Start Regionales Geht dem Rhein das Wasser aus?

Geht dem Rhein das Wasser aus?

Niedrigwasser macht immer häufiger der Schifffahrt zu schaffen:

Mittelrhein. Die Menschen am Mittelrhein haben schon so manche Hochwasserereignisse überstanden. Von schlimmen Überflutungen mit verheerenden Schäden wie an Weihnachten 1993 und mehrfach in den 1980er Jahren ist die Region aber in jüngster Vergangenheit verschont geblieben. Weit häufiger als Hochwasser gibt es dafür am Mittelrhein Niedrigwasser. Extrem niedrige Pegelstände sorgen Jahr für Jahr nicht nur dafür, dass am Rhein breite Strände entstehen und sich Touristen wie Einheimischen besondere Fotomotive bieten. Vor allem für die Schifffahrt wird Niedrigwasser zunehmend zu einem Problem.

Niedrigwasser am RheinZurzeit ist alles im grünen Bereich. Zu Wochenbeginn bewegte sich der Pegel in Kaub bei 1,50 Meter, in Boppard betrug er rund 1,80 Meter. Doch sollte es nur ein paar Tage lang hochsommerlich heiß und trocken werden, dürfte der Rheinpegel wieder relativ rasch fallen. Frachtschiffe könnten dann wieder weniger laden, um nicht auf Grund zu laufen. Die Navigationskunst der Kapitäne ist dann gefragt, vor allem aber sind hohe wirtschaftliche Ausfälle die Folge.

Zufall oder nicht?
Sind häufige niedrige Pegelstände Zufall oder das Ergebnis von Klimaerwärmung? Wissenschaftler halten sich mit finalen Aussagen zurück und beteiligen sich nicht an Spekulationen. Gleichwohl haben die Experten der in Koblenz ansässigen Bundesanstalt für Gewässerkunde Beobachtungen gemacht, die zumindest den Laien beunruhigen können. Tatsache ist demnach, dass der Schmelz­wasseranteil des Rheins abnimmt. Im Sommer 2003 lag er in Kaub immerhin bei rund 20 Prozent. Nach der Serie von sehr warmen Sommern und dem rasanten Abschmelzen der Gletscher in der Schweiz sowie geringen Schneemengen im Rheineinzugsgebiet hat die Schmelzwassermenge immer mehr abgenommen. In langen regenarmen Phasen mit großer Hitze geht dem Rhein jetzt buchstäblich das Wasser aus.

2018 hat es den Rhein hart getroffen, das Rekord-Niedrigwasser sorgte für erhebliche wirtschaftliche Schäden entlang des bedeutenden „Transportweges“ Rhein. Im vergangenen Jahr profitierte der Rhein im Frühjahr von einem vergleichsweise schneereichen Winter in den Alpen und ausgiebigen Regenfällen „zur rechten Zeit“. Extremes Niedrigwasser blieb deshalb aus. Doch Gletscherschmelze, geringere Schneemengen in den Alpen und Hitze- und Dürrephasen addieren sich immer häufiger zu einem Mix, der für niedrige Pegel am Rhein sorgt. Auch wenn es wissenschaftlich noch nicht untermauert ist: Wenn Klimawandel mit Temperaturanstieg nicht zu stoppen sind, droht auch der Schifffahrt auf dem Rhein eine sehr problematische Zukunft.

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