Boppard. Vor eini­gen Monaten berich­te­te der Rhein-Hunsrück-Anzeiger über mei­nen lan­gen Kampf um einen höhe­ren Pflegegrad. Damals wuss­te ich nicht, wie die­se Geschichte aus­ge­hen wür­de. Es gab vie­le Zweifel, Rückschläge und Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob sich der gan­ze Kraftaufwand über­haupt lohnt. Heute darf ich sagen: Ja – es hat sich gelohnt, nicht aufzugeben.

Mein Widerspruch war erfolg­reich. Nach einer erneu­ten Begutachtung und einem per­sön­li­chen Hausbesuch wur­de mein tat­säch­li­cher Hilfebedarf neu bewer­tet. Das Ergebnis: Pflegegrad 3 mit 62,5 Punkten, nur 7,5 Punkte von Pflegegrad 4 entfernt.

Sandra KlennerFür vie­le Menschen sind das viel­leicht nur Zahlen. Für mich bedeu­ten sie etwas ganz ande­res. Sie bedeu­ten, dass mein Alltag, mei­ne Einschränkungen und die Unterstützung, auf die ich täg­lich ange­wie­sen bin, end­lich rea­lis­tisch gese­hen und aner­kannt wur­den. Besonders bewegt hat mich, dass im Rahmen der Widerspruchsbegutachtung fest­ge­stellt wur­de, dass die Voraussetzungen für den jetzt bewil­lig­ten Pflegegrad bereits zum Zeitpunkt der ers­ten Begutachtung vor­la­gen. Das zeigt, dass eine ers­te Entscheidung nicht immer das letz­te Wort sein muss und sich ein Widerspruch durch­aus loh­nen kann.

Als ich den Bescheid in den Händen hielt, konn­te ich mei­ne Tränen nicht zurück­hal­ten. Es waren Tränen der Erleichterung und der Freude. Nicht, weil ich stolz dar­auf bin, einen höhe­ren Pflegegrad zu haben – den braucht nie­mand frei­wil­lig. Sondern weil nach einem lan­gen und kräf­te­zeh­ren­den Weg end­lich aner­kannt wur­de, was mein Alltag wirk­lich bedeutet.

Von Herzen bedan­ken möch­te ich mich bei allen Menschen, die mich in den ver­gan­ge­nen Monaten beglei­tet, unter­stützt und immer wie­der ermu­tigt haben, nicht auf­zu­ge­ben. Jede Nachricht, jedes Gespräch und jeder Zuspruch haben mir Kraft gege­ben, weiterzukämpfen.

Wenn mei­ne Geschichte nur einem ein­zi­gen Menschen Mut macht, dann hat sie ihren Zweck erfüllt. Mein Wunsch ist, dass nie­mand nach einer Ablehnung sofort auf­gibt. Informiert euch, holt euch Unterstützung und kämpft für das, was euch zusteht. Manchmal kos­tet die­ser Weg viel Kraft – aber manch­mal ver­än­dert genau die­ser Kampf alles.

Gebt nicht auf. Es lohnt sich, für sein Recht zu kämpfen!
Sandra Klenner