Start Regionales Waldbrandgefahr ist weiterhin groß

Waldbrandgefahr ist weiterhin groß

Region. Hitze und deutlich zu geringe Niederschlagsmengen haben unserem Wald zugesetzt. Doch nicht nur Schädlinge und Trockenstress bedrohen die Bäume: Hohe Temperaturen und ausbleibende ergiebige Regenfälle haben den Boden im dritten Jahr in Folge extrem austrocknen lassen und sorgen für eine ernste Waldbrandgefahr. Forstexperten und Umweltschützer machen sich deshalb Sorgen. Auch die Feuerwehren der Region sind angesichts der realen Gefahr von Flächenwaldbränden „alarmiert“.
FeuerwehrKreisfeuerwehrinspekteur Stefan Bohnenberger (re.) und Boppards Wehrleiter Peter Link (li.) machen im Gespräch mit dem RHA deutlich, dass unsere Wehren trotz aller Vorbereitungen für den Fall der Fälle beim Gedanken an einen großen Waldflächenbrand ein mulmiges Gefühl haben. „Zum Glück hatten wir lange keinen richtigen großen Waldbrand“, so Stefan Bohnenberger. „Unsere Wehren mussten zwar in den vergangenen zwei Wochen mehrmals täglich ausrücken, aber diese kleineren Brände konnten wir schnell löschen.“ Deutlich schwieriger war da schon der Einsatz in Nannhausen in der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen, aber auch dort konnten insgesamt 120 Feuerwehrleute Schlimmeres verhindern.
Bei den rund 125 Freiwilligen Feuerwehren im Kreis mit insgesamt 2.500 aktiven Feuerwehrkräften setzt man angesichts der in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Waldbrandgefahr auf gezielte Ausbildung und technische Verbesserungen. „Wir sind auf einem sehr guten Weg, auch wenn wir noch nicht am Ziel sind“, sagt der Kreisfeuerwehrinspekteur. Peter Link, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Boppard, hat im vergangenen Jahr beim Großeinsatz auf dem Grünschnittplatz Cäcilienhöhe erlebt, wie schwierig Einsätze in Waldnähe sind. Im Gespräch mit dem RHA macht der 51-Jährige gemeinsam mit Kreisfeuerwehrinspektor Stefan Bohnenberger deutlich, dass das Szenario eines Flächenbrandes im Wald noch einmal eine ganz andere Dimension hätte. Auch wenn die Hoffnung bei den Brandbekämpfungsprofis groß ist, dass unsere Region von einem großflächigen Waldbrand auch Dank der Vorsicht der Waldbesucher verschont bleibt, bereiten sich die Freiwilligen Feuerwehren auf den schlimmsten Fall vor. Technisch, personell und logistisch wäre das Löschen einen Flächenbrandes im Wald in jedem Fall eine große Herausforderung.
Peter Link, der derzeit auf insgesamt 190 aktive Feuerwehrkräfte zurückgreifen kann, weiß, dass ein großer Waldbrand nur mit vereinten Kräften bekämpft werden kann. „Da kommt es dann auf das Miteinander der Freiwilligen Feuerwehren der Region an“, so Link. Bricht ein Großfeuer aus, würde die Leitstelle unverzüglich größten Alarm ausrufen und Freiwillige Feuerwehren, Berufsfeuerwehr und Rettungskräfte zum Brandgeschehen schicken. „Wir haben bei uns in der Region Glück, dass wir ein gutes Netz an Wanderwegen haben“, so der Kreisfeuerwehrinspekteur. „Deshalb müssen in unseren Wäldern keine Brandschneisen gerodet werden.“

Aufwendige Wasserversorgung
Um ausreichend Löschwasser in den Wald zu bringen, ist einiges an logistischer Arbeit notwendig. Mit den kleineren Löschfahrzeugen können die Wehren problemlos über bestehende Wege bis nah an mögliche Brandstellen heranfahren. Darüber hinaus stehen Link Großtanklöschzüge in Buchholz (5.000 Liter) und Boppard (3.000 Liter) und benachbarten Verbandsgemeinden zur Verfügung, die im Fall eines Waldbrandes nah an den Einsatzort fahren könnten. Zusätzlich könnte ein 25.000-Liter Behälter an einem Abzweig von einer Straße aufgestellt werden, der ständig nachgefüllt wird. Über entsprechende Verbindungen könnte also ausreichend Wasser in den Wald gelangen, wo mit speziellen 25 Millimeterschläuchen und Schaumbeimischungen effizient der Brand bekämpft wird. Kreisfeuerwehrinspekteur Bohnenberger weist im Gespräch mit unserer Zeitung darauf hin, dass derzeit für die Freiwilligen Feuerwehren des Kreises weitere Großtanklöschzüge, Wechselladefahrzeuge und offene 25.000-Liter Faltbehälter angeschafft werden sollen. Ganz wertvoll sind auch die Waldbrandkoffer, von denen alleine Boppard bereits fünf Stück besitzt.

Löschflugzeuge sind wenig sinnvoll
Brennt es in unwegsamem schwierigem Gelände, werden Freiwillige Feuerwehren und die Berufsfeuerwehr Koblenz auch mit Löschwasser vom Polizeihubschrauber unterstützt. Den weitverbreiteten Vorstellungen, dass vielleicht die Anschaffung von Löschflugzeugen sinnvoll wäre, weil diese größeren Wassermengen transportieren könnten, wird von Experten eine Absage erteilt. In der regelmäßig tagenden länderübergreifenden Arbeitsgruppe „Nationaler Waldbrandschutz“ unter Vorsitz des Innenministeriums Mecklenburg-Vorpommern wurden auch intensiv Konzepte der Brandbekämpfung aus der Luft erörtert. Das Ergebnis: Experten sind sich einig, dass der Einsatz von Hubschraubern deutlich wirkungsvoller ist als der von Löschflugzeugen, die vor Ort keine Gelegenheit hätten um Wasser aufzunehmen. Hubschrauber hingegen können ganz in der Nähe von Bränden relativ schnell Wasser aufnehmen und deshalb wirkungsvoll die Löscharbeiten unterstützen. [za]

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