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Holzfeld: Der Ortsvorsteher informiert

Johannes Link, Ortsvorsteher HolzfeldHolzfeld. Liebe Holzfelder! Ich hoffe ihr hattet ein ruhiges, erholsames Osterfest und konntet trotz den Beschränkungen das tolle Wetter für euch nutzen. Durch das Fernsehen und das Internet war es den gläubigen Mitmenschen hoffentlich auch möglich, die heiligen Messen an den Feiertagen mitzuverfolgen.

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei unseren Vereinen, die, unter Berücksichtigung der Auflagen, ihre Aufgaben für unser Gemeinwohl weiterhin verfolgen. Die „Fensterkonzerte“ des Musikvereins, die Gerätedienste der Feuerwehr oder die (Verwaltungs)-Arbeiten aller Vereine tragen ihren Teil dazu bei, dass Holzfeld nicht lahmgelegt ist. Allen Helfern der Nachbarschaftshilfe möchte ich das Lob und den Dank vieler Dorfbewohner für ihr Engagement weitergeben. Es ist bezeichnend für unsere Gemeinschaft, dass die gegenseitige Hilfe bisher auch ohne offizielle Koordination funktioniert hat. Gleichwohl stehen sowohl Holzfelder „Urgesteine“ als auch Neubürger weiterhin bereit, wenn Hilfe benötigt wird.

Durch die Beschlüsse der Bundes- und Landesregierung sind der Ortsbeirat (OBR) und ich in unseren Arbeiten weiter eingeschränkt. Nichtsdestotrotz konnten wird in den vergangenen Wochen, auch ohne direkten Kontakt, einiges abarbeiten, anstoßen oder auf den Weg bringen.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) gleicht allmählich einer unendlichen Geschichte. Nach verschiedenen Vorkommnissen, vielen E-Mails und Telefonaten fand vergangenen Monat, am 12. März, ein Ortstermin mit der Kreisverwaltung, dem Ordnungsamt, dem Verkehrsverbund, der Betreiberfirma und mir statt. Klar festzuhalten ist, dass wir alle das gleiche Ziel haben: Einen sicheren, pünktlichen und gut ausgebauten Linienverkehr. Dazu haben wir uns alle Aufgaben mitgenommen, die nach und nach abgearbeitet wurden beziehungsweise werden.

Durch Corona und die damit verbunden Maßnahmen hat sich jedoch die Ausgangssituation geändert und die Fahrpläne von und nach Holzfeld wurden stark eingeschränkt. Da die Betreiberfirma die Linien in Holzfeld eigenwirtschaftlich betreibt, könnte dies zu weiteren Problemen für die Zukunft führen. Seitens des OBRs und mir sind wir auf eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen angewiesen. Wenn wir weiterhin so gut miteinander arbeiten, hoffe ich doch bald auf einen reibungslosen Linienbetrieb in Holzfeld.

Die Dorfchronik ist in der finalen Phase. Das Team um Werner Stoffel hat in den vergangenen Wochen noch einmal viel Zeit investiert und die Informationen aus den Gemeindeunterlagen gesichtet und verarbeitet. Einige Daten müssen noch durch Einsicht ins Landesarchiv beziehungsweise können eventuell von Dorfbewohnern belegt werden. Genaueres hätten wir gerne mit interessierten Bürgern bei einem Info-Abend abgesprochen. Um trotz Kontaktverbot an die noch fehlenden Informationen zu kommen, überlegen wir uns aktuell Alternativen und werden uns separat noch einmal an das Dorf wenden.

Die Renovierungsarbeiten am Ortsvorsteher-Büro und die Nacharbeiten der Gemeindehausrenovierung sind größtenteils abgeschlossen. Die Nutzer werden über Besonderheiten via Aushang informiert. Die Sprechstunde des Ortsvorstehers kann somit nach der Corona-Pandemie aufgenommen werden. Zu gegebener Zeit folgen hierzu weitere Informationen.

Für die Straßensanierung im Dorf haben OBR und ich nach einer Ortsbegehung im Dezember eine ‚Prioritätenliste‘ erstellt und der Stadtverwaltung übergeben. Diese hat die Stellen mit dem größten Bedarf gekennzeichnet und bereits mit den Planungen für die Ausbesserung begonnen. Im Haushalt sind seit einigen Jahren finanzielle Mittel für die Oberflächensanierung in Holzfeld bereitgestellt. In den vergangenen beiden Jahren wurden dadurch einzelne Straßen in Stand gesetzt. Aufgrund der vielen einzelnen Schäden im Dorf, haben wir uns mit der Stadtverwaltung abgestimmt, dass diese vorrangig vor ganzen Straßenbereichen behoben werden sollen. Die Schäden an den Wirtschaftswegen wurden ebenso gemeldet.

In den vergangenen Jahren haben sich immer wieder Mitbürger, auch in OBR Sitzungen, beschwert, dass im Dorf das Geschwindigkeitslimit oft missachtet wird. Im Zuge der oben genannten Ortsbegehung bezüglich des ÖPNV und dem Schutz der Schul- und Kindergartenkindern wurde dies auch nochmal thematisiert. Das Ordnungsamt hat daraufhin Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Künftig sollen diese in unregelmäßigen Abständen, zu unterschiedlichen Zeiten und an wechselnden Orten vorgenommen werden. Die Ordnungsbehörde erhofft sich durch diese Präsenz, dass künftig wieder achtsamer durch die Ortschaft gefahren wird und keine Bußgelder verhängt werden müssen.

Weiter wurde die Zeit genutzt um zurückgestellte und neue Themen abzuarbeiten bzw. vorzubereiten, damit diese nach der Lockerung des Kontaktverbotes zügig umgesetzt werden können. 

Zuständigkeit des Ortsvorstehers – hier: Kontrolle des Kontaktverbots
In den vergangenen Wochen erhielt ich des Öfteren Anrufe, bei denen Mitbürger mich aufgefordert haben, bei ihren Nachbarn in privaten Bereichen das Kontaktverbot durchzusetzen.

Ich möchte noch einmal deutlich machen, dass ich dazu keine Befugnis habe. Als Ortsvorsteher habe ich auch nicht das Recht Menschen im freien Raum zu disziplinieren, wenn sie sich nicht an den Beschluss der Bundes- und Landesregierungen vom 22. März halten.

Für die öffentlichen Gebäude und Plätze der Stadt Boppard hat der Bürgermeister das Hausrecht. Dieses kann er in seinem Sinne weiterdelegieren. Die mir übertragenen Gebäude und Plätze wurden bereits vor dem Beschluss der Bundes- und Landesregierung für die öffentliche Nutzung gesperrt. Nur befugtes Personal darf zurzeit unter Berücksichtigung strenger Auflagen diese Einrichtungen betreten. Hier dürfte ich, bei Missachtung, einschreiten.

Persönlich habe ich das Gefühl, dass der „Kontaktverbots-Beschluss“ auch unterschiedlich interpretiert wird. Jeder Bürger hat selbst die Möglichkeit andere Menschen auf ein eventuelles Fehlverhalten hinzuweisen, dafür benötigt man keine dritte Person (also den Ortsvorsteher) als Sprachrohr. Sind diese Hinweise erfolglos obliegt die „Gefahrenabwehr der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ dem Ordnungsamt beziehungsweise der Polizei – nicht dem Ortsvorsteher.

Ich bitte um Verständnis und Beachtung.

Johannes Link, Ortsvorsteher Holzfeld

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