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Tierpfleger und ihre Tiere – eine besondere Beziehung

Neuwied. „Darf ich die auch mal streicheln?“ Kaum eine Frage wird Tierpflegern häufiger gestellt als diese. Dabei gehört Streicheln und Kuscheln gar nicht zum Job eines Tierpflegers.

„Zootiere sind, bis auf wenige Ausnahmen, Wildtiere. Und das sollen sie auch bleiben“, betont Jasmin Kuckenberg, die stellvertretende Zoodirektorin des Zoo Neuwied. „Wir möchten, dass unsere Tiere hier möglichst das gleiche Verhaltensrepertoire ausleben, wie ihre Verwandten im natürlichen Lebensraum. Daher ist es unsere Aufgabe, ihnen die dazu benötigten Rahmenbedingungen zu schaffen. Sie zu zähmen ist also genau das Gegenteil von dem, was wir erreichen möchten“, erläutert die Biologin.

Ganz ohne Tier-Mensch-Kontakt läuft die Arbeit aber doch nicht ab. „Zur Arbeit mit den Tieren gehören neben Füttern und Reinigungsarbeiten auch medizinische Versorgung zur Prophylaxe und im Krankheitsfall. Dazu ist der direkte Kontakt mit den Tieren manchmal notwendig, wenn beispielsweise ein Tier gewogen werden soll, ein Medikament verabreicht werden muss oder ein Transport ansteht, für den das Tier in eine Transportbox muss“, erklärt Kurator Max Birkendorf. 

Tierpfleger und ihre Tiere – eine besondere Beziehung„Wenn die Tiere so wenig an Menschen gewöhnt wären, dass sie sofort Reißaus nehmen, müssten sie zu solchen Zwecken jedes Mal aufwendig gefangen werden, was ihnen erheblichen Stress verursachen würde.“ Daher bemühen sich die Pfleger die Tiere, bei denen dies möglich ist, soweit an sich zu gewöhnen, dass diese den Kontakt zulassen. „Dazu muss sich erstmal ein Vertrauensverhältnis aufbauen, auf beiden Seiten“, macht Birkendorf deutlich. „Nicht nur das Tier muss darauf vertrauen können, dass ihm vom Pfleger keine Gefahr droht, auch der Mensch möchte ja nicht gebissen oder gekratzt werden.“

Wenn dieses Vertrauensverhältnis dann einmal aufgebaut ist, dann gehört, um es aufrechtzuerhalten, Streicheln manchmal doch zu den Aufgaben der Tierpfleger. Während die Tiere diesen Kontakt meist nur dulden statt ihn aktiv einzufordern, ist es bestimmt keine Überraschung, dass dies bei den meisten Tierpflegern der liebste Teil des Jobs ist – wenn auch nur ein sehr kleiner. 

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