Bad Salzig. Das seit seiner Schließung um die Jahrtausendwende leerstehende ehemalige Rhein-Hotel in Bad Salzig ist durch den anhaltenden Zerfall schon lange ein Schandfleck. Nach zwei folgenschweren Decken-Einstürzen im Juli dieses Sommers mussten 19 Anwohner aus den direkt angrenzenden Nachbargebäuden in der Zehnthofstraße ihre Wohnungen aus Sicherheitsgründen verlassen und wurden vorübergehend in einem Hotel untergebracht.
Die Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück mit Landrat Volker Boch an der Spitze sah dringenden Handlungsbedarf und hat den Teilabriss des maroden Gebäudes als zwingend erforderlich angesehen. Am vergangenen Samstag rückten Arbeiter mit schweren Baugeräten an und rissen den rechten Gebäudeteil des einst imposanten Hotels ab. „Die akute Gefahrenlage konnte innerhalb kurzer Zeit erfolgreich beseitigt werden. Besonders erleichtert bin ich darüber, dass die evakuierten Anwohnerinnen und Anwohner bereits am Samstagabend wieder in ihre Wohnungen zurückkehren konnten“, sagte Landrat Volker Boch.
Mit dieser Maßnahme ist zumindest ein wesentlicher Schritt getan, um akute Gefahr für Leib und Leben von Anwohnern und Passanten zu beenden. Doch Grund zur Freude besteht absolut nicht. Denn nach wie vor ist unklar, wie es mit der heruntergekommenen „Rest-Immobilie“, die 2021 vom bekannten Jazzmusiker Ulas Hazar ersteigert wurde, weitergeht. Der private Besitzer wollte ursprünglich eine Eigentumswohnung im ehemaligen Hotel realisieren, doch passiert ist nichts. Auch für den Landkreis, der sich nach den Deckeneinstürzen zum Handeln gezwungen sah, eine alles andere als angenehme Situation. „Der Kreis ist mit dem Teilabriss in Vorleistung gegangen. Er muss jetzt sicher sehen, wie er vom Eigentümer Geld für den Teilabriss erhält“, sagte der Bad Salziger Ortsvorsteher, Andreas Nik, im Gespräch mit dem RHA.
Landrat Volker Boch äußerte sich in einer Pressemitteilung entsprechend: „Leider gestaltet sich die Situation für die Kreisverwaltung als Bauaufsichtsbehörde in diesem Zusammenhang sehr schwierig. Die Verwaltung ist seit geraumer Zeit damit befasst, die Rechte und Pflichten zu diesem in Privatbesitz befindlichen Gebäude mit dem Eigentümer zu klären“, so Boch.
Beim zweiten Einsturz einer Geschossdecke – wieder waren Feuerwehr, Technischen Hilfswerk (THW) und Entscheider der Kreis- sowie Stadtverwaltung Boppard vor Ort im Einsatz – handelte es sich um den Kollaps eines tragenden Bauteils in einem Teilbereich des oberen Gebäudes. Ein vom THW hinzugezogener Statiker stellte gutachterlich fest, dass dieser Gebäudeteil akut einsturzgefährdet ist. Anlass für die Kreisverwaltung, unverzüglich zu handeln.
Ortsvorsteher Andreas Nick hat nur einen Wunsch: „Auch nach dem Teilabriss ist das ehemalige Rhein-Hotel ein Schandfleck. Ich hoffe sehr, dass das gesamte Gebäude schnell abgerissen wird“, so Nick gegenüber dem RHA. Doch ganz offensichtlich ist ein Abriss des kompletten Gebäudes nicht vom Besitzer gewollt.


























