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RHA Online-Pressemeeting: Fragen aus dem Live-Chat

Bürgermeisterwahl: RHA Online-Podiumsdiskussion - 31. Januar, 11 UhrBürgermeisterwahl: RHA Online-Podiumsdiskussion - 31. Januar, 11 UhrBoppard. Beim RHA Online-Pressemeeting vom 31. Januar hatten die Zuschauer die Möglichkeit Fragen zu stellen. Aufgrund der hohen Beteiligung konnten nicht alle Fragen im Live-Chat beantwortet werden. Lesen Sie hier die Antworten zu den noch offenen Fragen.
Die Kandidaten hatten je Frage 300 Zeichen für ihre Antwort zur Verfügung, die Kandidaten sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Frage 1:
Es ist viel Einigkeit bei den Kandidaten, wo ist man sich nicht einig und hat Ziele, die vom Mitbewerber nicht so gesehen werden?

Haseneier: Rheinland-Pfalz Tag: Tolle Veranstaltung! Boppard ist genau der richtige Ort. Die Pandemie zwingt zu Vorsicht. Die Menschen wollen diesen Tag genießen, ohne Angst. Wir sollten so ehrlich sein und die Veranstaltung verschieben. Aus Platzgründen können weitere Themen leider nicht angesprochen werden.

Loringhoven: Ich stehe einem Industriegebiet an der von Niko Neuser präferierten Stelle sehr kritisch gegenüber. Ich sehe die Digitalisierung größer und chancenreicher, als die anderen Kandidaten. Ich bin davon überzeugt, dass ich derjenige bin, der den Stadtrat am Besten wieder zusammenführen kann.

Neuser: Ich habe ein klares und umfangreiches Programm und klare Ziele für die Weiterentwicklung unserer Heimat veröffentlicht. Unterschiede zu anderen Kandidaten müssen andere beurteilen. Ich stehe für das ein, wofür ich nun seit 22 Jahren in der Stadt kämpfe.


Frage 2:
Mit welchen Bopparder Gastronomen /Hoteliers stehen die drei Kandidaten im Austausch zum Thema Tourismus?

Haseneier: Im Austausch zum Thema Tourismus stehe ich mit Marek Gawel, Geschäftsführer des Bellevue Rheinhotels und mit Josef Mayer, Vorsitzender DEHOGA KV RHK.

Loringhoven: Ich stehe mit vielen Gas­tronomen und Gewerbetreibenden im Austausch. Über mein Tourismuskonzept habe ich mit vielen bereits gesprochen, u.a. der Römerburg, dem Sonnenhof, Schinderhannes und Julchen oder dem Eisernen Ritter.

Neuser: Ich stehe nahezu mit allen Gastronomen in Kontakt. Wir haben die gleichen Interessen und wollen gemeinsam, dass der Tourismus in Boppard floriert.


Frage 3:
Ist es nicht vorteilhaft, die einzelnen Ausschüsse mit mehr Fachkompetenz zu besetzen?

Haseneier: Fachkompetenz ist wichtig. Ohne Fachkompetenz fahren wir die Stadt gegen die Wand. Das gilt vor allem auch für die Stadtspitze! Klare Antwort: Ja! Die Fachkompetenz muss aber auch eingefordert werden. So hat der 2019 installierte BUGA-Ausschuss mit exzellenten Fachkompetenzen erst einmal getagt.

Loringhoven: Grundsätzlich obliegt es den jeweiligen Parteien, wie sie ihre Ausschussplätze besetzen. Hierbei spielt bereits häufig auch fachliche Kompetenz eine Rolle. So finden sich zum Beispiel viele Gastronomen im Tourismusausschuss wieder, oder Handwerker im Bauauschuss.

Neuser: In dieser Frage ist der Bürgermeister nicht zuständig. Der Stadtrat entscheidet darüber, welche Aufgaben aus dem Stadtrat auf Ausschüsse delegiert werden. Die im Stadtrat vertretenen Fraktionen entsenden in die Ausschüsse ihre Vertreter, die zum Teil Fachkompetenz haben und zum Teil nicht.


Frage 4:
Gibt es eine Aussage zum Thema „Förderung der Kultur“ in Boppard. Vor allem der Bopparder Vereine?

Haseneier: Unsere Vereine sind das Herz. Ich stehe für eine Bopparder Ehrenamtskarte. Viele Vereine brauchen Erlöse aus Veranstaltungen, die bisher ausfallen mussten, um ihre eigenen Einrichtungen zu unterhalten. Ich kämpfe für eine Vereinsförderung in Höhe von 300.000 €.

Loringhoven: Ich möchte Boppard zu einem „Zentrum der Kultur am Mittelrhein entwickeln“. Der Ausbau der kulturellen Vielfalt in Form von Konzerten, Theater, Ausstellungen, oder Märkten halte ich für zukunftsweisend – auch im Hinblick auf die Tourismusbereiche.

Neuser: Wir bieten mit unseren städtischen Gebäuden, insbesondere mit der Stadthalle gute Voraussetzungen für Kultur in Boppard. Es fehlt noch eine geeignete Veranstaltungsbühne in der Rheinallee. Die Vereine verdienen die volle Unterstützung durch die Stadt.


Frage 5:
Vieles dreht sich um Boppard Stadt, Buchenau und die Lage am Rhein. Wie sieht der Plan der Kandidaten aus, die anderen Stadtteile voran zu bringen.

Haseneier: In allen Stadtteilen geht es um Instandsetzung der Straßen, Glasfaseranbindung, gute ärztliche Versorgung, wohnortnahe Deckung des täglichen Bedarfs, kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe – Bürgertreffs – und Mobilität bis ins hohe Alter durch Bürgertaxis. Da müssen wir ran.

Loringhoven: Alle Ortsbezirke gehören zur Stadt. Ich will die Ortsbezirke infrastrukturell ertüchtigen (Parkplätze, öffentliche Toiletten etc.), damit auch sie für neue touristische Entwicklungen vor Ort gewappnet sind. Außerdem werde ich mit einem „Bürger-Bus“ eine deutliche Verbesserung des ÖPNV erreichen.

Neuser: Boppard, Bad Salzig und Buchholz sind die zentralen Orte unserer Stadt und übernehmen wichtige Versorgungsfunktionen auch für die übrigen sieben kleineren Ortsbezirke. Es muss sichergestellt bleiben, dass die Lebens- und Wohnqualität auch dort auf einem hohen Standard gehalten werden.


Frage 6:
Wieso sollte ein „externer“ Bürgermeister frischen Wind bringen? Wieso sollte ein Bopparder Bürgermeister uns vertreten?

Haseneier: Darum geht es nicht. Boppard braucht einen erfahrenen Kommunalpolitiker. Einen Menschen mit hoher fachlicher Verwaltungsqualifikation. Jemanden mit Herz und Verstand. Eine Persönlichkeit mit Führungskompetenz, die in der Lage ist, die Mitarbeiter der Stadt zu führen. Jemanden wie mich.

Loringhoven: Aus meiner Sicht ist die einzig richtige Motivation Bürgermeister werden zu wollen, echtes Herzblut für Boppard. Mit Leib und Seele der Stadt dienen – darum geht es. In meinen Augen kann man das nur, wenn man hier lebt und selbst Teil der Gesellschaft vor Ort ist. Heimatliebe muss die Motivation sein.

Neuser: Es ist hilfreich, wenn man sich in seinem Wirkungsbereich gut auskennt und wenn man bereits viele Mitbürger persönlich kennt und über ein großes Netzwerk verfügt. Das ist immer von Vorteil. Im Übrigen ist in Boppard immer frischer Wind.


Frage 7:
Wie stehen Sie zu Buchenau als eigenen Ortsteil mit eigenem Ortsvorsteher?

Haseneier: Buchenau ist mit 1.897 Einwohner der viertgrößte Ortsteil Boppards. Was hier fehlt, ist ein Ortsmittelpunkt, ein Zentrum, das die Menschen zusammenführt. Hieran müssen wir arbeiten. Wenn uns das gelingt, kann ich mir Buchenau als eigenen Ortsteil mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher sehr gut vorstellen.

Loringhoven: Buchenau ist mittlerweile so weit entwickelt, dass es durchaus sinnvoll ist, ihm den Status eines eigenen Ortsbezirkes zu geben. Die Diskussion muss selbstverständlich der Stadtrat führen und letzten Endes auch entscheiden, aber ich halte diesen Weg für sinnvoll und angemessen.

Neuser: Es geht darum, dass die bis 1976 gewachsenen sozialen und kulturellen Strukturen der ehemals selbstständigen Einheiten auch innerhalb der Einheitsgemeinde erhalten bleiben. Buchenau sollte man nicht von Boppard trennen, denn es gibt sehr vielfältige und besondere Verbindungen.


Frage 8:
Gibt es schon Ideen oder sogar Konzepte, um den Einzelhandel und Unternehmen in der Stadt Boppard und seinen Ortsbezirken neu anzusiedeln und die bestehenden zu stärken?

Haseneier: Onlinehandel und Pandemie werden Spuren hinterlassen. Wir brauchen Konzepte, wie wir mit Leerständen umgehen. Wir müssen die Ortskerne attraktiver gestalten, um Kaufkraft zurückzugewinnen. Wir brauchen weitere Industrie- und Gewerbegebiete. Das Klimaschutzkonzept muss eingehalten werden.

Loringhoven: Es gibt für Boppard ein Einzelhandelskonzept, das die Fragen nach Bedarf und Standorten klärt. Am Ende bleibt jedoch ein Punkt: Wir brauchen ganzjährigen Tourismus, damit die Gewerbetreibenden auch außerhalb der Saison von Ihren Betrieben leben können und Neuansiedlung sich lohnt.

Neuser: Unser Einzelhandelskonzept weist nach, dass aus Boppard überdurchschnittlich viel Kaufkraft in Nachbargemeinden abwandert. Das will ich durch die Ansiedlung von weiteren Fachmärkten, insbesondere in Buchenau ändern. Für Buchholz ist die Ansiedlung eines Drogeriemarktes notwendig.


Frage 9:
Wie wollen Sie die Vielfalt der Themen zukünftig durch den Stadtrat bringen?

Haseneier: Kassensturz, Prioritäten, Boppard hat Schulden. Die Einnahmen reichen nicht, um die laufenden Ausgaben zu decken. 2021 ist ein Überziehungskredit von acht Millionen Euro geplant. Eigenkapital ist eine buchhalterische Größe, Buchwerte insb. unserer Straßen, Gebäude, Wald, Friedhöfe, also keine Barmittel.

Loringhoven: Ich sehe den Bürgermeister vor allem in der Position des Moderators und Beraters. Die Diskussionen über Projekte müssen „am runden Tisch“ in aller Transparenz geführt und gute Kompromisse gefunden werden. Wenn dem Bürgermeister das gelingt, wird auch der Stadtrat wieder harmonisch arbeiten können.

Neuser: Jedes wichtige Thema sollte im Stadtrat von einer breiten Koalition der Vernunft diskutiert und umgesetzt werden. Ich will alles daran setzen, dass sich die bisherige Blockbildung auflöst. Ich habe schon bewiesen, dass ich parteiübergreifend und sachorientiert arbeiten kann.


Frage 10:
Zur Verbindung der Höhenorte, dazu gehört schon Buchenau, fehlt eklatant der ÖPNV. Was kann hier verbessert werden?

Haseneier: Wir brauchen den Bürgerbus als städtisches Angebot. Wir haben die tollen Traumschleifen. Die Besucher fahren mit ihren Autos zum Ausgangsort. Wanderbusse können für Entlastung sorgen. Gut für die Umwelt, ein Beitrag zur Einhaltung des Klimaschutzkonzeptes.

Loringhoven: Ich werde den ÖPNV mit einem „Bürger-Bus“ ergänzen. Dieser soll die Ortsbezirke nach einem bestimmten Plan anfahren und zusätzlich eine Art P+R für die Kernstadt ermöglichen. Das sichert Mobilität bis ins hohe Alter – auch in den äußeren Bezirken der Stadt.

Neuser: Der ÖPNV muss zweifellos attraktiver werden. Hierzu wollen wir die 64 Bushaltestellen ausnahmslos barrierefrei gestalten. Weiterhin will ich gute Radwegeverbindungen zwischen allen zehn Ortsbezirken schaffen. Mit der zuständigen Kreisverwaltung bin ich im Dialog.


Frage 11:
Was ist mit dem Bahnlärm? Der wird hier bisher völlig vernachlässigt. Wie ist Ihre Position?

Haseneier: Die DB-Zentrale stellt in den nächsten Wochen Lösungen vor. Anhörungen sind bislang in Bad Salzig und Boppard erfolgt. Wir müssen aufpassen, dass nicht 4,50 Meter hohe Lärmschutzwände errichtet werden. Ich setze mich für niedrige Lärmschutzwände ein, wie beispielsweise in Koblenz-Oberwerth.

Loringhoven: Meine Position ist klar – Bahnlärm raus aus dem Mittelrheintal! Als Bürgermeister werde ich mich mit all den Möglichkeiten, die dem Bürgermeister von Boppard zur Verfügung stehen für dieses Ziel einsetzen. Wir leben hier am schönsten Ort der Welt – das darf durch den Bahnlärm nicht zerstört werden.

Neuser: Das ist eine Bundesaufgabe. Ich will für Boppard die Stimme erheben, dass die Zusagen der Bahn zur Minderung und Beseitigung des Bahnlärms auch tatsächlich eingehalten werden. Die Unterstützung der Bürgerinitiative Pro Rheintal ist mir sehr wichtig.


Frage 12:
Welche Kompetenzen sehen Sie bei sich, um die Stadt zu einen – zum Wohle aller – statt der parteipolitischen Brechstange und Ideologie?

Haseneier: Boppard gehört keiner Partei, sondern uns allen! Politik zum Nutzen der Bürger lebt vom Miteinander. Als jemand, der unbelastet von Vergangenem ist, kann ich Brücken bauen und vielleicht sogar versöhnen. Ich bin einer, der zuhören, integrieren und zusammenführen kann. Ich bin nicht „betriebsblind“.

Loringhoven: Ich bin parteilos und unabhängig. Ich bin vollkommen neutral, habe keine „höheren Pläne“ und bin einzig und alleine an einer guten Entwicklung interessiert. Somit werde ich transparent und ehrlich alle Fraktionen an einen Tisch bringen, und als Bürgermeister vor allem vermitteln und moderieren.

Neuser: Ich bin gelernter Bankkaufmann und kümmere mich um das finanzielle Rückgrat der Stadt. Mein Lehramtsstudium und meine berufliche Tätigkeit als Oberstudienrat befähigen mich zum Dialog.


Frage 13:
Tourismusstandort Boppard – Tourismus zu – Oberstraße leidet. Wo kommt Boppard Ihrer Meinung nach aktuell „gut“ durch?

Haseneier: Wir kommen gut durch, wenn alle heimischen Betriebe, von der Kernstadt bis in die Ortskerne, unterstützt werden. Der Ruf nur nach Neuansiedlungen ist naiv. Projekte müssen Sinn machen und Mehrwert generieren, sonst droht schnell Leerstand oder Billigtourismus.

Loringhoven: Wir haben in Boppard eine sehr starke Solidarität der Bürger untereinander. Wenn gerade etwas gut läuft, die Fähigkeit und der Wille aller Menschen sich zu unterstützen und zu helfen. Beispiele sind die Nachbarschaftshilfen, oder die organisierten „Gastronomiebesuche“.

Neuser: Wir müssen alles daran setzen, dass unsere Gastronomie und Hotellerie, aber auch der vom Tourismus besonders lebende Einzelhandel in der Oberstraße die Folgen des Lockdowns gut bewältigen und nach einem erfolgreichen Rheinland-Pfalz-Tag gut in die Zukunft starten kann.


Frage 14:
Welche drei Investitionen haben in diesem Jahr die höchste Priorität für Sie?

Haseneier: Viele Investitionsmaßnahmen sind ja bereits in der Umsetzung, werden durchgeführt. Priorität für mich haben die Instandsetzung unserer Straßen, die Turnhalle der Michael-Thonet-Schule, die Kindergärten.

Loringhoven: Brandsanierung Grundschule Bad Salzig, Neubau Turnhalle Boppard, Neubau / Ausstattung der Feuerwehren
Jedoch sind viele weitere Investitionen wichtig, notwendig und nicht streichbar.

Neuser: Die Sanierung des Karmelitergebäudes und der Grundschule Bad Salzig, das neue Freibades, der Neubau der Schulturnhalle, die Erweiterung der Kindertagesstätten in Bad Salzig, Buchholz, Oppenhausen und Weiler stehen obenan.


Frage 15:
Wie möchten Sie die Orte wiederbeleben, damit Hotels sich auch nach der BUGA noch lohnen?

Haseneier: Eine tolle Stadt mit gutem Angebot und topp Infrastruktur zieht automatisch Hoteliers und Gäste an. Wir brauchen Highlights! Die Basisarbeit muss auch erledigt werden (Straßen, ÖPNV). Meines Wissens wurden die Hoteliers seitens der Stadt in den letzten 10 Jahren nicht befragt. Warum nicht?

Loringhoven: Ich bin ein Verfechter der Wiederbelebung des Altbestandes, bevor wir neue „Bettenbunker“ bauen. Wir müssen den Tourismus so entwickeln, dass Boppard von Neujahr bis Silvester spannend ist und wir kein so langes „Winterloch“ bekommen. Dann lohnt sich auch der Hotelbetrieb ganzjährig – langfristig.

Neuser: Wir brauchen attraktivere Rahmenbedingungen, damit sich Hotelinvestitionen lohnen. Als besonderer Standort bietet sich das Schwimmbad mit Thermalheilquelle in Nähe des Marienberger Parks, eingebettet in eine Wanderlandschaft, für ein Familienhotel an. Hierfür will ich mich einsetzen.

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