Großprojekt am Rhein ver­bin­det neue Aufenthaltsqualität, mehr Grün und eine moder­ne Promenade

Boppard. Die Neugestaltung der Rheinallee nimmt Fahrt auf. Auf rund 1,2 Kilometern wird der zen­tra­le Rheinraum Boppards in den kom­men­den Jahren umfas­send wei­ter­ent­wi­ckelt. Der offi­zi­el­le Spatenstich fand am 24. September in Höhe des Karmeliterplatzes statt.

Neugestaltung der Bopparder Rheinallee beginntDas Projekt umfasst die Ertüchtigung der Rheinufermauer, die bereits im April begon­nen hat, eine neue Gestaltung der Promenade, zusätz­li­che Bäume und Grünflächen, neue Sitz- und Aufenthaltsangebote, die Neugestaltung des Karmeliterplatzes und der Georg-Francke-Anlage sowie eine neue Parkbühne. „Mit der Neugestaltung der Rheinallee schaf­fen wir einen Raum, der die beson­de­ren Qualitäten der Stadt Boppard am Rhein sicht­bar und erleb­bar macht. Die Planung ver­bin­det Grün, Aufenthaltsqualität, Geschichte und den unmit­tel­ba­ren Zugang zum Rhein“, sagt Bürgermeister Jörg Haseneier.

24,09 Millionen Euro Baukosten prognostiziert
Die aktu­el­le Kostenprognose für die Gesamtmaßnahme beträgt 24,09 Millionen Euro (Stand August). Für das Projekt wur­de eine Förderquote von 80 Prozent der för­der­fä­hi­gen Kosten fest­ge­setzt. Gefördert wer­den Bau- und Baunebenkosten. Die Finanzierung erfolgt unter ande­rem im Rahmen der Städtebauförderung „Lebendige Zentren – Aktive Stadt“.

Ein wich­ti­ger Bestandteil ist die Ertüchtigung der Ufermauer. Der ers­te Sanierungsabschnitt umfasst rund 330 Meter zwi­schen dem Bereich des Fähranlegers und dem Karmelitergebäude. Zur dau­er­haf­ten Sicherung wer­den aktu­ell rund 1.200 Rückverankerungen gesetzt. Entlang des Ausbaubereichs wird außer­dem das Geländer voll­stän­dig erneu­ert. Vorgesehen ist ein Geländer mit hori­zon­ta­len Querholmen.

Karmeliterplatz wird neugestaltet
Der Karmeliterplatz erhält eine ein­heit­li­che Oberflächenbefestigung und neue Sitzmöglichkeiten. Der Platz soll dadurch stär­ker als Aufenthaltsort am Rhein wahr­nehm­bar wer­den. Die der­zeit abge­sperr­ten Rampenwege zu den Rheinstufen sol­len wei­ter­ent­wi­ckelt und wie­der für die Bevölkerung zugäng­lich gemacht wer­den. Im unte­ren Bereich ist eine Sitztreppe am Rhein vor­ge­se­hen. Der his­to­ri­sche Standort des ehe­ma­li­gen Rheinkrans wird auf der obe­ren Ebene gestal­te­risch nach­ge­zeich­net. Stahltreppen ver­bin­den die ver­schie­de­nen Ebenen miteinander.

Mehr Grün in der Georg-Francke-Anlage
Zur Begrünung der Georg-Francke-Anlage sind Stauden und Ziersträucher vor­ge­se­hen. Sie fügen sich har­mo­nisch in die Landschaft ein und besit­zen Vorteile für die Umgebung. Der Baumbestand soll bei der geplan­ten Umgestaltung voll­stän­dig erhal­ten blei­ben. Die Gehwege wer­den mit einem kom­plett neu­en unge­bun­de­nen Oberflächenbelag auf­ge­baut. Die vor­han­de­ne Brunnenanlage bleibt im Bestand erhal­ten, der Brunnenvorplatz erhält eine neue Pflasteroberfläche, farb­lich abge­stimmt und pas­send zum Bestand des Brunnens.

In der gesam­ten Rheinallee wird mit dem Projekt der Baumbestand erhöht. Insgesamt sol­len ca. 50 Großbäume neu gepflanzt wer­den, dabei han­delt es sich durch­weg um kli­ma­an­ge­pass­te Zukunftsbäume. 22 Großbäume wur­den bereits verpflanzt.

Neue Parkbühne für Veranstaltungen
Der nicht mehr ver­kehrs- und stand­si­che­re Musikpavillon wur­de zurück­ge­baut. An sei­ner Stelle ent­steht künf­tig eine neue Parkbühne aus Einzelmodulen. Auch die Außenanlagen und der Platz vor der Bühne wer­den neu­ge­stal­tet. Die Rheinallee erhält zudem ein viel­fäl­ti­ges Angebot an Sitzmöglichkeiten – von klas­si­schen Bänken mit Rücken- und Armlehnen bis zu unter­schied­lich hohen Sitzauflagen und Platzbänken. Für die Beleuchtung sind rund vier Meter hohe Lichtstelen vor­ge­se­hen. Sie wer­den zwi­schen den Bäumen ange­ord­net und strah­len in bei­de Richtungen ab.

Neuordnung des Verkehrs
Mit der Neugestaltung soll die Rheinallee stär­ker als Aufenthalts- und Promenadenraum wahr­ge­nom­men wer­den. Die Planung sieht des­halb vor, den Bereich weit­ge­hend vom Autoverkehr frei­zu­hal­ten. Zur Steuerung des Verkehrs sind unter ande­rem voll­au­to­ma­ti­sche Senkpoller für die Innenstadt und die Rheinallee vorgesehen.

Umsetzung in meh­re­ren Bauabschnitten
Die Rheinallee wird schritt­wei­se umge­stal­tet. Mehrere Bau- und Fachlose wur­den inzwi­schen ver­ge­ben. Die Neugestaltung der Rheinallee ist Teil der lang­fris­ti­gen städ­te­bau­li­chen Entwicklung Boppards. Die Umsetzung soll im Vorfeld der Bundesgartenschau 2029 abge­schlos­sen werden.

Mit der neu­en Rheinallee ent­steht ein zusam­men­hän­gen­der öffent­li­cher Raum am Rhein, der Promenade, Grünanlagen, Plätze und Aufenthaltsbereiche mit­ein­an­der verbindet.