Start Regionales Mehr als eine Vision: Winterurlaub in der Region

Mehr als eine Vision: Winterurlaub in der Region

Region. Das Jahr 2020 wird für die Tourismusbranche unterm Strich ein Jahr heftiger Verluste sein. Nach dem Ausbruch des Coronavirus haben zunächst Zwangsschließungen, später Einschränkung der Platzkapazitäten und letztlich eine spürbare Zurückhaltung der Gäste für drastische Umsatzeinbrüche gesorgt. Der Bopparder Josef Mayer, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Rhein-Hunsrück, stellt im Gespräch mit dem RHA fest, dass der hundertprozentige Umsatzverlust während des Lockdowns vom 18. März bis 15. Mai nicht kompensiert werden kann. „Dieser Verlust ist uneinholbar. Die Bilanzen für das laufende Geschäftsjahr werden schlecht sein, obwohl in den Sommermonaten Gastronomie und Hotels wieder stark frequentiert waren“, so Mayer.

Mayer warnt davor, dass man nach den bevorstehenden Herbstferien die Tourismussaison am Mittelrhein und in der Region wie jedes Jahr ausklingen lässt. „Wir dürfen im Herbst und Winter nicht wie gewohnt runterfahren“, sagt Mayer und spricht sich gegen einen touristischen Winterschlaf aus. „Die Corona-Krise müssen wir als Chance verstehen und etwas nachhaltig verändern.“

Tatsache ist, dass wegen der Corona-Pandemie viele Menschen auf Urlaub in Deutschland setzen. Und vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen und der Zunahme von Risikogebieten im europäischen Ausland zeichnet sich ab, dass auf absehbare Zeit Ferienaufenthalte in deutschen Tourismusregionen hoch im Kurs stehen. „Unser Welterbetal mit den Seitentälern, die Stadt Koblenz, Hunsrück, Eifel, Westerwald und Taunus sind touristisch hochinteressant. Wir müssen mit vereinten Kräften dafür werben, dass unsere Region ganzjährig ein lohnendes Reiseziel ist“, so Josef Mayer.

Gemeinsam mit seinen DEHOGA-Kollegen aus den benachbarten Kreisen hat sich Mayer in Diehls Hotel in Koblenz getroffen und über Möglichkeiten nachgedacht, wie der Wintertourismus attraktiv gemacht werden könnte. Während Skifahrer in der bevorstehenden Saison in Österreich auf Après-Ski und Partys verzichten müssen, soll in unserer Region den Gästen ein spannendes, kurzweiliges und interessantes Programm angeboten werden. „Wir wollen gemeinsam die Wintersaison bei uns beleben und so dazu beitragen, dass wir die herben Verluste hoffentlich wettmachen können“, setzt Mayer auf „Winterurlaub“ im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Für sechs Kreise und die Stadt Koblenz haben die umtriebigen DEHOGA-Vordenker Themenfelder für die „Region der 7“ entwickelt, die in nächsten Schritten mit touristisch attraktiven Angeboten gefüllt werden. „Wichtig ist, dass Touren und Angebote in allen Kreisen den Hoteliers als Ausflugtipps zur Verfügung gestellt werden“, setzt Mayer auf eine vernetzte Tourismusstrategie, bei der nach Möglichkeit „Touribusse“ die Gäste zu den Highlights fahren. Das dürfte auch die arg gebeutelte Busbranche freuen.

Für Boppard hat Mayer bereits erste wichtige Zusagen erhalten: „Die Loreley-Linie wird den Winter über tägliche Fahrten zur Loreley anbieten, in Boppard hat das Museum geöffnet, freitags gibt’s um 17 Uhr eine öffentliche Weinprobe und samstags um 11 Uhr die Stadtführung“, nennt Josef Mayer erste Beispiele. Glühwein- und Mondscheinwanderungen,  Winterkutschenfahrten, Waldbaden, Outdoorsporterlebnisse sowie Kultur- und Geschichtsveranstaltungen: Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

Die Wintertourismus-Strategie, die Josef Mayer und seine Dehoga-Kollegen verfolgen, ist vielversprechend. Bleibt zu hoffen, dass auch die überregional agierenden Tourismusexperten flexibel, effizient und vor allem schnell handeln und mit entsprechenden Marketingmaßnahmen den Wintertourismus „befeuern“.

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