Boppard. In guter Tradition ver­an­stal­te­ten der Jugendrat der Stadt Boppard und die JugendBegegnungsStätte (JBS) St. Michael ein kin­der- und jugend­po­li­ti­sches Gespräch mit den Kandidaten im Rhein-Hunsrück-Kreis für den Landtag, der am 22. März neu gewählt wird. Die AfD reagier­te nicht auf die Einladung.

An dem Gespräch nah­men die bei­den Landtagsabgeordneten Ruth Greb (SPD) und Tobias Vogt (CDU) sowie die Direktkandidaten Tarek Chehadé (BSW), Thorsten Garske (freie Wähler), Fynn Stefan Klein (FDP), Ulf Kowal (ÖDP) und Dominik Loch (Bündnis 90/Die Grünen) teil. Alexandra Erikson (Die Linke), die nicht teil­neh­men konn­te, wur­de von Oliver Gipp ver­tre­ten. Moderiert wur­de das Gespräch von der Jugendratsvorsitzenden Jolie Spaniol und dem Leiter der JBS St. Michael, Hermann Schmitt. 

Kinder- und jugendpolitisches Gespräch - Landtagswahl KandidatenNach einer Vorstellungsrunde zur eige­nen Person, der Motivation für den Landtag zu kan­di­die­ren, und der poli­ti­schen Kernthemen kamen die Fragen des Publikums an die Reihe. Leider blieb die Diskussion sei­tens des Publikums wie der Kandidaten nicht auf lan­des­po­li­ti­sche Themen und Möglichkeiten beschränkt. So spiel­te auch die Bundespolitik eine wich­ti­ge Rolle. Die Frage nach dem Klima- und Umweltschutz beschäf­tigt die jun­ge Generation, denn die­se und fol­gen­de wer­den das heu­ti­ge Zuwenig-Handeln aus­ba­den müs­sen. So muss der Klimaschutz für die Linken sozi­al­ver­träg­lich, das heißt für die Menschen bezahl­bar sein. Die Grünen wol­len Deutschland wei­ter als Vorreiter sehen, wäh­rend die Freien Wähler den deut­schen Klimaschutz an das Weltniveau anpas­sen möch­ten und die FDP den CO₂-Zertifikate-Handel als markt­wirt­schaft­li­ches und damit wir­kungs­vol­les Instrument sieht. Die Frage, wie denn die Kandidaten Femizide, also das Töten einer Frau, weil sie eine Frau ist, in Deutschland ver­hin­dern wol­len, über­rasch­te. Einzig im lin­ken Wahlprogramm fin­det sich ein Passus hier­zu. Einig war man sich, dass es mehr Schutzräume für von Gewalt bedroh­te Frauen geben müs­se. Rheinland-Pfalz erfüllt hier noch nicht die Anforderungen der Istanbul-Konvention, die auch von der Bundesrepublik unter­schrie­ben wur­de. Frau Greb setz­te sich für einen eige­nen Straftatbestand Femizid ein, wäh­rend ande­re Kandidaten dar­auf ver­wie­sen, dass es schon die Straftatbestände Totschlag und Mord gebe und hier eine Differenzierung schwie­rig sei. Auch das Thema Wehrpflicht beschäf­tig­te die jun­gen Menschen. Einzig Herr Vogt von der CDU tritt für eine all­ge­mei­ne Dienstpflicht ein. Herr Chehadé vom BSW und Herr Gipp von den Linken leh­nen eine Wehrpflicht gene­rell ab. Herr Garske von den Freien Wählern plä­dier­te für ein Berufsheer, um aus einer Position der Stärke ver­han­deln zu kön­nen. Herr Kowal von der ÖDP ist unsi­cher, ob eine Wehrpflicht hilf­reich ist, die Bundeswehr mit moti­vier­ten jun­gen Menschen aus­zu­stat­ten. Frau Greb ist per­sön­lich gegen eine Wehrpflicht, aber wer zur Bundeswehr gehen wol­le, sol­le dies auch tun. Herr Klein von der FDP sieht bei einer gene­rel­len Wehrpflicht, das Problem der Motivation der jun­gen Menschen, die dann zwangs­wei­se zur Bundeswehr müss­ten. Herr Loch von den Grünen sieht dies ähn­lich und for­dert, dass die Bundeswehr für jun­ge Menschen attrak­ti­ver wer­den müs­se, etwa bei der Besoldung.

Mit einer kur­zen Erklärung der Kandidaten zur Frage, war­um denn die Wähler gera­de sie und ihre Partei wäh­len soll­ten, ende­te das kin­der- und jugend­po­li­ti­sche Gespräch eine hal­be Stunde spä­ter als geplant. Die Kandidaten blie­ben den­noch noch zum form­lo­sen Gespräch, zu dem der Jugendrat Getränke, Hot Dogs und Knabbereien reichte.

Interessierte kön­nen das Gespräch auf dem Youtube-Kanal der Stadt Boppard unter www​.you​tube​.com nachschauen.