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Hausärzte wollen mehr Impfstoff

Impfen ist jetzt auch beim hausarzt möglichRegion. Ein möglichst zügiges Erreichen der sogenannten Herdenimmunität gegen das Coronavirus ist das Ziel der Politik. Überall in der Republik wurden Impfzentren aufgebaut, zusätzlich sollen jetzt Hausärzte flächig „Corona-Impfungen“ verabreichen. Doch es hakt und klemmt bei der Logistik und es fehlt an einer ausreichenden Menge von Impfdosen. „Hätten wir ausreichend Impfdosen, könnten wir bis zu 100 Menschen pro Tag impfen“, sagt der Allgemeinmediziner Dr. Hans-Dieter Grüninger (tätig in der Praxis Dr. Thielen, Rhens). „Leider haben wir in der vergangenen Woche aber lediglich 36 Impfdosen erhalten.“ Auch seine Bopparder Kollegin Dr. Ivonne Paetz würde gerne mehr Impfstoff zur Verfügung haben. „Eine Planung ist für uns leider unmöglich. Wir bekommen auch in dieser Woche wieder ein Paket mit Impfdosen, wissen aber nicht, wie viel drin sein wird“, sagt die Hausärztin.
Auch wegen der bestehenden Unsicherheit über die Qualität und die Ängste vor möglichen Nebenwirkungen hoffen viele Menschen darauf, dass sie von ihren Hausärzten beraten und geimpft werden. „Wir sind für viele Patienten Vertrauenspersonen. Deshalb wäre es wichtig, dass wir auch ausreichend Dosen zum Verimpfen zur Verfügung hätten“, so Dr. Grüninger, der sich ebenso wie Dr. Ivonne Paetz organisatorisch auf den zusätzlichen Aufwand vorbereitet hat. „Ich habe mir beispielsweise Mittwochnachmittag für Hausbesuche meiner immobilen meist älteren Patienten freigehalten“, so die Ärztin. „In meiner Praxis glühen die Telefonleitungen. Das Interesse an Beratungen und Impfterminen ist enorm.“
Die Hausärzte halten sich streng an die Priorisierungsgruppen – diese ist für Grüninger und Paetz natürlich eine Selbstverständlichkeit. Kopfschütteln haben die erfahrenen Mediziner allerdings für das mangelhafte Management auf Landesebene und dem enormen bürokratischen Aufwand, der für Hausärzte mit der Dokumentation, dem Abrechnen und dem eigentlichen Impfen verbunden ist. „Da muss sich schnellstens etwas verbessern“, fordern sie unisono. [za]

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