Start VG Hunsrück-Mittelrhein St. Goar/Oberwesel Vom “Tante-Emma-Laden” zum erfolgreichen Start-up-Unternehmen

Vom “Tante-Emma-Laden” zum erfolgreichen Start-up-Unternehmen

Mehr als ein Stadtladen – Kooperation vertraglich gefestigt

Boppard/St. Goar. Auf der Suche nach neuen Impulsen für die traditionsreiche Kleinstadt kamen die Stiftung Bethesda-St. Martin und St. Goarer Politiker aller Couleur im vergangenen Jahr schnell zusammen. Die Stiftung betreibt mit ihrer Werkstatt für behinderte Menschen, der Rheinwerkstatt, bereits seit über zehn Jahren einen kleinen Tante-Emma-Laden mit Lebensmitteln. Gemeinsam wagte man einen Neubeginn auf einer benachbarten großen Verkaufsfläche inmitten der Fußgängerzone, einem ehemaligen Supermarkt.

Stadtladen St. GoarSeitdem entwickelt sich die Tante Emma Idee zum erfolgreichen Start-up. Es war nie Idee es den im Umland befindlichen Discountern und ihrem Typus gleichzutun. Vielmehr sollte der neue Laden für alle zugänglich sein und ein entspanntes Kaufen und anschließenden Verweilen bieten. So sind beispielsweise alle Regale im Laden nur so hoch, dass man alles überschauen kann. Eine Sitzecke am Panoramafenster lädt nebst Kaffeeautomat zum Verweilen ein. Organisiert wird der Laden durch zwei Marktleiter, sodass die Öffnungszeiten so moderat sind, dass tägliches Einkaufen umfänglich möglich ist. Dies wäre jedoch ohne die gute Mitarbeit der Kollegen mit Beeinträchtigung gar nicht tragbar, deren Fähigkeit bei der Sortimentsbetreuung oder an der Kasse machen dies alles erst möglich.

Co-Marktleiterin Vera Kasper: „Unsere Kunden fühlen sich hier wohl, wir haben Zeit füreinander. Sollten Krankheiten oder altersbedingte Gründe einen Besuch nicht möglich machen, so kann man hier anrufen und wir bringen die Waren nach Hause. Insbesondere in der Hochphase der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 gab dies vielen Sicherheit. Die Leute wissen, wir sind für sie da.“ Die Stadt St. Goar unterstützt dieses umfängliche Projekt und zahlt für die kommenden fünf Jahre einen monatlichen Zuschuss von 950 Euro, welcher nunmehr auch vertraglich fixiert wurde. Dabei war es beiden Vertragspartner wichtig den Blick in die Zukunft gemeinsam zu diskutieren und Trends und Bedürfnisse der St. Goarer Bürger früh aufzugreifen.

Jedoch geht die Kooperation über den Lebensmarkt hinaus. Auf weiteren 200 Quadratmeter soll sich eine weitere Arbeitsgruppe der Rheinwerkstatt etablieren, sodass Menschen mit Beeinträchtigung allein das gemeinschaftliche Umfeld mit-genießen können, welches dieses kleine Start-up fördert und verbreitet. Kurt Nick, pädagogischer Werkstattleiter der Rheinwerkstatt: „Hinter diesem Projekt steckt eine soziale Strategie, die hoffentlich allen guttut und für die Zukunft noch viele interessante Anknüpfungspunkte bietet. St. Goar ist eine tolle Stadt und ich glaube fest, dass sie mit uns einen verlässlichen Partner gefunden hat.“  

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