Der Vorsprung der CDU schmilzt

RLP WahlumfrageRegion. Der Countdown läuft, der Termin der Landtagswahl am 22. März rückt immer näher. Die orga­ni­sa­to­ri­schen Vorbereitungen sind wei­test­ge­hend abge­schlos­sen, die Parteien und deren Kandidaten sind längst mit­ten­drin im Wahlkampf. Kein Wunder, dass sich die ambi­tio­nier­ten Politiker land­auf, land­ab bei Karnevalsveranstaltungen zei­gen, denn bei einem aus­schließ­li­chen „Sprintwahlkampf“ ab Aschermittwoch (18. Februar) könn­te man ent­schei­dend abge­hängt werden.

Die Frage, die aktu­ell noch kein Meinungsumfrageinstitut beant­wor­ten kann: Wird am 22. März die CDU zur stärks­ten Fraktion gewählt und kann sie dann mit einem Koalitionspartner eine künf­ti­ge Regierung mit einem CDU-Ministerpräsidenten anfüh­ren? Seitdem im April 1991 der Sozialdemokrat Rudolf Scharping damals sen­sa­tio­nell in der „schwar­zen Hochburg“ Rheinland-Pfalz Ministerpräsident wur­de, stellt die SPD bis zum heu­ti­gen Tag unun­ter­bro­chen den Regierungschef. Nach Scharping, Kurt Beck und Malu Dreyer ist aktu­ell Alexander Schweitzer Ministerpräsident. Diese 35 Jahre lan­ge „SPD-Ära“ will CDU-Mann Gordon Schnieder am 22. März been­den. Ob es klappt, wird sich zei­gen. Noch vor Monaten lag die CDU in Umfragen deut­lich vor der SPD, doch die­ser Vorsprung schmilzt. Nach jüngs­ten Umfragen beträgt er nur noch drei Prozent. Nicht aus­ge­schlos­sen ist des­halb, dass nach der Landtagswahl eine rot-schwar­ze Koalition oder sogar eine rot-rot-grü­ne Koalition die Geschicke des Landes übernimmt.

Eingeübte Praxis
Der Landeswahlausschuss hat am 14. Januar zwölf der ein­ge­reich­ten 16 Landeslisten zur Landtagswahl in öffent­li­cher Sitzung zuge­las­sen. Landeswahlleiter Marco Ludwig hat außer­dem offi­zi­ell mit­ge­teilt, dass die Zulassung der Bewerberinnen und Bewerber und die der Landeslisten erfolgt sei. Das war zugleich Voraussetzung dafür, dass die Stimmzettel und Briefwahlunterlagen gedruckt wer­den konn­ten. In der Stadtverwaltung Boppard läuft für die Landtagswahl und die zeit­glei­che Wahl des Ortsvorstehers in Udenhausen ent­spre­chend alles nach Plan: Das Briefwahlbüro öff­net am 18. Februar im Alten Rathaus in Boppard für den Publikumsverkehr. Ab 19. Februar wer­den die Wahlbenachrichtigungen inklu­si­ve der Anträge auf Briefwahl ver­sen­det. Die Öffnungszeiten, wäh­rend der Wahlberechtigte ihre Briefwahl direkt vor Ort erle­di­gen kön­nen, sind auf der Homepage der Stadtverwaltung nachlesbar.

Zwölf Parteien
Ein Dutzend Parteien sind mit ihren Landeslisten zur Landtagswahl zuge­las­sen: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD); 2. Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU); 3. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE); 4. Alternative für Deutschland (AfD); 5. Freie Demokratische Partei (FDP); 6. FREIE WÄHLER Rheinland-Pfalz (FREIE WÄHLER); 7. Die Linke (Die Linke); 8. PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei); 9. VOLT Deutschland (VOLT); 10. Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP); 11. Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit (BSW); 12. Partei der Humanisten.

Kandidaten der Region
Zunächst mal: Das Wahlsystem bei der Landtagswahl ist deut­lich ein­fa­cher als das bei Kommunalwahlen, bei dem der Wähler durch Panaschieren und Kumulieren deut­lich die Listenvorschläge ver­än­dern kann. Die bevor­ste­hen­de Wahl ist deut­lich weni­ger zeitintensiv.
Der rhein­land-pfäl­zi­sche Landtag besteht aus 101 Abgeordneten – 52 direkt gewähl­ten Abgeordneten in den Wahlkreisen und 49 über die jewei­li­gen Landeslisten. Mit der Wahlkreisstimme wählt man den gewünsch­ten Direktkandidaten. In den Landtag gewählt ist die Person, die im Wahlkreis die meis­ten Stimmen erhal­ten hat.

Die für die Vergabe aller Mandate ent­schei­den­de Stimme ist die Landesstimme. Die Mandatsverteilung für die Parteien errech­net sich nach dem Landesstimmenverhältnis. Hat eine Partei Direktmandate erzielt, wer­den die­se auf die erziel­ten Mandate ange­rech­net. Direktkandidaten, die ihren Wahlkreis nicht gewin­nen, müs­sen hof­fen, dass sie über einen aus­rei­chend guten Listenplatz doch noch den Sprung ins Landesparlament schaffen.

Gute Chancen
Nach aktu­el­len Umfragen kann die CDU mit 33 Sitzen im künf­ti­gen Landtag rech­nen. Der hei­mi­sche Abgeordnete Tobias Vogt hat gute Chancen, dass er den Wahlkreis gewinnt. Doch soll­te er dies nicht schaf­fen, könn­te sein Listenplatz 20 aus­rei­chen, dass er den Einzug in das Mainzer Parlament erneut schafft. Auch ein jun­ger Bopparder tritt als Direktkandidat an: Dominik Loch (Grüne) gilt aller­dings als kras­ser Außenseiter. Sein Listenplatz 30 ist eben­falls wenig aus­sichts­reich. Für die ÖDP bewirbt sich der Oberweseler Ulf Kowal um das Direktmandat.