sind teuer, aber unverzichtbar. Die Europäische Union fördert den ökologisch notwendigen Umstieg auf den sogenannten Kombinierten Verkehr, bei dem Güter mit Lastkraftwagen nur noch auf einem letzten Abschnitt zwischen Häfen oder Eisenbahnterminal zu den Kunden transportiert werden. Binnenschiffe und Güterzüge gewinnen beim Kombinierten Verkehr aufgrund ihrer deutlich besseren CO2-Bilanz die entscheidende Rolle. Das Nadelöhr Mittelrheintal mit der bedeutendsten Bundeswasserstraße Rhein und den rechts- und linksrheinischen Bahnstrecken wird aufgrund der guten Verbindungen zu den Industriestandorten steigendes Verkehrsaufkommen haben. Noch rollen mehr als 70 Prozent des Frachtaufkommens über die Straßen, diese Zahl soll zugunsten der Schiene und der Schifffahrt in den kommenden Jahren kleiner werden. Für das Mittelrheintal bedeutet dies nichts Gutes. Man muss kein Prophet sein: Die Menschen werden sich gegen die steigende Gefährdung wehren und den Druck auf die Politik erhöhen. [za]

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