Oberwesel. Der strah­lend blaue Himmel stand im extre­men Kontrast zur beklem­men­den Geschichte des Ortes. „Wenn hier nicht so vie­le Menschen gestor­ben wären, wäre das ein klas­se Ort, um in der Sonne zu chil­len“, bemerk­te Andreea aus der 9c. Und dann wur­de sie gleich wie­der sach­lich: „Es ist schon krass hier, vor allem die Befestigungsanlage unter der Erde zeigt, wie beängs­ti­gend die Zustände im Krieg gewe­sen sein müssen.“

Zusammen mit ihren Lehrern Sabine Epstein, Alexander Krapf, Jörg May und Dirk Zorbach besuch­ten die Klassen 8b und 9c der Realschule plus Oberwesel die Gedenkstätten rund um das Fort Douaumont bei Verdun in Nordfrankreich. Vor 110 Jahren tob­te hier eine der blu­tigs­ten Schlachten des Ersten Weltkriegs.

MRSO - Gedenkstätte zur Schlacht von Verdun

In unse­rer Zeit, in der Krieg lei­der vie­ler­orts wie­der hoch­ak­tu­ell ist, erscheint das Erinnern an die Folgen des sinn­lo­sen Stellungskriegs damals wich­ti­ger denn je. Nur der­je­ni­ge, der die Vergangenheit kennt, und Ursachen, Abläufe und Folgen eines Krieges ein­schät­zen kann, kann sei­ne Zukunft ver­ant­wor­tungs­voll mit­ge­stal­ten. Umso wich­ti­ger war die­se Fahrt für die Jugendlichen, die erst durch die groß­zü­gi­ge finan­zi­el­le Unterstützung des Förderkreises Oberwesel mög­lich gemacht wurde.

„Mir hat die­ser Besuch gezeigt, dass es not­wen­dig ist, mit den Schülern nicht nur über die Themen zu reden, son­dern wirk­lich an die Orte zu gehen. Auf die­sem Friedhof zwi­schen den tau­sen­den Kreuzen zu ste­hen, das macht etwas mit jedem von uns“, sag­te Alexander Krapf, der zu Beginn des Schulhalbjahres als Lehramtsanwärter sei­ne Ausbildung an der MRSO begon­nen hat, beeindruckt.