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Franz Siemen in den Ruhestand verabschiedet

Boppard. Nach fast 40 Jahren in der Suchtberatung des örtlichen Caritasverbandes begann für Franz Siemen im April der Ruhestand. Seinen ersten Tag im Verband hatte Siemen am 1. August 1981 in der Caritas-Geschäftsstelle Simmern. Schon im ersten Jahr hielt er indes regelmäßig Außensprechstunden in Boppard. Was Sucht- und Drogenberatung betraf, war die Stadt an der Rheinschleife damals Neuland.

1999 nahm Siemen seinen Dienstsitz komplett in Boppard ein; später richtete er zusätzlich feste Sprechzeiten in der Caritas-Außenstelle Kastellaun ein. Diese behielt er nicht bloß bis zum Schluss bei, nach und nach rief er in der „Burgstadt“ Betroffenen- und Angehörigengruppen ins Leben, wie sie auch in Boppard parallel zur individuellen Beratung liefen.

„Schon im Studium galt mein Interesse der Drogenberatung“, blickt der Diplom-Sozialpädagoge zurück. Und in 39 ¾ Jahren als Suchtberater habe er nie ernsthaft den Wunsch verspürt, sich beruflich zu verändern. Als dienstältester Mitarbeiter in Boppard und einer der langjährigsten im gesamten Caritasverband erinnert der 65-Jährige sich gerne an die Pionierarbeit der ersten Jahre: „Es war ein gutes Gefühl, etwas Neues aufzubauen – die beste Zeit für die originäre Arbeit kam tatsächlich aber gegen Ende meines Berufslebens!“

Franz Siemen in den Ruhestand verabschiedet

Mancher mag darüber erstaunt sein – Caritasdirektorin Victoria Müller-Ensel ist es nicht: Siemens letzte Chefin bescheinigt seiner Arbeit ein hohes Maß an Kontinuität, ihm selbst aber zugleich den stetigen Willen zu gezielter Weiterentwicklung seiner beraterischen Angebote.

„Bemerkenswert war die Art, wie er in der Gruppenarbeit Raum für ehrenamtliches Engagement geschaffen hat“, betont die Caritas-Chefin. „Dieses Zusammenspiel funktioniert so nur mit wirklich aufrichtiger Wertschätzung und Anerkennung für die eigenen Qualitäten des Ehrenamtes.“

In der ambulanten Arbeit seien Selbsthilfe und Professionalität „zwei Seiten derselben Medaille“, unterstreicht Franz Siemen: „Nicht zuletzt in der Angehörigenarbeit, die mir stets sehr wichtig gewesen ist, bringt das Tun der Freiwilligen andere Perspektiven. Wie wichtig und hilfreich das für viele Betroffene ist, hat sich im ersten ‚Corona-Jahr‘ umso eindrücklicher gezeigt.“ Auch deshalb habe er Abendtermine, die sehr oft dem Austausch mit „seinen“ Ehrenamtlern dienten, nie gescheut.

Aber auch außerhalb seines Fachbereichs brachte Franz Siemen sich vielfältig für den Caritasverband ein: 1999 wurde Teil des Leitungsteams – obwohl er hier vor einigen Jahren „einen Gang zurückschaltete“, behielt er doch bis zuletzt eine koordinierende Rolle in der Bopparder Dienststelle.

Zudem war Siemen während der vergangenen fünf Jahre vor seinem Ausscheiden Teil der Mitarbeitervertretung im Caritasverband. Dieses „berufliche Ehrenamt“ übernahm er sicherlich auch deshalb gerne, weil der die Dienstgemeinschaft überaus schätzt – ein Kompliment, dass Ilona Besha, Dienststellenleiterin für Simmern und Boppard, ihm im Namen des Kollegiums zurückgeben konnte.

Mehr zur Suchtberatung gibt es bei David Malz, Caritas Boppard, Tel. 06742 878654; d.malz@caritas-rhn.de, oder unter www.caritas-rhn.de.

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