Boppard. Bei Kanalarbeiten im Garten des ehe­ma­li­gen Mühlbadgebäudes wur­de im Frühjahr 1970 eine klei­ne, nur rund zwölf Zentimeter mes­sen­de Terrakotta-Statuette gefun­den. Sie stellt die bei den Kelten sehr belieb­te Pferdegöttin Epona dar. Die Göttin sitzt im Damensitz auf einem Pferd und hält auf ihrem Schoß einen Korb mit Früchten. Nach den fach­kun­di­gen Untersuchungen fand man Reste der ursprüng­li­chen Bemalung. Die Figur wur­de in das zwei­te Jahrhundert n. Chr. datiert. Man ver­mu­tet, dass am Fundort, dem Eingang zum Mühltal, der unbe­fes­tig­te vicus Baudobriga zu ver­or­ten ist. Archäologisch unter­sucht wur­de bis­lang aller­dings nur der klei­ne Teil der dama­li­gen Kanalarbeiten, sodass im Erdreich des heu­ti­gen Remigius-Platzes wei­te­re Funde aus die­ser Zeit mög­lich sein könnten. 

Epona-Figur - BoppardIm Jahr 1998 wur­de eine (maß­stäb­lich ver­grö­ßer­te) Skulptur des Fundstücks ange­fer­tigt und am Eingang zum Mühltal bei der Bahnunterführung auf­ge­stellt. Auch der VVV hat­te sich an den Kosten der Herstellung betei­ligt. Mittlerweile jedoch war die stei­ner­ne Figur der­art mit einer Schicht hart­nä­cki­gem Dreck über­zo­gen, dass sie nur noch mit­lei­di­ge Blicke auf sich zog. Nachdem Heinz Kähne den bekla­gens­wer­ten Zustand der Göttin im Rahmen der Jahreshauptversammlung des VVV ver­gan­ge­ne Woche erwähnt hat­te, han­del­ten schon zwei Tage spä­ter Ursula Bach und Christian Rätz und unter­zo­gen die Sandsteinfigur mit einem Spezialmittel einer gründ­li­chen Reinigung. Nun, mit Beginn der tou­ris­ti­schen Saison, prä­sen­tiert sich die Pferdegöttin wie­der als adret­tes Fotomotiv.