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Bienen sind für uns lebensnotwendig

Imker leisten wertvolle Arbeit für den Artenschutz

Region. In Deutschland summen rund 580 Bienenarten, eine davon ist die bekannte Honigbiene. Seit Jahren beobachten Wissenschaftler mit größten Sorgen einen dramatischen Rückgang bestäubender Insekten, auch den Honigbienen und Wildbienen geht es zunehmend schlecht. Klimawandel, die intensive Landwirtschaft mit großflächigen Monokulturen, Pestizide und eine Zunahme versiegelter Bodenflächen reduzieren die Überlebenschancen der kleinen Tiere. Außerdem ist die Varrora-Milbe eine ernste Bedrohung für die Bienenvölker. Der aus Asien eingeschleppte Parasit bereitet den heimischen Imkern neben dem Honigschleudern mittlerweile die meiste Arbeit. „Gäbe es die Imker nicht, wäre auch die Honigbiene nicht überlebensfähig“, sagt Matthias Adler, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Boppard und Umgebung.

Der 64-Jährige, der sich seit seiner Jugend für das Leben der Bienen interessiert, ist seit mehr als zehn Jahren Imker. In seinem Verein engagieren sich derzeit 30 Imker, die 150 bis 200 Völker mit jeweils bis zu 50.000 Bienen in der Hochsaison betreuen. Das Wort „betreuen“ steht buchstäblich für die zunehmende Arbeit der Imker. Mit Leidenschaft und großem Fachwissen haben sie den Kampf gegen die Varrora-Milbe aufgenommen. „Sobald wir den Honig Mitte Juli geerntet haben, rücken wir der Milbe mit einer organischen Ameisensäure zu Leibe“, sagt Adler. „Die Säure verdunstet im Stock. Das gefällt zwar den Bienen nicht, aber sie überleben diesen Einsatz im Gegensatz zu einem Teil der Milben“, so der Bopparder Imker.

Die Milbenreduzierung durch den Einsatz von Ameisensäure ist für das Überleben der Bienen unverzichtbar. „Da die Milben aber auch Träger von Viren sind, die die Bienen zusätzlich schädigen, dezimieren wir Imker den Varrora-Milbenbefall auch durch das regelmäßige Ausschneiden der Drohnenbrut“, nennt Adler eine weitere Maßnahme, mit der die Imker das Überleben der Honigbienen retten.

Die Imker des Bienenzuchtvereins Boppard und Umgebung sind trotz der realen Bedrohung der Bienen insgesamt zufrieden.
„Bei uns in der Region ist die Welt weitgehend in Ordnung“, so Matthias Adler. „Wir haben kaum Landwirtschaft und Monokulturen, dafür aber sehr schöne Streuobstwiesen. Die Bienen finden hier sehr gute Lebensbedingungen vor“, so Adler. „Leider ist dies in Deutschland nicht überall der Fall.“

Matthias Adler, der auch eine Schulbienen-AG in der Bopparder Realschule Plus leitet, hofft, dass auch Jüngere Interesse an der Imkerei finden. Denn vom Wohl der kleinen Bienen hängt auch unsere Zukunft maßgeblich ab. Bienen und andere Insekten übernehmen als fleißige Bestäuber eine grundlegende Aufgabe für die Ernährung des Menschen. Rund ein Drittel unserer Nahrungsmittel wachsen nur, weil sie bestäubt werden – Honigbienen tragen dazu etwa 80 Prozent der Bestäubung bei. Doch auch über diese wichtige Rolle der Honigbienen Bienen hinaus lohnt sich das Befassen mit ihnen: Bienen sind ganz einfach wunderschöne Tiere. [za]

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