Mittelrhein. Seit Monaten schon ist die Rheinschifffahrt wegen des anhaltenden Niedrigwassers eingeschränkt. Die extrem niedrigen Pegelstände haben dazu geführt, dass Frachtschiffe nur noch gering beladen die Häfen ansteuern können. Einige Reedereien wagten bei Pegelständen im Minusbereich nicht mehr, das „Nadelöhr“ in Kaub zu passieren.
Jetzt aber zeichnet sich eine leichte Entspannung für Fracht- und Personenschifffahrt ab. Der Regen in der vergangenen Woche hat dazu geführt, dass wieder etwas mehr Wasser im Rhein fließt, auch wenn man noch weit von einem Normalzustand entfernt ist. Immerhin sind die Pegel am Mittelrhein am Dienstagmorgen in Kaub auf 20 Zentimeter und in Koblenz auf 23 Zentimeter angestiegen. Die Hoffnung ist, dass es in den kommenden Tagen im Einzugsgebiet des Rheins weiteren Regen geben wird.
Während die Frachtschiffe nach wie vor nur sehr gering beladen unterwegs sein können, kehrt entlang des Rheins für die Menschen wieder ein kleines Stück Normalität ein: Die meisten Fähren haben nach Zwangspausen den Betrieb wieder aufgenommen. Berufspendler, Schüler und Touristen atmen auf, weil auch die Fähre Kaub seit vergangenem Sonntag, 11 Uhr, wieder den Rhein quert. Allerdings gibt es hier noch Einschränkungen: Vorerst ist die Verbindung nur für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von maximal 3,5 Tonnen möglich.
Fährbetreiber André Kimpel hat weitsichtig auf das Problem Niedrigwasser reagiert und den Antrieb durch Umbau rund 20 Zentimeter höher gesetzt. Deshalb ist er in der Lage, den Fährverkehr bis zu einem sehr niedrigen Pegelstand von nur 15 Zentimetern aufrechtzuerhalten. Dass er in diesem Jahr trotzdem Zwangspausen einlegen musste, zeigt, wie dramatisch wenig Wasser der Rhein in den vergangenen Monaten führte. Immer neue Allzeit-Minusrekorde und sogar einen Pegelstand von „minus 6“ in Kaub hatte kaum jemand für möglich gehalten.
Während die Fähren in Kaub und in St. Goar wieder fahren, herrscht in Boppard immer noch Stillstand: Zwar sind die aufwendigen Reparaturarbeiten an Ufermauer und Anleger, die durch ein Tankschiff am 19. März stark beschädigt wurden, praktisch abgeschlossen. Die Nachfrage bei Fährbetreiber Tony Deleu ergab, das der Transport des neuen Anlegers von Oberwinter nach Boppard wegen des Niedrigwassers derzeit weiterhin nicht möglich ist. Es muss also immer noch etwas gewartet werden, bis die Fähre zwischen Boppard und Filsen wieder verkehren wird. Fotos: [as/RHA]


























