Start Aktuell RHA-Jahresrückblick 2020

RHA-Jahresrückblick 2020

Januar

Hotel „Ebertor“ neu am Markt
In unserer ersten Ausgabe des Jahres hatten wir was Erfreuliches zum Thema der Woche gemacht: Marek Gawel, junger und trotzdem erfahrener Hotelier, investiert kräftig in das Bopparder Hotel „Ebertor“.
Das Ziel ist nicht nur eine Renovierung, sondern auch eine Verjüngung des Hauses und damit eine Neupositionierung auf dem Markt. Das Stammhaus bleibt wie gewohnt, der linke Flügel aber wird zu einem modernen Budget-Hotel entwickelt. Gawel setzt seine Pläne konzeptionell durchdacht um, dem Ebertor wird praktisch eine Art Frischzellenkur „verordnet“. Innenarchitektur, Angebote und letztlich auch die hotelinterne Sprache entsprechen dem Trend. Als wir im Januar über die Veränderungen berichteten, konnte niemand erahnen, dass die Corona­krise dem Neustart des Hauses in die Quere kommen würde. Doch auch nach mittlerweile zwei Lockdowns und einer immer noch anhaltenden schwierigen Coronasituation steht außer Frage: Gawels Entscheidungen waren goldrichtig. Nach der Coronapandemie wird sich dies zeigen.

Gesellschaftliche Werte missachtet
Ende Januar griffen wir ein Thema auf, das im Laufe des Jahres immer mehr in die Schlagzeilen rückte: die zunehmende Gewalt gegen Polizei, Rettungskräfte sowie haupt- und ehrenamtlich engagierte Menschen. Die schäbige Respektlosigkeit wird von links- und rechtsradikalen Kräften perfide in den sozialen Netzwerken angeheizt.


Februar

CoronavirusCoronavirus tauchte auf
Am 12. Februar war es soweit: Erstmals fand das Coronavirus den Weg in unser Thema der Woche. Damals blickten wir sorgenvoll in die von der chinesischen Regierung wegen des Virus komplett abgeriegelte Millionenstadt Wuhan. Das Problem: Da in Wuhan sehr viele Medikamente und Zusatzstoffe für die Medikamentenherstellung produziert werden, wurden notwendige Medikamente in Deutschland knapp. Erstmals spürten wir direkt Nachteile der Globalisierung. Dass das Virus wenig später auch das Leben bei uns „auf den Kopf“ stellen würde, ahnten wir damals noch nicht.

Nein zu Plastik und Einwegverpackungen
Karneval und Umweltbewusstsein gehörten in Ausgabe 8 zusammen. Das närrische RHA-Team machte sich im Schüttelreim gegen Mikroplastik im Rhein stark, im Thema der Woche ging es um die Vermeidung von Einwegverpackungen. Beispielhaft erwähnten wir Projekte in der Region, die zu weniger Pappbechern und mehr Nachhaltigkeit beitragen.


März

Ein Grund zum Feiern: 30 Jahre RHA
In der ersten März-Ausgabe war es soweit: Der RHA feierte 30. Geburtstag. Verleger Alfred Strödicke und sein Team ließen drei Jahrzehnte Zeitungsgeschichte Revue passieren. Eine wechselvolle Geschichte für Zeitungsverlage und Medienhäuser, die mit Anzeigenrückgängen und schwindender Reichweite zu kämpfen haben. Nicht so aber der RHA, der trotz großer Konkurrenz und schwieriger Marktlage immer erfolgreicher wird.
Anzeigenkunden und Leserschaft schätzen die Wochenzeitung, die so viele Haushalte wie kein anderes Medium im Verbreitungsgebiet erreicht. „Unsere Zeitung wird auch in Zukunft nah dran an den Menschen sein“, sagt Alfred Strödicke und spricht damit zugleich das Erfolgsrezept seines Unternehmens aus.

Corona verändert unser Leben
Mit dieser Überschrift auf der Titelseite formulierten wir am 18. März das, was bis zum heutigen Tag Gültigkeit hat.
Kontaktbeschränkungen, Einschränkungen der Bewegungs- und Reiseaktivitäten und das Vermeiden von Kulturveranstaltungen sollten fortan unsere Lebensgewohnheiten stören. Noch war alles freiwillig, doch schon kurze Zeit später folgte der erste Lockdown.


April

Aus der Kliniken wahrscheinlichLoreley-Klinik
Noch gab es einen Funken Hoffnung, dass die Kliniken in St. Goar und Oberwesel vielleicht doch noch eine Zukunft haben. Seit Monaten schon verdichteten sich die Gerüchte, dass die Loreley-Kliniken geschlossen werden, die rund 350 Beschäftigten der beiden Häuser machten sich berechtigte Sorgen um ihre Arbeitsplätze.
Am 1. April griff die RHA-Redaktion das Thema auf und kam zu einem ernüchternden Recherche-Ergebnis: Das Aus der Kliniken scheint sehr wahrscheinlich. Leider handelte es sich nicht um einen schlechten Aprilscherz, sondern um bittere Faktenlage. Für die Belegschaft folgten noch Wochen der Ungewissheit bis zum finalen Schlussstrich.

WIR helfen unserem Einzelhandel
Nach dem Lockdown darf der Einzelhandel endlich wieder öffnen. Der RHA hatte während der Zwangsschließung mit der Solidaritätsaktion „Wir halten durch“ den Einzelhandel gepusht, jetzt ging es darum, wieder möglichst viele Kunden in die Städte zu locken.
Das Motto: „Wir starten wieder durch“. Wir haben es alle in der Hand dafür zu sorgen, dass unsere Innenstädte nicht aussterben.


Mai

SteinketteKreatives Zeichen gegen die Krise
Die Coronakrise deprimiert nicht nur, sie inspiriert auch. Die Bopparderin Carina Schumacher hat ein kreatives Projekt gestartet und dies in den sozialen Netzwerken, dem SWR und dem RHA fleißig beworben.
Entstanden ist eine Hunderte Meter lange Kette von fantasievoll bemalten Steinen, die an der Rheinpromenade von den Künstlern abgelegt wurden. Mitgemacht haben Kitas, Schulen, Firmen, Behörden und viele Privatpersonen. Von Kitakindern bis zu hochbetagten Senioren – alle Generationen haben sich am längsten Kunstwerk des Landes beteiligt. Einfach großartig.
Kurz nachdem der RHA über diese Aktion berichtet hatte, lagen zierten rund 2.000 Steine die Promenade. Einheimische und Touristen staunten und fotografierten das kollektive Kunstwerk. Im Thema der Woche hegten wir die Hoffnung, dass das Kunstwerk irgendwie dauerhaft gesichert werden kann.

Gastronomen öffneten wieder
Am 13. Mai berichteten wir voller Zuversicht, dass die Gastronomie endlich wieder öffnen darf. Vorangegangen war die Demonstration „Leere Stühle am Deutschen Eck in Koblenz, bei der auch der heimische DEHOGA Kreisvorsitzende Josef Mayer und der Bopparder Hotelier Marek Gawel aktiv waren. Damals konnte niemand erahnen, dass für die Gastronomie im November ein zweiter Lockdown beginnen würde.


Juni

Vorsichtiges Aufatmen in der Reisebranche Reisegepäck
Ähnlich wie die Gastonomen hofften auch Busunternehmen, Reisebüros und Reiseveranstalter auf die Zeit nach dem Ende des Frühjahrslockdown. Endlich waren beispielsweise Busreisen wieder möglich und auch die Reisewarnungen für das benachbarte Ausland wurden Stück für Stück zurückgenommen.
Doch so richtig in Rollen kam der Tourismus nicht, lediglich Reisen in Deutschland standen hoch im Kurs. Auch am Mittelrhein registrierte man sehr erfreut, dass Touristen für gute Übernachtungszahlen sorgten und die Restaurants, Einzelhandel und Ausflugslokale gute Geschäfte machten.
Der Schock sollte im Herbst mit der zweiten Corona-Infektionswelle und dem November-Lockdown kommen.

Abendumzug fällt aus
Eine traurige Nachricht für alle Narren gab es auf der RHA-Titelseite am 17. Juni zu lesen: Der Abendumzug der KG Schwarz-Gold Baudobriga Boppard wird 2021 ausfallen. Auch alle anderen Karnevalsveranstaltungen fallen der Coronapandemie zum Opfer. Im Thema der Woche ging es um den gefährlichen Eichenprozessionsspinner, der sich auch auf Bäumen in Boppard und in den heimischen Wäldern breitmacht.


Juli

Niedrigwasser RheinGeht dem Rhein das Wasser aus?
Die Experten der in Koblenz ansässigen Bundesanstalt für Gewässerkunde haben Beobachtungen gemacht, die beunruhigen können. Tatsache ist demnach, dass der Schmelzwasseranteil des Rheins stetig abnimmt. Im Sommer 2003 lag er in Kaub immerhin bei rund 20 Prozent. Nach der Serie von sehr warmen Sommern und dem rasanten Abschmelzen der Gletscher in der Schweiz sowie geringen Schneemengen im Rheineinzugsgebiet hat sich die Schmelzwassermenge deutlich verringert.
In langen regenarmen Phasen mit großer Hitze geht dem Rhein jetzt buchstäblich das Wasser aus. Gut möglich, dass als Folge des Klimawandels Hochwasserlagen seltener werden und extrem niedrige Pegelstände, die der Binnenschifffahrt zusetzen, immer häufiger Realität werden.

Hahn droht Bruchlandung
Im Juli hatten wir die düsteren wirtschaftlichen Perspektiven des Flughafens Hahn beleuchtet. Das Total-Desaster wird immer wahrscheinlicher. Der sich abzeichnende Rückzug des Billigfliegers Rynair, die Corona-Turbulenzen und die geringe strategische Bedeutung sorgen dafür, dass Fracht- und Passagierzahlen ungenügend sind. Wie lange macht die chinesische HNA-Group als Eigentümer das Verlustgeschäft mit?


August

Weinmajestäten in St. GoarWeinhoheiten am Mittelrhein
Bei ihrer Reise durch das Weinanbaugebiet Mittelrhein statteten die Deutschen Weinprinzessinnen Carolin und Julia Sophie sowie Mittel­rheinkönigin Marie mit Weinprinzessin Wiebke St. Goar einen Besuch ab. Die Majestäten bekamen von den Brüdern Thomas und Martin Philipps Einblicke in die schwierige und kostenintensive Arbeit der Rekultivierung von Weinbergen. Bevor eine erste Lese eingefahren werden kann, fallen rund 50.000 Euro pro Hektar an. Die jungen Frauen hörten den Ausführungen der Praktiker interessiert zu.

Heißluftballon abgestürzt
Ein Toter und sechs Schwerverletzte sind die traurige Bilanz einer Heißluftballonfahrt, die bei Biebernheim dramatisch endete. Nach einem Aufprall wurde der Ballon wieder hochgetrieben, bevor er sich in unwegsamer Steillage hoch über dem Rhein verfing. Vier der sieben Insassen wurden zuvor aus dem Korb geschleudert – der Pilot erlag später seinen Verletzungen, die anderen drei Personen wurden sehr schwer verletzt.


September

Veranstaltungsbühne 1Großes Theater um kleine Bühne
In unserer Ausgabe am 16. September titelten wir „Großes Theater um eine kleine Bühne“. Hintergrund: Der Bopparder Stadtrat rieb sich mal wieder kräftig auf, dieses Mal beim Thema „Veranstaltungsbühne“. Nachdem der Rat mit knapper Mehrheit beschlossen hatte, dass die künftige Veranstaltungsbühne in den Rheinanlagen nur eine Fläche von 70 Quadratmeter statt der ursprünglich geplanten 120 Quadratmeter haben sollte, regte sich öffentlich Kritik.
Viele Vereinsvertreter und Kulturschaffende konnten die Entscheidung nicht nachvollziehen. Auf Initiative des Bopparder Ortsvorstehers Niko Neuser versammelten sich vor dem Musikpavillon in den Rheinanlagen viele Befürworter und Gegner einer größeren Bühnenlösung und diskutierten. Lebendige Demokratie, oder Boppard, wie es munter streitet.

Landrat vor Sprung nach Berlin
Die CDU im Rhein-Hunsrück-Kreis stellt sich neu auf. Der langjährige Landtagsabgeordnete Hans-Josef Bracht zieht sich aus der Politik zurück und hat mit Tobias Vogt einen jungen Nachfolger als Kreisvorsitzenden. Da auch Peter Bleser bei der Bundestagswahl im kommenden September nicht mehr antreten will, strebt der derzeitige Landrat, Dr. Marlon Bröhr, ein Bundestagsmandat an.


Oktober

Grüne Buga wird eine HerausforderungRheinanlagen Boppard
Die Bundesgartenschau 2029 bietet die riesige Chance das Welterbe Oberes Mittelrheintal zukunftsfit zu machen. Eine Herausforderung: Wie können die Verkehrsströme bewältigt werden? Angesichts von täglich 10.000 bis 25.000 Besuchern besteht die Gefahr, dass die Blumen- und Gartenschau vom Verkehr erdrückt wird.
Will man möglichst viele Autos aus dem Tal herauslassen, benötigt man ein funktionierendes Park & Ride-System und eine digitalisierte und vernetzte Infrastruktur, die Parksysteme, Bus- und Bahnverbindungen, Personenschifffahrt, Taxis und Fahrradverleih miteinander verbindet. Das ist unverzichtbar.

Sympathische Idee: schwimmende Bühne
Langweilig wird Kommunalpolitik in Boppard nie. Nach dem Hickhack beim Thema Veranstaltungsbühne bereicherte die CDU-Stadtratsfraktion die Diskussion mit der Idee einer Art „schwimmenden Bühne“. Ob diese durchaus sympathische Idee je kommen wird, ist fraglich, denn Kosten und Genehmigungsverfahren bergen einige Ungewissheiten. Fakt ist aber: Ein interessanter Vorschlag war es auf jeden Fall.


November

Teil-Lockdown tritt in KraftEiserner Ritter
In unserer Ausgabe vom 4. November berichteten wir über den in Kraft getretenen Teil-Lockdown, der erneut bei einigen Branchen Angst und Schrecken auslöste. Die wirtschaftlichen Folgen der Maßnahmen gegen die unkontrollierbare Verbreitung des Coronavirus, auf die sich Bund und Länder verständigt hatten, versucht die Politik erneut mit einer weltweit beispiellosen finanziellen Kraftanstrengung abzufedern.
Mittlerweile wissen wir, dass der November-Lockdown im Dezember fortgesetzt wurde und dass wir angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen ab sofort mindestens bis zum 10. Januar einen knallharten Lockdown haben werden. Kaum vorstellbar, dass die finanziellen Hilfen aus Berlin weiter so hoch ausfallen können. Das Coronavirus wird uns leider noch so manche Sorgen bereiten.

Einwohnerantrag lehnte Skateranlage ab
Der Bau eines Mehrgenerationsparks in den Rheinanlagen ist mehrheitlich beschlossen, die Aufträge vergeben. Ein von rund 200 Unterzeichnern unterstützter Einwohnerantrag wollte den Bau einer Skateranlage im künftigen Mehrgenerationenpark auf der Fläche des derzeitigen Kinderspielplatzes verhindern. Nachdem auch die eilig befragte Justitia keinen Grund für einen Stopp der geplanten Baumaßnahmen sah, scheint jetzt dem geplanten Bauvorhaben nichts mehr im Weg zu stehen.


Dezember

Video-Talkrunde mit den BürgermeisterkandidatenRHA-Online-Talk mit Bürgermeisterkandidaten
Im März wird ein Nachfolger für Boppards langjährigen Bürgermeister Dr. Walter Bersch gewählt. Mit den drei Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters, Jörg Haseneier (CDU), Niko Neuser (SPD) und Philipp Loringhoven (parteilos) führte der RHA einen Online-Talk. Alle drei Kandidaten stellten sich den Fragen der RHA-Redaktion und zeigten, dass sie das Zeug zum Bürgermeister haben. Mindestens so erfreulich, dass die Wahlberechtigten in Boppard drei Kandidaten zur Auswahl haben, ist die Tatsache, dass das Trio sehr fair miteinander umging. Haseneier, Neuser und Loringhoven begegneten sich voller Respekt und Wertschätzung.

Zu guter Letzt
Wie alle Jahre wieder verabschieden wir uns mit dieser Weihnachtsausgabe in eine kleine Pause. Wir erscheinen im neuen Jahr erstmals am 13. Januar. Ausgeruht und mit frischem Elan wollen wir ab dann Woche für Woche weiterhin Ihre Heimatzeitung sein.
Wir wünschen Ihnen allen trotz der Coronakrise ein hoffentlich besinnliches und schönes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und in diesem Jahr in erster Linie Gesundheit.

Ihr RHA-Team

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