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Psyche: Berufstätige in Rheinland-Pfalz länger krank

2020 im Schnitt 46,1 Fehltage wegen Depressionen und Co. –
Krise hinterlässt Spuren

psychische ErkrankungenKoblenz. Erschöpft und ausgebrannt: In der Corona-Pandemie hat die psychische Belastung vieler Berufstätiger in Rheinland-Pfalz deutlich zugenommen. Laut Versichertendaten der KKH Kaufmännische Krankenkasse waren Arbeitnehmer zwischen Eifel und Rhein im vergangenen Jahr im Schnitt rund 46 Tage wegen Depressionen, chronischer Erschöpfung und Co. krankgeschrieben. Das sind 5,2 Tage mehr als noch 2019 vor der Pandemie, bei den Frauen sogar 6,3 Tage mehr.

Zum Vergleich: Deutschlandweit betrug die Krankheitsdauer wegen psychischer Leiden im vergangenen Jahr 43,7 Tage. Das sind 4,2 Tage mehr als noch 2019. Den stärksten Anstieg mit 7,1 Tagen verzeichnete die KKH in Thüringen, den geringsten in Brandenburg und Hessen mit je 2,1 Tagen. Am häufigsten diagnostizierten Ärzte depressive Störungen, Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen sowie chronische Erschöpfung und Angststörungen.

„Ob die gestiegenen Fehlzeiten unmittelbar mit der Corona-Krise zusammenhängen, können wir an den Zahlen nicht erkennen“, sagt KKH-Wirtschaftspsychologin Antje Judick. Isolations- und Quarantänemaßnahmen sowie damit einhergehende Veränderungen im beruflichen und privaten Alltag hinterließen aber in jedem Fall ihre Spuren. Denn viele Berufstätige stehen nach wie vor wegen fehlender Kinderbetreuung, der Versorgung hilfebedürftiger Angehöriger, zunehmender Vereinsamung sowie aufgrund von Existenzängsten durch Kurzarbeit, Insolvenz und Arbeitsplatzverlust unter Dauerstress. Aber auch der Umgang mit der bislang unbekannten Situation und die dabei oftmals erlebte Hilflosigkeit erzeugen große Unsicherheit. Gerade für psychisch vorbelastete Menschen könnten sich solche einschneidenden Veränderungen zusätzlich negativ auswirken, erläutert Antje Judick. „Und dass Arbeitnehmer im Schnitt deutlich länger krankgeschrieben sind, zeigt, dass es offenbar mehr langwierige Fälle gibt als vor der Pandemie.“

Um das Risiko für psychische Erkrankungen im Job zu senken, entwickelt die KKH mit kooperierenden Unternehmen im Zuge der betrieblichen Gesundheitsförderung Konzepte zum Erhalt der psychischen Gesundheit von Mitarbeitern: kkh.de/firmenkunden/betriebliche-gesundheitsfoerderung. KKH-Versicherte können außerdem auch privat etwas für ihre seelische Gesundheit tun, etwa mit der Teilnahme am Online-Stress- und Schlafcoach: kkh.de/stress/.

Ausgewertet wurde die Zahl der Kalendertage mit ärztlichem Attest von pflichtversicherten und freiwillig versicherten Mitgliedern der KKH Kaufmännische Krankenkasse, neu für das Jahr 2020 – ohne Arbeitslose und Rentner. Die KKH Kaufmännische Krankenkasse ist eine der größten bundesweiten gesetzlichen Krankenkassen mit mehr als 1,6 Millionen Versicherten. Nähere Informationen erhalten Sie unter kkh.de/unternehmen/kurzportraet.

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