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Alles auf den Prüfstand…

„Die Stadt Boppard berücksichtigt ab sofort bei jeglichen Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima. Grundsätzlich werden Lösungen gewählt, die sich positiv auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz auswirken. Klima- und Umweltschutz wird damit permanentes, vorrangiges Kriterium aller Entscheidungen.“

Diesem und weiteren Punkten wurden am 14. Oktober 2019 einstimmig zugestimmt und der Stadtrat hat sich vorgenommen, bis 2030 klimaneutral zu werden.

In seiner Sitzung vom 29. Juni folgte die Mehrheit des Stadtrates dieser Grundsatzentscheidung, und lehnte das Industrie- und Gewerbegebiet 1 b unterhalb von Pfaffenheck ab. Rund 25 Hektar Wald werden nun nicht abgeholzt und damit bleiben 325 Tonnen CO² weiterhin gebunden und 25 Hektar Fläche werden nicht versiegelt.  Eine weise Entscheidung von 16 Ratsmitgliedern gegenüber 13, die wissen, dass bei der Bekämpfung des Klimawandels der Wald eine entscheidende Rolle spielt.

Aber ein paar andere brisante Entscheidungen stehen noch an und auch hier sind die Räte verpflichtet, dem Umweltschutz die höchste Priorität einzuräumen. 16 teils alte, schattenspendende Bäume dem Skaterpark in der Rheinallee zu opfern ist schlichtweg ein Frevel an der Natur und am Bürger. Jeder weiß, dass die Sommer heißer werden – bei 40 Grad wird niemand mehr den Skaterpark nutzen aber jeder gerne den Schatten der Bäume aufsuchen, wo aber für die nächsten 100 Jahre keine solchen großkronigen Bäume mehr stehen werden. Ein Plan ist nur dann gut, wenn er den alten Baumbestand integrieren kann.

Ein weiter Streitpunkt ist das Baugebiet „Erweiterung Ellig“. Hier wird auf 7,8 Hektar ein Baugebiet mit rund 80 Bauplätzen – teilweise Mehrfamilienhäusern geplant. In diesem geplanten Neubaugebiet wurden besonders streng geschützte, wild lebende Tierarten nachgewiesen. Zu allem Überfluss liegt dieses Gebiet nur 160 Meter vom besonders geschützten Naturschutzgebiet „Hintere Dick“ entfernt. Glauben die Planer wirklich, dass Falken, Pirol, Mönchgrasmücke, Reptilien und seltene Fauna sich in der unmittelbaren Nachbarschaft von Menschen, Hunden, Katzen wohlfühlen?

Boppard liegt mit der Vorhaltung von Baugebieten 30 Prozent über dem Bedarfswert. In Ellig 1 gibt es noch freie Bauplätze, in Buchholz werden 80 neue Bauplätze ausgewiesen. Warum wird über Bedarf geplant?

Wer auch immer darüber entscheiden mag, muss berücksichtigen, dass sich die Zeiten seit Corona geändert haben. Arbeitslosigkeit und Insolvenzen nehmen bereits zu. Da ist es zweifach unverantwortlich, weiter zu wirtschaften wie bisher. Jetzt muss erst recht alles auf den Prüfstand, um auf der einen Seite die Bedrohung durch den Klimawandel und die Umwelt-Übernutzung und auf der anderen Seite eine finanzielle Schieflage aufzuhalten.

Doris Gawel, Boppard
Boppard4Future

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