Start Regionales Hurra: Wir machen langsam auf

Hurra: Wir machen langsam auf

Einzelhändler freuen sich auf die WiedereröffnungRegion. Die Leidenszeit vieler Geschäftsleute und Gastronomen nähert sich ihrem Ende zu. Nach monatelangen Zwangsschließungen und bestenfalls eingeschränkten Kundenkontakten mit  Terminshopping deutet alles darauf hin, dass im Verlauf dieser Woche der Einzelhandel wieder öffnen kann.

Bleibt die Zahl der Coronainfektionen im Kreis weiter unter dem Inzidenzwert 100, würde die Bundesnotbremse außer Kraft gesetzt und in unserer Region könnten auf Basis der Corona-Verordnung des Landes am Freitag die Geschäfte wieder öffnen. Für den gesamten Handel gelten dann sehr großzügige Regeln wie beispielsweise für die Lebensmittelmärkte.

Hoffnung auch für die Hotel- und Gaststättenbranche: Nach mehr als einem halben JahrVorbereitungen zur Wiedereröffnung Zwangspause darf die Außengastronomie öffnen, außerdem wird die Vermietung von Ferienwohnungen und die Übernachtung in Wohnmobilen mit eigenen sanitären Anlagen möglich sein. Nach weiteren Öffnungsstufen zum Pfingstwochenende ab Freitag, 21. Mai, und zu Fronleichnam ab 2. Juni soll wieder weitgehende Normalität eingekehrt sein. Natürlich werden die mittlerweile eingeübten Abstands- und Hygieneregeln weiter beachtet werden müssen, aber dies ist vermutlich für alle ein „kleines Übel“.

Experten gehen davon aus, dass die sogenannte „3. Infektionswelle“ erfolgreich gebrochen worden ist. Die Bundesnotbremse hat Wirkung gezeigt, zudem sorgen das mittlerweile hohe Impftempo, das vernünftige Verhalten der großen Mehrheit der Menschen und vermutlich auch der Beginn der wärmeren Jahreszeit dafür, dass die Verbreitung des Coronavirus derzeit unter Kontrolle scheint.

Das Warten hat ein Ende

Im benachbarten Rhein-Lahn-Kreis konnte man bereits am vergangenen WochenendeLatte Macchiato erleben, wie gut es sich anfühlt, wenn endlich wieder ein Hauch von „Normalität“ herrscht. Die meisten Geschäfte hatten geöffnet, in den Innenstädten konnte man zudem entspannt in den Außenbereichen der Gastronomie eine Latte macciato genießen oder auch ein gezapftes Bier trinken. Besonders hoch im Kurs stand bei vielen Gästen bei sommerlichen Temperaturen auch ein Aperol Spritz. Zwar musste man in den Lokalen einen aktuellen negativen Coronatest nachweisen oder alternativ dokumentieren können, dass man bereits zweimal gegen das Coronavirus geimpft ist – aber diesen kleinen Aufwand nahmen die Gäste überall gerne in Kauf. Auch auf dem Campingplatz Beach Club Fachbach, dessen Chef Oliver Schupp seit Wochen für die Branche eintritt und bundesweit mit Aktionen für Aufmerksamkeit gesorgt hat, trafen sich Wohnmobilisten fast wie gewohnt am Lahnufer.

So wie es derzeit aussieht, endet die Zeit des Shutdowns im Laufe dieser Woche auch im Rhein-Hunsrück-Kreis.  Grund: Seit Donnerstag vergangener Woche liegt die 7-Tage-Inzidenz unter dem „magischen“ Wert 100. Bleibt er fünf Werktage in Folge unter diesem Wert (Sonn- und Feiertage zählen nicht), dann tritt am übernächsten (dem siebten) Werktag die Bundesnotbremse außer Kraft. Stand heute könnte am Freitag dieser Woche der Handel wie in den Nachbarkreisen auch öffnen. Die dann zuständige Landesregierung in Mainz hat angekündigt, dass von da an stufenweise weiter geöffnet wird, spätestens zu Fronleichnam ab Mittwoch, 2. Juni, können vielleicht auch Hotels wieder Gäste empfangen.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Vernunft siegt und alle beim Einkaufen, beim Besuch der Lokale und bei Kultur- und Sport stets die Gefährlichkeit des Virus im Blick behalten. Das Tragen von Masken, ein hohes Maß an Hygiene und das Einhalten von Abstand wird weiterhin unverzichtbar sein.

Wird all dies bei gleichzeitig hoher Impfbereitschaft beherzigt, könnte auch ein heißersehnter Sommerurlaub möglich werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn jedenfalls nährt die Hoffnung: „Innerhalb der EU wird das Reisen voraussichtlich nicht von der Impfung abhängig sein. Auch mit den Testungen wird man sich europaweit gut bewegen können“, sagte Spahn. Er rät allerdings vor großen Fernreisen ab und empfiehlt eher Urlaub in Deutschland – die heimische Hotel- und Gastronomiebranche wird’s freuen.

Stimmung und Zuversicht jedenfalls steigen angesichts der jüngsten Entwicklung spürbar. Und die Voraussetzungen, dass sich Deutschland von der schwersten Krise in der Nachkriegsgeschichte erholt, stehen nicht schlecht. Dank einer im internationalen Vergleich sehr niedrigen Arbeitslosenzahl, erstaunlich wenigen Firmenpleiten und guter Exportprognosen könnte die Konjunktur recht schnell auf Touren kommen. Und da das Geldvermögen der Deutschen während der Coronakrise auf unglaubliche 5,9 Billionen Euro angewachsen ist, muss jetzt nur noch die Konsumlust wiederkommen. Der heimische Handel und alle Betriebe der Region setzen darauf.

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