Boppard. Das Unternehmen Eberhardt Bewehrungsbau GmbH aus dem baden-württembergischen Riedlingen, das bereits mehrere Besucherhängebrücken erbaute und betreibt, will auf eigene Kosten eine Hängebrücke über das Ewigbachtal realisieren. Die zur Unternehmensgruppe gehörende Bopparder Sesselbahn GmbH soll als Betreiber des spektakulären Bauwerks fungieren, das rechtzeitig zur Bundesgartenschau 2029 fertiggestellt und danach eine touristische Attraktion sein soll. Ende Juni wurde im Bauausschuss das Projekt vorgestellt und einstimmig die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beschlossen und damit ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Der Stadtrat ebnete schließlich mit 25 Ja-Stimmen bei zwei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans „Hängebrücke Boppard“ und beschloss die Durchführung der frühzeitigen Beteiligung (§§ 3 Abs. 1, 4 Abs. 1 und 4a Abs. 2 BauGB). Doch obwohl die politischen Gremien den Weg des Bebauungsplan-Verfahrens geebnet haben, gibt es vereinzelte Bedenken gegen die geplante Brücke.
Der Bopparder Christoph Winkler hat ein zehnseitiges Papier vorgelegt, in dem er begründet, warum der gegenwärtige Planstand nicht geeignet sei, eine abschließende Zustimmung zum Vorhaben sachlich zu tragen. Für eine frühzeitige Beteiligung sei dieser grundsätzlich als Diskussionsgrundlage zulässig. Gerade daraus erfolge aber, dass die Stadt vor der nächsten Verfahrensstufe vollständige, unabhängig nachvollziehbare Fachgutachten und verbindliche Regelungen vorlegen müsse.
Im Papier Winklers wird eine lange Liste mit Punkten genannt, die seiner Meinung nach gutachterlich geprüft werden müssten. Umwelt- und Artenschutz, Waldinanspruchnahme, Welterbe-Verträglichkeit, Rettungs- und Evakuierungswege, konkrete Verkehrs- und Stellplatzplanungen und Fragen zum Baugrund und zur Bauausführung sind nur einige erwähnte Punkte.
Projektleiter Roland Haag äußert sich gegenüber dem RHA zu dem Papier gelassen: „Alle Punkte, die dort aufgeführt sind, werden zurzeit von den zuständigen Fachbehörden geprüft. In ein paar Wochen werden wir wissen, was uns die Fachbehörden mitteilen. Dann werden wir überall dort, wo es notwendig ist, nacharbeiten. Dies ist gängige Praxis in einem Bebauungsplan-Verfahren“, sagt Roland Haag. Haag hat keine Zweifel daran, dass das Hängebrücken-Projekt Realität wird. „Wie bei allen unseren Projekten setzen wir auch in Boppard auf eine verantwortungsvolle Prüfung. Das ist für uns eine Selbstverständlichkeit“, so Haag. Gutachten, Vorprüfungen und Planungen kosten seinem Unternehmen, der Eberhardt Bewehrungsbau GmbH, eine Stange Geld. „Das ist unser unternehmerisches Risiko“, sagt er im Gespräch mit dem RHA. Am Ende sieht er aber eine Besucherbrücke, die wirtschaftlich und touristisch sehr erfolgreich sein kann.


























