Boppard. Seit Jahren hofft man in Boppard, dass das ehemalige Kloster Marienberg eine positive Zukunft hat. Das seit 1982 leerstehende Gebäude befindet sich in einem erbärmlichen Zustand. Das einst imposante Kulturdenkmal ist zu einem Schandfleck verkommen. Nach mehreren Eigentümerwechseln hofften Stadt und Bürger, dass der österreichische Investor und Architekt Friedrich Ohnewein dort hochwertige Eigentumswohnungen realisieren wird. Doch die hochtrabenden Pläne sind nicht wahr geworden, die Hoffnungen sind zerplatzt. Jetzt bietet die Kölner Buch Immobilien GmbH & Co. KG mit dem Kloster Marienberg ein „außergewöhnliches Denkmalprojekt mit seltenem Entwicklungspotenzial“ zum Verkauf an.
Kaufpreis: Zwei Millionen Euro
In der Anzeige der Immobilienfirma heißt es weiter: „Das Baurecht für das Objekt ist vollständig geklärt. Für den Umbau zu 65 barrierefreien Wohnungen liegt bereits eine gültige Baugenehmigung vor. … Auch wurde das Objekt bereits auf die kommende Entwicklungsphase vorbereitet: Rund 700.000 Euro wurden in erste Sicherungs- und Erhaltungsmaßnahmen investiert.“ Der genannte Kaufpreis: zwei Millionen Euro als Verhandlungsbasis zuzüglich sechs Prozent Käufercourtage plus gesetzliche Umsatzsteuer.
Im November vergangenen Jahres sah es ganz so aus, als würde der Investor Friedrich Ohnewein tatsächlich Ernst machen mit der Entwicklung von hochwertigen Eigentumswohnungen im früheren Kloster. Bausicherungsmaßnahmen wurden ausgeführt, außerdem machte der Österreicher deutlich, dass er an seinem Vorhaben, mehr als 60 Wohnungen vorrangig für gehobenes Seniorenwohnen zu realisieren, festhalte. Er betonte, dass er davon ausgehe, dass bis Ende 2028 die Wohnungen bezugsfertig sein könnten. Daraus wird nun nichts.
RHA-Zweifel bestätigen sich
Schon Ende vergangenen Jahres drückte der RHA dezent auf die Euphoriebremse. In einer Zeit, die geprägt ist von einem zunehmend schwierigen Investitionsklima, hatten wir Bedenken, dass das große Vorhaben, für das ein deutlich zweistelliger Millionenbetrag erforderlich ist, realistisch umgesetzt werden kann. Wörtlich stand damals im RHA: „Ein echter Kraftakt und eine Herausforderung für den Investor. Denn zur Umsetzung einer Großmaßnahme benötigt man viel Geld, das man in der Regel durch den Verkauf von noch nicht fertiggestellten Wohnungen einnimmt. Doch gerade hierbei hakt es immer öfter. In Koblenz etwa ist das Projekt Clemens-Carré krachend gescheitert, nachdem sich ein Investor anscheinend ‚verhoben‘ hat. Handwerker warten auf ihr Geld und die Interessenten für die Eigentumswohnungen müssen ihre Vorab-Investitionen wahrscheinlich abschreiben.“
Jetzt heißt es wieder abwarten und hoffen. Vielleicht findet sich ja ein seriöser Käufer, der das ehemalige Kloster zukunftsfit macht und die geplanten Wohnungen doch noch realisiert.

























