Start Politik + Wirtschaft Zukunftsfähige Landwirtschaft braucht eine radikale Wende in der Agrarpolitik

Zukunftsfähige Landwirtschaft braucht eine radikale Wende in der Agrarpolitik

„Eure Agrarpolitik ist ein einziger Scherbenhaufen“: Zukunftsfähige Landwirtschaft braucht eine radikale Wende in der Agrarpolitik

Scherbenhaufen Agrarpolitik

Die Agrarpolitik von Julia Klöckner ist ein Scherbenhaufen. Das Bündnis Meine Landwirtschaft demonstriert dies vor dem Versammlungsort der Tagung der EU-Agrarminister mit einem Haufen Scherben.

Koblenz. Aus Protest gegen die fehlgeleitete EU-Agrarpolitik kippten Demonstranten heute einen gewaltigen Scherbenhaufen vor die Tore des EU-Agrargipfels. Während Julia Klöckner mit ihren EU-Amtskollegen in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle über die Zukunft der Landwirtschaft diskutierte, drückte das „Wir haben es satt!“-Bündnis seine Ablehnung zur bauernfeindlichen und industriehörigen Agrarpolitik aus: 1500 Weinflaschen zerbrachen bei der Aktion – ein Sinnbild für die kaputte gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP). Höfesterben, Tierfabriken, Umweltprobleme – die Politik schaut sich die Krisen in der Landwirtschaft seit Jahren tatenlos an und sorgt mit fehlgeleiteten Subventionen sogar noch für ihre Verschärfung. Eine radikale Wende in der Agrarpolitik – hin zu mehr bäuerlicher und ökologischer Politik – ist unumgänglich.

Saskia Richartz, Sprecherin des „Wir haben es satt!“-Bündnisses, sagte: “Julia Klöckner und ihre Kolleg*innen haben einen Scherbenhaufen in der Agrarpolitik angerichtet. Sie klammern sich an ein System, das Steuergelder im großen Stil an Superreiche, Tierfabriken und Agrarsteppen verteilt. Mit ein bisschen Nachjustieren ist es nicht getan.”

Christian Rehmer, Leiter für Agrarpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), sagte: „Ministerin Klöckner kann sich jetzt nur noch mit grundsätzlich neuen Ansätzen für mehr Umwelt-, Klima- und Tierschutz retten. Wenn sie jetzt nicht liefert, lässt sie die Bäuerinnen und Bauern komplett bei den notwendigen Umstrukturierungen allein.“

Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), sagte: „Wir müssen das Höfesterben stoppen. Die Agrarpolitik muss sicherstellen, dass artgerechte Tierhaltung und Klimaschutz deutlich gefördert werden. Die Agrar-Subventionen müssen den Umbau der Landwirtschaft in Europa sozial und umweltgerecht gestalten. Die versammelten Minister*innen dürfen die notwendigen Veränderungen jetzt nicht auf Kosten der nächsten Generationen verschleppen.“

Schon am Sonntag demonstrierten zum Auftakt des EU-Agrargipfels mehr als 1000 Menschen in Koblenz unter dem Motto: „Agrarwende anpacken – Steuergeld nur noch für zukunftsfähige Landwirtschaft!“ Im „Wir haben es satt!“-Bündnis sind Bauern, konventionell wie bio, mit Organisationen aus dem Rest der Gesellschaft zusammengeschlossen. Gemeinsam setzt sich das Bündnis für eine Landwirtschaft ein, in der die Tiere artgerecht gehalten werden, Umwelt und Klima geschützt wird und die Bauern faire Preise für ihre Produkte erhalten. Weitere Infos: www.wir-haben-es-satt.de.

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