Start Regionales Boppard Diskussion um ein Weinfestival: Hinter der Idee stehen viele Fragezeichen

Diskussion um ein Weinfestival: Hinter der Idee stehen viele Fragezeichen

Boppard. Das Bopparder Weinfest ist so etwas wie eine „Feier-Institution“. Jahr für Jahr strömen an den beiden Wochenenden Ende September und Anfang Oktober Tausende nach Boppard und genießen die Stunden im Herzen der Stadt. Bei gutem Wetter sorgen bis zu 30.000 Besucher für mächtig Puls und Gedränge auf dem historischen Marktplatz und in den angrenzenden Straßen. Im „Corona-Jahr 2020“ wird das traditionsreiche Weinfest ausfallen. Eine Tatsache, die auch von glühenden Weinfestanhängern akzeptiert wird.

Gleichwohl gibt es Überlegungen, ob nicht zumindest ein bisschen Weinfest – sozusagen ein Weinfest light – möglich ist. Im jüngsten Stadtrat wurde über einen Antrag der CDU zu einem Weinfestival lebhaft diskutiert, der aus dem großen Innenstadtevent ein deutlich kleineres und dezentrales Fest macht, das in den Höfen der Bopparder Winzer stattfindet. Diese Idee finden viele sympathisch, nicht nur Winzer, Hoteliers und Gastronomen können sich ein Weinfestival in den Höfen der Winzer vorstellen.

Doch diese mögliche Weinfestalternative birgt Risiken. Für Boppards Bürgermeister Dr. Walter Bersch steht die Sicherheit im Vordergrund, er sieht die Gefahr, dass sich auch bei einem Weinfestival, das in den Höfen der Winzer stattfindet, das Coronavirus unkontrollierbar verbreitet. Eine Sorge, die durchaus nachvollziehbar ist, denn das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln ist in den Höfen selbst bei im Vergleich zu „normalen Weinfestjahren“ deutlich niedrigeren Besucherzahlen kaum zu gewährleisten. Vor jeden Hof müssten strenge Einlassbeschränkungen durchgesetzt werden, außerdem müssten die Wartenden disziplinieret anstehen. Im Innenbereich könnte das weinselige Miteinander ebenfalls nicht wie gewohnt „gelebt“ werden. Abstände, Namenslisten und Mund-Nasenschutz würden das Feiern deutlich weniger schön machen.

Ein weiteres Problem: Die Idee eines Weinfestivals in den Höfen der Winzer ist so attraktiv, dass mit Sicherheit weit mehr Menschen nach Boppard kommen würden als es die reduzierten Platzkapazitäten zulassen. Hinter der Idee eines Hoffestes als Alternative zum Weinfest stehen viele Fragezeichen, die sich kaum durch überzeugende Antworten beseitigen lassen. Aber: Ein Weinfestival in den Höfen könnte in den Jahren nach der Coronapandemie eine wunderschöne Bereicherung sein.

In Boppard tun sich alle, denen die Stadt etwas bedeutet, schwer damit auf das Weinfest zu verzichten. Doch weder Weinfest noch die Alternative Weinfestival scheinen verantwortbar zu realisieren sein. Das ist die traurige Wahrheit. Vielleicht sollte man im kommenden Jahr ein XXL-Weinfest anbieten mit klassischem Weinfest und Hoffest.

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