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Mietausfälle durch Corona spielen kaum eine Rolle

Private Kleinvermieter sind in aller Regel um einen fairen Interessenausgleich mit ihren Mietern bemüht. Das zeigt das aktuelle Stimmungsbarometer von Haus & Grund Rheinland-Pfalz, der Vertretung von fast 45.000 Privateigentümern. Mietausfälle durch die Corona-Pandemie kommen demnach bislang nur selten vor.

RLP. Die privaten Vermieter stellen mehr als zwei Drittel aller Mietwohnungen in Rheinland-Pfalz zur Verfügung. Sie sorgen für Stabilität auf dem Wohnungsmarkt. „Das größte Plus ist der direkte Draht zwischen dem Vermieter und seinen Mietern“, erklärt Rechtsanwalt Ralf Schönfeld, Direktor des Haus & Grund Landesverbands, der fast 45.000 Privateigentümer vertritt. „So können mögliche Probleme in der Regel schnell besprochen und gelöst werden.“

Streit dreht sich meist um die Hausordnung

Natürlich läuft nicht jedes Mietverhältnis völlig reibungslos. Das zeigt auch das aktuelle Stimmungsbarometer 2020/21 des Landesverbands. Wenn es zu Meinungsverschiedenheiten oder Auseinandersetzungen kommt, geht es meist um das Nicht-Einhalten der Hausordnung. Das ist in 42 Prozent der privaten Mietverhältnisse von Zeit zu Zeit der Fall. „Dabei kann es sich um Beschwerden der Nachbarn über Lärm handeln, um unsachgemäße Mülltrennung oder auch um das Grillen auf dem Balkon“, berichtet der Haus & Grund Jurist aus der Praxis. „Jetzt im Winter gibt es oft Streit ums Schneeräumen – häufig gar nicht mit dem Vermieter, sondern innerhalb der Hausgemeinschaft.“

Mietausfälle durch Corona spielen kaum eine Rolle

Ein weiterer Streitpunkt sind unpünktliche oder unvollständige Mietzahlungen. Das sorgt in einem Viertel (25 Prozent) der Mietverhältnisse immer wieder mal für Probleme. „Allerdings spielen wirtschaftliche Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie dabei eine eher untergeordnete Rolle“, erläutert Ralf Schönfeld mit Blick auf die Zahlen des Stimmungsbarometers. Hier berichten nur 5 Prozent der privaten Vermieter von Mietausfällen in den letzten Monaten. Während des sogenannten Mietenmoratoriums im Sommer 2020 waren es immerhin 8 Prozent. Weitere 10 Prozent der Vermieter geben an, dass manche Mieter zwar aktuell die Miete nicht vollständig zahlen können, sie deshalb aber im engen Austausch miteinander stehen.

Politik sorgt für Frust bei privaten Vermietern

Hier kommt der eingangs genannte Vorteil privater Mietverhältnisse zum Tragen: der vertrauensvolle Umgang miteinander. Allerdings wirken viele wohnungspolitische Maßnahmen belastend, warnt Verbandsdirektor Schönfeld: „Die Gefahr, dass sich die Situation für Mieter weiter verschlechtert, ist deutlich gestiegen.“ Denn durch Gängelungen wie die Ausweitung der Mietpreisbremse oder Überlegungen wie das (zumindest teilweise) Abwälzen der CO2-Abgabe auf Vermieter steigt die Verunsicherung – und der Frust. „Besonders bedenklich ist, dass immer mehr Haus & Grund Mitglieder überlegen, das Vermieten ganz einzustellen und ihre Immobilien zu verkaufen“, sagt Schönfeld. Hatten im Stimmungsbarometer 2019 nur 22 Prozent der Befragten diese Absicht erklärt, ist die Quote aktuell bereits auf 27 Prozent gestiegen.

Mietausfälle durch Corona spielen kaum eine Rolle

Sogar auf laufende Mietverhältnissen wirkt sich die Eigentümer-unfreundliche Politik negativ aus. Schönfeld: „Private Kleinvermieter haben sich bisher sehr sozial verhalten und im laufenden Mietverhältnis selten die Miete erhöht. Sie erwägen nun nicht nur regelmäßigere Mieterhöhungen im laufenden Mietverhältnis, sondern setzen immer öfter auf konsequentere Mieterhöhungen bei Neuvermietung.“ Somit verfehlt die Wohnungspolitik ihr eigentliches Ziel. Und sorgt oft für genau das Gegenteil: steigende Mieten und mehr Zwist zwischen Vermietern und ihren Mietern.

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