Boppard. Der Musikpavillon in der Georg-Francke-Anlage in Boppard ist Geschichte. Das Bauwerk, das seit 1956 für Einheimische und Touristen eine Art „Wahrzeichen“ der Stadt war und das Bühne für vie­le Konzerte und Veranstaltungen war, wur­de vor eini­gen Tagen abge­ris­sen. Für eini­ge Bürger ein Ärgernis, sie bedau­ern den Abriss zutiefst.

Musikpavillon BoppardIn einer Mail an den RHA wur­de sogar von einer „Nacht- und Nebelaktion“ geschrie­ben, „die wie­der ein gelieb­tes und lieb­ge­won­ne­nes Stück Boppard über die Köpfe der Menschen hin­weg platt­ge­macht hat“. Verständlich, dass vor allem älte­re Bopparder, die vie­le schö­ne Erinnerungen mit dem Musikpavillon ver­bin­den, betrof­fen sind. Immer, wenn Bäume gefällt wer­den, Bauwerke ver­schwin­den oder auch tra­di­ti­ons­rei­che Geschäfte dau­er­haft schlie­ßen, geht etwas unwi­der­ruf­lich ver­lo­ren. Doch im Fall des Abrisses des Musikpavillons ist es falsch, von einer „Nacht- und Nebelaktion über die Köpfe der Menschen hin­weg“ zu spre­chen. Der Abriss erfolg­te plan­mä­ßig im Zuge der Arbeiten zur Sanierung und Neugestaltung der Rheinallee.

Das archi­tek­to­ni­sche Konzept der „neu­en“ Rheinallee wur­de öffent­lich dis­ku­tiert und letzt­lich von den poli­ti­schen Gremien ver­ab­schie­det. Der jetzt erfolg­te Abriss war vor­ge­se­hen, eben­so der Bau einer Nachfolgekon­struktion. Trotzdem setz­te sich der Verkehrs- und Verschönerungs-Verein (VVV) Boppard bis zuletzt für den Erhalt des jetzt abge­ris­se­nen Pavillons ein. Auf der VVV-Homepage heißt es: „Der VVV Boppard appel­liert an die poli­ti­schen Entscheidungsträger der Stadt Boppard, gewis­sen­haft zu prü­fen, ob die ange­dach­te Maßnahme, den alt­ehr­wür­di­gen und nach akus­ti­schen Aspekten errich­te­ten Pavillon abtra­gen zu las­sen und ihn durch eine simp­le Holz-Elemente-Konstruktion zu erset­zen, über­haupt wün­schens­wert und sinn­voll erscheint. Eine Aufwertung der Francke-Anlagen wird durch die­se Maßnahme jeden­falls nicht erreicht!“

Der Stand der Arbeiten
Nach einer aktu­el­len Mitteilung der Stadtverwaltung auf Anfrage des RHA lau­fen die Arbeiten in der Rheinallee und an der Rheinufermauer gut und lie­gen im Zeitplan. „Aktuell lau­fen vor­be­rei­ten­de Maßnahmen im Zuge der Neugestaltung der Rheinallee. Dazu gehö­ren unter ande­rem der Rückbau des Musikpavillons sowie Bodengutachten. Die eigent­li­chen Arbeiten an der Freianlage sol­len im Oktober begin­nen. Für den zwei­ten Bauabschnitt der Rheinufermauersanierung ist die Submission für Ende September vor­ge­se­hen. Die Auftragsvergabe soll nach der­zei­ti­ger Planung in der Novembersitzung des Stadtrats erfol­gen“, so die Informationen.

Auch für die Fähre, die seit einem Schiffsunfall am 19. März wegen erheb­li­cher Schäden am Fährtauflager und der Ufermauer nicht mehr zwi­schen Boppard und Filsen ver­keh­ren kann, gibt es ein posi­ti­ves Signal von der Stadt: „Die Bauarbeiten zur Instandsetzung des Fährauflagers lau­fen aktu­ell und sol­len nach der­zei­ti­ger Planung Ende September abge­schlos­sen sein. Damit sind sei­tens der Stadt die erfor­der­li­chen Voraussetzungen für die Wiederaufnahme geschaffen.“