Start Regionales Coronavirus setzt dem Einzelhandel zu

Coronavirus setzt dem Einzelhandel zu

Fussgängerzone Boppard lRegion. Mit der Senkung der Mehrwertsteuer wollte die Bundesregierung den Konsum mitten in der Coronakrise ankurbeln. Doch der Einzelhandel hat davon bisher kaum etwas gespürt. Der Umsatz ist bundesweit leicht rückläufig, der Handelsverband gibt sich angesichts der aktuellen Situation wenig optimistisch und schließt nicht aus, dass es während der Pandemie zu Geschäftsschließungen kommt. Zwar mussten die Geschäftsleute beim derzeitigen November-Lockdown nicht schließen, aber zusätzlich zu einer spürbaren gedämpften Shopping-Laune haben Kunden aller Generationen den Online-Einkauf für sich entdeckt.
Dass die Kundenströme in Städten abgenommen haben, ist unübersehbar. In Koblenz, Mainz, Trier, Köln und Frankfurt findet man derzeit problemlos Parkplätze. Und in den Fußgängerzonen ist es deutlich leerer als vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Eine große „Store-Kette“ hat einen fast 70-prozentigen Rückgang an Kundenbesuchen in ihren Geschäften festgestellt.

Jahresergebnis verhagelt
Auch in den Einkaufsstädten Boppard und Emmelshausen spüren die Geschäftsleute die negativen Auswirkungen des Coronavirus.
Nicole Weißer, Vorsitzender der Bopparder Werbegemeinschaft, ist davon überzeugt, dass das Jahresergebnis bei vielen deutlich schlechter als gewohnt ausfallen wird. „Nach dem Lockdown im Frühjahr hatten Handel und Gastronomie in Boppard einen recht guten Sommer mit guten Umsätzen. Mit Beginn des November-Lockdowns hat die Frequenz in Boppard deutlich nachgelassen“, so Nicole Weißer. „Einige meiner Kunden haben im Frühjahr erstmals etwas online bestellt haben. Ich bin aber zuversichtlich, dass Handel und online-Plattformen durchaus nebeneinander bestehen können“, so Weißer. Die Chefin des Modehauses Stammer ist davon überzeugt, dass sich in kleineren Einkaufsstädten wie Boppard die besondere Nähe zu Kunden, die persönliche Beratung und die Qualität der Waren auszahlen werden. Und welche Hoffnungen setzten die Bopparder Geschäftsleute auf das Weihnachtsgeschäft? „Das Weihnachtsgeschäft spielt für uns in Boppard eher eine untergeordnete Rolle“, so Nicole Weißer. Es sieht also ganz danach aus, als könnte die Bopparder Geschäftswelt die Coronakrise überleben.

Emmelshausen setzt auf Zusammenarbeit
Auch in Emmelshausen setzt der Einzelhandel auf seine gewachsenen Beziehungen zu seiner Kundschaft. Sascha Thönges, Vorsitzender des Heimat- und Gewerbeverein Emmelshausen, ist davon überzeugt, dass die Betriebe ausreichend Kraft und Ideen haben, um die Coronakrise zu meistern. „Die Stimmung ist natürlich alles andere gut. Dennoch sind viele von uns noch optimistisch und setzen darauf, dass man irgendwie die Kurve kriegt“, so Thönges. „Ärgerlich ist, dass Betriebe, die alle Corona-Vorgaben schnell und konsequent umsetzt haben, trotzdem schließen mussten“, denkt Thönges auch an die Branchen, die vom November-Lockdown betroffen sind. Bei der Bewältigung der Coronakrise hält Sascha Thönges eine Zusammenarbeit über die Grenzen Emmelshausens hinaus für sinnvoll. „Die Werbegemeinschaften sollten nicht nur auf sich alleine schauen, sondern überregional, beispielsweise kreisweit, mehr zusammenarbeiten. Bis jetzt denken wir alle oft noch zu klein“, sagt Thönges.

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