Start Regionales Kreis Rhein-Hunsrück Wälder im Klimawandel: Forstamt startet Pilotprojekt

Wälder im Klimawandel: Forstamt startet Pilotprojekt

Klimawandel und Erderwärmung sind in aller Munde – in unseren heimischen Wäldern sind viele Bäume erkrankt, eine natürliche Erholung ist aufgrund der aktuellen Klima-Prognosen, die eine langfristige Erwärmung um zwei bis drei Grad prognostizieren, nicht zu erwarten. Große Bestände alter Bäume wie beispielsweise Fichten oder vereinzelt Buchen sterben ab und natürliche Ansamungen von Jungfichten beispielsweise haben auf den Kahlflächen eine zu kurze Lebensdauer für ein künftig stabiles Ökosystem.

Boppard. Ein Waldumbau zu klimaresilienten Mischbeständen und die Anpassung der Waldökosysteme auf die rasante Klimaveränderung ist erforderlich. Rund 200.000 wärmeliebende Baumarten wie beispielsweise Eichenarten, Kirschen, Esskastanien, Elsbeeren oder Linden haben die Förster im Forstamtsbereich bereits im Winter gepflanzt, neben Saaten und natürlicher Ansamung. Jetzt kommen noch rund 4.000 mediterrane Eichen (zwei Prozent) hinzu: Zerr- und Flaumeiche.

Das Forstamt Boppard hat unter wissenschaftlicher Begleitung durch Dr. phil. nat. Vera Dr. Vera Holland Holland, Goethe Universität Frankfurt, am Montag, 19. April, ein Pilotprojekt gestartet. Im Forstbereich Holzfeld wurde eine Kahlfläche auf einem nach Süden ausgerichteten Hang mit Flaum- und Zerreichen gepflanzt. Flaumeichen kommen im Gegensatz zu unseren heimischen Eichen mit extremen Bedingungen wie Trockenheit oder auch steilen Hanglagen zurecht, sie lieben diese Bedingungen sogar.

Pilotprojekt Forstamt BoppardEs war ein langer Abwägungsprozess der Förster, diese Baumarten hier in die Waldökosysteme einzubringen. Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnis und der Erfahrungswerte in der Waldentwicklung gehen die Förster davon aus, mit der Anpflanzung von Flaum- und Zerreichen den Grundstein für gesunde und wärmegeprägtere Wälder hier im Mittelrheintal zu legen und die Vegetationsform Wald zu erhalten. Ziel ist es, die Bäume zu pflanzen und in 30 bis 40 Jahren dann als Samenbäume zu verwenden. Dass dies gelingen kann, zeigt ein Waldgebiet in Urbar und Oberwesel, in dem schon seit vielen Jahren Zerreichen bestens gedeihen. Zerreichen sind ursprünglich in Süd- und Südosteuropa beheimatet, inzwischen findet man aber auch natürliche Bestände in Mitteleuropa, beispielsweise in Südtirol. Laut Literatur sind Flaumeichen ebenfalls vorhanden. Sie scheinen hier bestens in das Ökosystem Wald zu passen. Zunächst wurden nur kleinere Versuchsflächen kreiert, ein größeres Projekt ist jedoch in Planung. [cf]

Pilotprojekt Forstamt Boppard

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