Region. Wildschweine sind faszinierende und äußerst intelligente Tiere. In Tierparks und Gehegen wie beim Forsthaus Remstecken oberhalb von Koblenz werden die Schwarzkittel von Besuchern hautnah bestaunt und gefüttert. Vor allem für Kinder ist dies immer ein tolles Erlebnis. Doch bei Spaziergängen im Wald will man den imposanten Tieren nur ungern begegnen. Denn mit Keilern von bis zu 160 Kilogramm Gewicht und Bachen mit ihren Frischlingen ist nicht zu spaßen. Wenn Wildschweine sich bedroht fühlen oder ihren Nachwuchs in Gefahr sehen, können sie gefährlich aggressiv werden. Noch unangenehmer ist es, wenn Wildschweine bei ihrer Futtersuche Wohngebiete, Friedhöfe und Gartenflächen aufsuchen. In jüngster Zeit kommt es in unserer Region immer wieder vor, dass ganze Wildschweinrotten durch Straßen von Städten und Dörfern ziehen. Immer wieder kommt es vor, dass Nutz- und Ziergärten auf Privatgrundstücken „rund ums Haus“ buchstäblich von den ungebetenen Gästen umgegraben werden und erhebliche Schäden anrichten.
Wie schützt man Grundstücke?
Die hohe Population „treibt“ Wildschweine bei ihrer Futtersuche aus Wäldern hinaus in menschliche Siedlungsräume. Immer dann, wenn Wildschweine Wohngebiete aufsuchen und neben Angst und Schrecken auch Schäden anrichten, wird schnell eine gezielte Bejagung gefordert. Doch in Wohngebieten, sogenannten befriedeten Bezirken, ist das Bejagen verboten und zudem alles andere als ungefährlich. Nur in begründeten Fällen kann die zuständige Jagdbehörde befristet Ausnahmen genehmigen.
Weitaus wirkungsvoller als das Bejagen in Wohngebieten sind Maßnahmen, die jeder Hausbesitzer ohne großen Aufwand leisten kann. Ein erster wichtiger Schritt ist das Entsorgen von essbaren Abfällen in kippsicheren Mülltonnen. Wenn man diese Mülltonnen auch noch in Abstellboxen stellt, sind sie für futtersuchende Wildschweine und auch Waschbären nicht mehr interessant. Auch Katzen- und Tierfutter jeglicher Art sollte man nie auf Terrassen stellen. Den Gerüchen von Komposthaufen können Wildschweine nicht widerstehen, für die ist jeder Komposthaufen ein „Schlemmerparadies“. Gartenenthusiasten sollten Wert darauflegen, dass Kompost nicht frei zugänglich ist.
Wildschweine, die bis zu 50 Kilometer pro Stunde schnell laufen und auch recht gut springen können, finden jeden noch so kleinen Zugang zu Privatgrünflächen. Gerne drücken sie mit großer Kraft von unten Zäune hoch – schon haben sie freien Zugang in die Gärten und Terrassenbereiche. Wer Wald nah wohnt, kann sich mit einem speziellen Wildzaun vor den Besuchen von Schwarzkitteln schützen. Die Zäune sollten mit langen Erdheringen in kurzen Abständen mindestens 10 bis 20 Zentimeter unter der Erde stabil befestigt werden. Auch ein Elektrozaun ist eine Alternative. Allerdings sollte vor allen Einfriedungsmaßnahmen bei der zuständigen Genehmigungsbehörde „anklopfen“ und sich erkundigen, ob diese gestattet sind.
Gartenpflege wichtig
Leicht verwilderte Gärten sind ein Paradies für Wildschweine. Wildschweine lieben dichtes Gestrüpp, Gebüsche und Unterholz. Finden sie dies auf dem Grundstück vor, richten sie sich dort „häuslich“ ein und dösen meist unentdeckt in Kuhlen. Wenn sie dann hungrig sind, müssen sie nur wenige Schritte zurücklegen, um Rasen, Wiesen, Beete und Komposthaufen bei der Futtersuche umzuwühlen.



























