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Jugendrat und JBS St. Michael baten die Landtagskandidaten zum Gespräch

Boppard. Der Jugendrat der Stadt Boppard und die Jugendbegegnungsstätte (JBS) St. Michael luden sechs Direktkandidaten für den rheinland-pfälzischen Landtag zum kinder- und jugendpolitischen Gespräch ein. Aufgrund der Corona-Verordnungen fand die Diskussion mithilfe von webex statt, was dank der Techniker der Stadthalle Boppard ermöglicht wurde.

Mit dabei waren Tobias Eiserloh (Freie Wähler), Ruth Greb (SPD), Thorsten Hachmer (FDP), Ralf Kauer (Bündnis 90/Die Grünen), Tobias Vogt (CDU) und Melanie Wery-Sims (Die Linke).

Jugendrat und JBS St. Michael baten die Landtagskandidaten zum GesprächSchwerpunkte der Diskussion waren die Bildungspolitik und jugendspezifische Fragen aus dem Wahl-O-Mat der Landeszentrale für politische Bildung. Beim Thema Schule ging es um die Nachteile, die Schülern durch die Corona-Pandemie entstehen, die Digitalisierung der Schulen, die Ausstattung von Lehrern und Schülern zu Hause sowie um geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Wahl der weiterführenden Schulen. Durch den Begriff der „Einheitsschule“ gewann die Diskussion an Fahrt. Besonders Thorsten Hachmer wendete sich gegen die Idee, dass es eine Schule für alle Schüler geben solle. Dem widersprach Ralf Kauer von den Grünen. 

Eine weitere wichtige Frage betraf die Absenkung des Wahlalters. Dieses wird von den Grünen, der Linken, der SPD, der FDP und Tobias Eiserloh befürwortet, während die CDU dies ablehnt und eine Absenkung im Landtag verhinderte.

Alle Kandidaten sind für den Ausbau der Radwege, aber ob dieser in den Städten auf Kosten von Fahrspuren für Autos gehen soll, blieb strittig. 

Jugendrat und JBS St. Michael baten die Landtagskandidaten zum GesprächAuch die Frage nach dem Ersatz des Religionsunterrichts durch Ethikunterricht führte zu einem Dissens. Während Melanie Wery-Sims sich klar für den Ersatz positionierte, forderte Ruth Greb die Einführung auch eines islamischen und möglicherweise jüdischen Religionsunterrichts. Für Tobias Eiserloh ist dies eine Frage, die sich mit Blick auf die Gottesdienstbesucher-Zahlen bald nicht mehr stellen würde. Für Thorsten Hachmer ist es wichtig, dass die Schüler eine Wahlfreiheit zwischen Ethik- und Religionsunterricht haben. Tobias Vogt ist der Religionsunterricht wichtig, damit Kinder und Jugendliche mit der Religion in Kontakt kommen und sich dann entscheiden können. Für Ralf Kauer müsste der Ethikunterricht die verschiedenen Religionen behandeln. 

Die Mehrheit der Kandidaten spricht sich für ein Zentralabitur aus, das jedoch auf schulspezifische Aspekte Rücksicht nimmt. 

Jugendrat und JBS St. Michael baten die Landtagskandidaten zum GesprächAuf die Frage nach dem Wichtigsten, das die Politiker im Landtag umsetzen möchten, antworte Tobias Vogt, dass er sich für die Menschen im ländlichen Raum einsetzten und diesen stärken will. Für Ralf Kauer ist es zentral die Erde lebenswert zu erhalten und Thorsten Hachmer will das „Aufstiegsversprechen“ einlösen, damit jeder eine Chance hat. Ruth Greb will eine starke Stimme für die Menschen ihres Wahlkreises sein und Tobias Eiserloh will das Leben für die Menschen unkomplizierter machen, in dem Dinge zeitnah umgesetzt werden. Für Melanie Wery-Sims sind die Friedenspolitik und die Chancengleichheit ihre wichtigsten politischen Anliegen.

Nach zwei Stunden beendeten die Jugendratsvorsitzende Sophie Maser und der Leiter der JBS, Hermann Schmitt, diese interessante Diskussionsrunde, die von 54 Menschen live geschaut und später von 428 Personen aufgerufen wurde.

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