Start Regionales Boppard Drei Tage für den Patienten Wald

Drei Tage für den Patienten Wald

Boppard. Bei den Deutschen Waldtagen vom vergangenen Freitag bis zum Sonntag wurde von den Forstämtern mit Aktionen die enorme Bedeutung des Ökosystems Wald für unser Leben und Überleben deutlich gemacht. Die Veranstaltungen für alle Generationen überall in den Revieren zeigten in erschreckender Weise auch, wie schlecht es um den Wald bestellt ist. Nach drei Jahren mit enormen Regendefiziten, Hitzeperioden, und Stürmen sind die Bäume dermaßen geschwächt, dass Schädlinge und Krankheiten ein Waldsterben bedrohlichen Ausmaßes ausgelöst haben. 

Boppards Forstamtsleiter Axel Henke hatte in der Vergangenheit schon mehrfach gegenüber dem RHA deutlich gemacht, wie schlecht es um die Gesundheit des heimischen Waldes bestellt ist. Auch die Leiterin des Forstamtes Koblenz, Carmen Barth, sagt ungeschönt, wie dramatisch die Situation ist. „Nach den Fichten sind jetzt auch die Laubbäume extrem bedroht. Ich fürchte, dass die Hälfte des Buchenbestands dieses Jahr nicht überleben“, so Barth. Aber auch den Eichen geht es sehr, sehr schlecht.“

Barth erörterte einer Wandergruppe des Koblenzer CDU-Bundestagsabgeordneten Josef Oster auf dem Koblenzer Rittersturz Fakten zur Bedeutung des Waldes als unverzichtbarer CO2-Speicher. Die rund 40 Wanderer erfuhren von Carmen Barth auch, welche enormen Anstrengungen die Förster unternehmen, um den Wald als Wirtschaftsraum, als Freizeit- und Erholungsgebiet für uns Menschen und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu retten. Der angesichts des Klimawandels dringend notwendige Umbau des Waldes und die aufwendigen Rodungs- und Neuanpflanzungsarbeiten fordern die Forstexperten extrem. „Wir benötigen noch deutlich mehr Unterstützung durch die Politik“, appellierte Carmen Barth in Richtung des Bundestagsabgeordneten Josef Oster. 

Oster überreichte der Koblenzer Forstamtsleiterin drei Eichen-Setzlinge, die er tags zuvor in Berlin am Ende einer Woche der Nachhaltigkeit von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für seinen Wahlkreis erhalten hatte. Carmen Barth und Josef Oster pflanzten die drei kleinen Eichen unweit des Rittersturzes ein. „Ich hoffe, dass sie sich hier in meinem Wahlkreis wohlfühlen und zu stattlichen Bäumen heranwachsen“, so Oster.

Bei der Wanderung durch das Revier des Fortsamtes Koblenz bis Rhens war überall der schlechte Zustand des Waldes zu sehen. Auch der Rhenser Bürgermeister, Raimund Bogler, machte hoch über dem Rhein deutlich, wie das Waldsterben die Landschaft des Mittelrheintals verändert. Der Gedanke, dass bei der Bundesgartenschau 2029 große Hangflächen des Mittelrheintals nicht mehr bewaldet sein könnten, sorgte bei der Gruppe für sorgenvolle Gesichter. Bogler stellte die großen Anstrengungen vor, die man in Rhens unternimmt, um dem entgegenzusteuern. Mit dem Anpflanzen von robusten Baumarten und dem klimagerechten Verjüngen des Waldes stellen sich auch hier die Förster und die Kommunalpolitik der enormen Herausforderungen durch den Klimawandel. [za]

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