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Summender Sommerabend – was tun, wenn es sticht?

IDEAL. Wer im Sommer den Tag auf Balkon oder Terrasse ausklingen lässt, ist dabei meist nicht alleine: Denn auch Mücken fühlen sich bei Wärme wohl. Sie kommen meist am Abend und stechen sofort zu. Die Stiche jucken zwar oft stark, sind aber in der Regel harmlos. Wie man sich gegen die Plagegeister schützt und was gegen den Juckreiz hilft, erklärt Carsten Sellmer, Gesundheitsexperte der IDEAL Versicherung. Außerdem weiß er, wann man bei einem entzündeten Stich besser einen Arzt aufsuchen sollte. 

Mückenstiche vermeiden

© Zbynek Pospisil / iStock.com

Um nach der Befruchtung Eier bilden zu können, benötigen die Mückenweibchen Eiweiß – und das holen sie sich aus dem menschlichen Blut. Dafür stechen sie ihren Rüssel in die feinen Blutgefäße der Haut. Damit das Blutsaugen unbemerkt bleibt, geben sie beim Stechen ein örtlich betäubendes, blutgerinnungshemmendes Sekret ab. Erst wenn die Stechmücke zufrieden davonfliegt, schüttet der Körper als Abwehrreaktion den Botenstoff Histamin aus. Die Folge: Flüssigkeit gelangt ins Gewebe, der Stich schwillt an und juckt. Damit es erst gar nicht zu einem Stich kommt, kann lange, helle Kleidung helfen.

Insektenschutzgitter an Fenstern und Türen verhindern, dass beim Lüften in den kühleren Abendstunden Mücken in die Wohnräume gelangen. Die Blutsauger werden außerdem von Schweiß und Kohlendioxid angelockt, dagegen hilft beispielsweise eine Dusche. Ein Ventilator kann dafür sorgen, dass Mücken den menschlichen Geruch weniger intensiv wahrnehmen. Der IDEAL-Experte rät, für einen besonders erholsamen Schlaf Moskitonetze über dem Bett aufzuhängen. Diese sind übrigens auch die beste Wahl für Babys als Schutz im Kinderwagen, da Mückenschutzmittel für sie ungeeignet sind. Ob die sogenannten Repellents für Kinder geeignet sind, findet sich in den Herstellerangaben. Schwangere sollten ausschließlich auf den Wirkstoff Icaridin zurückgreifen.

Was tun, wenn’s trotzdem sticht?

Stechen die Blutsauger trotz aller Maßnahmen dann doch mal zu, ist ein kurzer Hitzereiz die effektivste Sofortmaßnahme. Dafür beispielsweise einen Löffel auf etwa 50 °C – das ist so warm, dass man ihn gerade noch anfassen kann – erwärmen und anschließend auf den Stich drücken. Es gibt auch spezielle Hitzestifte in der Apotheke, die die Einstichstelle für wenige Sekunden auf rund 50 °C erwärmen. Während man früher angenommen hat, dass durch die Wärme die Inhaltsstoffe des Speichels zerstört werden, geht man heute eher davon aus, dass die kurzzeitige Überwärmung die Reizweiterleitung abschaltet – dadurch wird das Jucksignal nicht mehr übertragen.

Alternativ hilft es, den Stich zu kühlen. „Dadurch werden Entzündungsprozesse verlangsamt. Zusätzlich beeinflusst die Kälte die Weiterleitung des Juckreizes über die Nervenbahnen“, weiß Sellmer. Nimmt man das Kühlpad allerdings von der Einstichstelle, lässt die Wirkung nach. Den Juckreiz lindern auch Antihistaminika in Form von Gels. Wichtig: „Auf keinen Fall kratzen, denn dadurch kann es zu einer Entzündung kommen“, warnt der IDEAL-Experte. Wer dem Juckreiz nicht widerstehen kann, besser auf den Stich klatschen.

Warum entzünden sich manche Stiche?

„Durch das Aufkratzen des Stichs können Bakterien eindringen, die dann einen Entzündungsprozess im Körper in Gang bringen“, erklärt der Gesundheitsexperte. Häufig sind es deshalb Kinder, die wegen entzündeter Mückenstiche behandelt werden müssen. Aber auch ohne Aufkratzen können sich Stiche entzünden, wenn die Mücken beispielsweise Bakterien oder Keime übertragen. Einen entzündeten Stich erkennen Betroffene an einer eitrigen Einstichstelle, einer starken Schwellung oder Schmerzen und Rötungen.

„Dabei kann es sich aber auch um eine allergische Reaktion handeln“, so Sellmer. „Dann gilt es, unbedingt einen Arzt aufzusuchen. Denn bleibt ein entzündeter Stich unbehandelt, kann es sogar zu einer Sepsis kommen.“ Auch wenn nach einem Stich plötzlich Fieber auftritt, ist ein Besuch beim Arzt ratsam.

Mehr Gesundheits-Tipps im IDEAL Magazin unter www.ideal-versicherung.de/magazin.

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