Boppard. Die politischen Entscheidungen sind schon seit geraumer Zeit gefallen, die Finanzierung ist in „trockenen Tüchern“. Jetzt endlich beginnen die Arbeiten in der Bopparder Rheinallee. Bei einem Pressetermin fiel der Startschuss für die umfangreichen, dringend erforderlichen Sanierungsarbeiten der Rheinufermauer. Insgesamt 3,6 Millionen Euro zuzüglich Nebenkosten sind für die teilweise anspruchsvollen Arbeiten vorgesehen – 80 Prozent der Kosten werden durch Bundesmittel gefördert.
Schwierige Arbeiten
Pünktlich nach Ostern geht es jetzt zunächst ans Mauerwerk, bevor dann vermutlich noch im August auch mit der Neugestaltung der Rheinallee begonnen wird. Zuletzt hörte man in Boppard immer öfter Zweifel, ob denn alle Arbeiten mit Blick auf die Bundesgartenschau (Buga) 2029 fertig sein könnten. Mit dem Beginn der Sanierungsarbeiten an der Mauer und dem anvisierten Start der Baumaßnahmen in der Rheinallee wächst die Zuversicht, dass sich Boppard rechtzeitig zur Buga attraktiv präsentieren wird.
Die Arbeiten an der Rheinufermauer haben es in sich: Die innere Standsicherheit soll über Zementinjektionen gewährleistet werden. Für die äußere Standsicherheit, die ein Abkippen in Richtung Rhein verhindern soll, werden im Laufe der Arbeiten etwa 1.200 Rückverankerungen ins rückseitige Erdreich eingebracht, um die statische Sicherheit dauerhaft zu gewährleisten. Fundamente werden erneuert, das gesamte Mauerwerk inklusive der Treppenaufgänge wird mit aufwendigen Arbeiten zukunftsfit gemacht. Ein Großteil der Arbeiten am Ufer muss vom Rhein aus erfolgen. Deshalb wird auf dem Rhein eine Arbeitsplattform montiert.
Mehrere Bauabschnitte
Die Gesamtmaßnahme wird in mehreren Bauabschnitten umgesetzt. Los geht es jetzt auf einer Länge von etwa 330 Metern zwischen dem Fähranleger und dem Karmelitergebäude. Läuft alles wie geplant, soll dieser erste Bauabschnitt bis zum Jahresende erledigt sein.
Beim Pressetermin waren neben den Vertretern des Planungsbüros und des ausführenden Bauunternehmens, Vertretern der Stadtverwaltung auch der Erste Beigeordnete, Helmut Zindorf, und Ortsvorsteherin Alexa Bach vor Ort. Helmut Zindorf betonte, wie wichtig es den Verantwortlichen sei, dass die Belastungen für die Gastronomie und die Gewerbetreibenden möglichst gering blieben. Deshalb lobte er die Abstimmungen mit allen Beteiligten. Ortsvorsteherin Alexa Bach zeigte sich überzeugt von der Bedeutung der jetzt begonnenen Sanierungsarbeiten. „Mit der Sanierung der Rheinufermauer schaffen wir die Grundlage für ein attraktives Rheinpanorama in Boppard“, so Alexa Bach. Alle Verantwortlichen in Boppard verfolgen ein Ziel: Die Rheinallee – schon jetzt als Filetstück der Stadt bezeichnet – soll nach Mauersanierung und Neugestaltung eine Attraktion für Einheimische wie Touristen sein.
Fährbetrieb ruht weiter
Seit einem Schiffsunfall im März befindet sich die Rheinfähre in Zwangspause. Ein Tankschiff hatte den Fähranleger und die Ufermauer in diesem Bereich schwer beschädigt. Bürgermeister Jörg Haseneier hatte gegenüber dem RHA betont, wie wichtig es sei, dass die Fähre möglichst bald wieder ihren Betrieb aufnehmen könne. Doch die Sache gestaltet sich schwierig. Beim Schaden handelt es sich um einen Versicherungsfall, viele Fragen sind da noch nicht geklärt. Deshalb verzögert sich die notwendige Reparatur, auch wenn der Schaden im Bereich der jetzt begonnenen Sanierungsarbeiten an der Mauer ist. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis die Fähre wieder wie gewohnt die beiden Rheinseiten verbindet.




























