Boppard. Nach Abhaltung des Konvents zu Monatsanfang stand nun die ers­te Veranstaltung des Jahresprogramms an. Die Mitglieder und Gäste des Weinkollegiums Boppard waren zu Marlene Leue in den his­to­ri­schen Turm am Bahnhof ein­ge­la­den. Nachdem alle die Wendeltreppe im Innern des Rundbaus geschafft hat­ten, prä­sen­tier­te sich ihnen ein ein­drucks­vol­ler und stil­voll ein­ge­rich­te­ter Saal.

Marlene Leue, eine zer­ti­fi­zier­te Weinfachfrau, hat­te ver­schie­de­ne Weine vom Mittelrhein und vom Rheingau zur Verkostung vor­be­rei­tet. Unter ihrer Anleitung wur­den die Rebensäfte einer „sen­so­ri­schen Prüfung“ unter­zo­gen. Dazu hat sie es, gestützt von ihrem rei­chen Erfahrungsschatz, mit einer Vielzahl an amü­san­ten Geschichten ver­mocht, den gan­zen Abend für über­aus hei­te­re und aus­ge­las­se­ne Stimmung zu sorgen.

Weinprobe im Turm - Weinkollegium BoppardNicht feh­len durf­ten natür­lich auch Erläuterungen zum Turm, der Teil der Bopparder Geschichte ist und seit 978 das Stadtbild mit­prägt. Der 1906 anläss­lich des Eisenbahnbaus erfolg­te „des Turms durch Ab- und Wiederaufbau Stein für Stein“ erscheint aus heu­ti­ger Sicht nahe­zu unvor­stell­bar. Als Bauzeit die­ses küh­nen Projekts, das allein wegen der Wasserversorgung der Lokomotiven erfolg­te, sind ledig­lich ein Jahr und ein Tag doku­men­tiert. Bei der Versetzung sind 92 Steine übrig geblie­ben, die heu­te in der Bahnhofstraße in einer Wand ein­ge­mau­ert sind. Der rie­si­ge Kugelbehälter, der schein­bar schwe­bend die Decke des Raums bil­det, bezeugt beein­dru­ckend den vor­ma­li­gen Turmzweck.

Mit einem lecke­ren Schokoladenlikör beschloss die Gastgeberin die Verkostung. Schultheiß Peter Bock sprach Marlene Leue im Namen aller Teilnehmer sei­nen Dank aus und über­gab ein Präsent für die tol­le Gestaltung des Abends in die­sem beson­de­ren Bauwerk.