Region. Die wirt­schaft­li­che Lage ist alles ande­re als ent­spannt. Seit der Corona-Pandemie befin­den sich vie­le Branchen bei­na­he lücken­los im Dauerkrisenmodus. Ukraine-Krieg, Zoll-Schikanen der Supermächte und die anhal­ten­de Kriegssituation in der Golfregion mit blo­ckier­ten und gestör­ten Handelswegen drü­cken auf unse­re Wirtschaft.

Und da in der Folge die­ser Gemengelage auch die Energiekosten explo­diert sind, spürt jeder Einzelne im Alltag, dass das frei ver­füg­ba­re Geld knap­per gewor­den ist. Das Ergebnis: Es wird weni­ger konsumiert.

Konsumbarometer - StimmungstiefDer Einzelhandel bekommt dies deut­lich zu spü­ren. Laut Handelsverband Deutschland (HDE) bli­cken vie­le Geschäftsleute mit Sorgen auf das bevor­ste­hen­de Weihnachtsgeschäft. Gründe fin­den sich im Vergleich mit der zum Vorjahr deut­lich mess­bar gesun­ke­nen Konsumstimmung. Die Handelsexperten rech­nen mit einer gebrems­ten Kauflaune, da vie­le der poten­zi­el­len Kunden von einem sin­ken­den ver­füg­ba­ren Einkommen aus­ge­hen. Die extrem gestie­ge­nen Energiepreise, anhal­ten­de Inflationssorgen und zuneh­mend auch die Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes füh­ren dazu, dass grö­ße­re Anschaffungen zurück­ge­stellt wer­den und die Bereitschaft zum Geschenkekaufen deut­lich nach­ge­las­sen hat. Zumindest wird sehr bewusst auf das „Weihnachtsbudget“ geach­tet. Kein Wunder, dass teu­re­re Geschenke für vie­le in die­sem Jahr kein Thema sind.

Sorgen auch im Land
In Rheinland-Pfalz bewer­tet die Industrie- und Handelskammer (IHK) die wirt­schaft­li­che Lage für den Einzelhandel als stark ange­spannt. Während sich die all­ge­mei­ne Stimmung in der rhein­land-pfäl­zi­schen Wirtschaft laut dem aktu­el­len IHK-Konjunkturbericht leicht ver­bes­sert, bleibt der Einzelhandel so etwas wie das Sorgenkind. Im ers­ten Halbjahr des Jahres ver­zeich­ne­te der rhein­land-pfäl­zi­sche Einzelhandel jeden­falls einen Umsatzrückgang von 0,5 Prozent. In die­ser ange­spann­ten Situation hat im September der Tarifabschluss für Beschäftigte des Einzelhandels von plus drei Prozent bei den Geschäftsleuten natür­lich nicht gera­de für Jubelstimmung gesorgt.

Boppard macht’s richtig
Die Werbegemeinschaft Boppard setzt im Kampf gegen die Konsumflaute auf geziel­te Aktionen. Wie auch in eini­gen ande­ren Städten im Land hat man erkannt, dass Kunden in schwie­ri­gen Zeiten nicht mehr als „Selbstläufer“ in die Geschäfte kom­men. Man muss etwas bie­ten, damit sie in die Stadt kom­men, und ihnen dann zei­gen, dass sich das Kommen gelohnt hat.

Weit wich­ti­ger als Preisrabatte ist es sicher­lich, dass das Einkaufen zu einem Erlebnis wird, im Idealfall für die gan­ze Familie. Die Kombination von Märkten und Volksfesten mit ver­kaufs­of­fe­nen Sonntagen, pfif­fi­gen Shopping-Events und Mitmach-Aktionen macht jede Stadt unverwechselbar.

Der bevor­ste­hen­de Bauernmarkt mit ver­kaufs­of­fe­nem Sonntag zielt genau in die­se Richtung: Solche Event-Sonntage sind für die Händler vor Ort essen­zi­ell, um die Umsätze anzu­kur­beln und um über den Tag hin­aus Boppard als attrak­ti­ve Einkaufsstadt bekannt zu machen. Übrigens: Das nächs­te gro­ße Shoppingerlebnis und zugleich die nächs­te gro­ße Umsatzhoffnung ste­hen auch schon fest: Am Sonntag, 29. November, wer­den die Geschäfte wie­der geöff­net sein. Dann kann man das Einkaufen mit einem Bummel über den Weihnachtsmarkt auf dem his­to­ri­schen Marktplatz verbinden.