Pflanzaktion mit Fokus auf Zukunftswald

Boppard. Bei früh­lings­haf­tem Wetter fand am Samstag, 21. März, im Bopparder Kinder- und Hochzeitswald die Baumpflanzaktion statt. Die tra­di­ti­ons­rei­che Veranstaltung erfreu­te sich erneut gro­ßer Beliebtheit: Insgesamt nah­men 66 Hochzeitspaare aus Boppard, die im ver­gan­ge­nen Jahr den Bund fürs Leben geschlos­sen haben, sowie 43 Mädchen und 40 Jungen, die im sel­ben Zeitraum gebo­ren wur­den, teil. Insgesamt hat­ten sich 114 Personen für die Aktion angemeldet.

Kinder- und Hochzeitswald BoppardDie Pflanzaktion wird jähr­lich in enger Zusammenarbeit zwi­schen der Stadt Boppard und dem ört­li­chen Forstamt orga­ni­siert. Treffpunkt war in die­sem Jahr erneut die Umgebung des Vierseenblicks, von wo aus sich die Teilnehmer mit Boppards Bürgermeister Jörg Haseneier sowie Revierleiter Johannes Nass, Forstamtsleiter Axel Henke und den Forstwirten Robert Weinand und Thomas Schimmelpfennig auf den Weg zum Kinder- und Hochzeitswald mach­ten. Der Bürgermeister begrüß­te die Paare und Familien und zeig­te sich erfreut über das anhal­tend gro­ße Interesse an der Veranstaltung.

Das Forstamt und die Stadt Boppard, zweit­größ­ter kom­mu­na­ler Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz, ver­fol­gen mit der Aktion das Ziel, eine per­sön­li­che Verbindung zwi­schen den Bürgern und ihrem Stadtwald zu schaf­fen. Gleichzeitig soll das Bewusstsein für den Schutz und die nach­hal­ti­ge Entwicklung der Wälder gestärkt wer­den – im Sinne heu­ti­ger und zukünf­ti­ger Generationen.

Im Mittelpunkt der Pflanzung stand die Zitterpappel (Populus tremu­la), auch bekannt als Espe oder Aspe. Diese hei­mi­sche Baumart aus der Familie der Weidengewächse ist in ganz Europa ver­brei­tet und zeich­net sich durch ihre cha­rak­te­ris­ti­schen, rund- bis herz­för­mi­gen Blätter aus. Aufgrund ihrer abge­flach­ten Blattstiele gera­ten die­se bereits bei leich­tem Wind in Bewegung und erzeu­gen das typi­sche „Zittern“, das der Baumart ihren Namen gibt – bekannt auch aus dem Sprichwort „Zittern wie Espenlaub“.

Die Zitterpappel gilt als beson­ders anpas­sungs­fä­hig und wider­stands­fä­hig gegen­über den Herausforderungen des Klimawandels. Sie kommt gut mit Trockenheit zurecht, wächst auf nahe­zu allen Böden und ist äußerst frost­hart. Als soge­nann­te Pionierbaumart besie­delt sie schnell freie Flächen und trägt dazu bei, den Boden für wei­te­re Baumarten vor­zu­be­rei­ten. Obwohl ihr wirt­schaft­li­cher Nutzen im Forst begrenzt ist, besitzt sie einen hohen öko­lo­gi­schen Wert: Über 100 Insektenarten fin­den in ihr Lebensraum und Nahrung, wodurch sie einen wich­ti­gen Beitrag zur Biodiversität leis­tet. Die Wahl der Zitterpappel für den Kinder- und Hochzeitswald unter­streicht das Bestreben, auf kli­ma­fit­te und öko­lo­gisch wert­vol­le Baumarten zu set­zen, die die Artenvielfalt nach­hal­tig bereichern.

Kinder- und Hochzeitswald Boppard

Der Kinder- und Hochzeitswald liegt am Rhein-Burgen-Weg ober­halb des Vierseenblicks zwi­schen Engelseiche und Jakobsberger Hof. Als fes­te Einrichtung der Stadt sol­len sich die gepflanz­ten Bäume über vie­le Jahrzehnte hin­weg ent­wi­ckeln – gemein­sam mit den Familien und Paaren, die sie gepflanzt haben.

Die Baumpflanzaktion fand erneut rund um den Internationalen Tag des Waldes am 21. März statt, der 1971 von den Vereinten Nationen ins Leben geru­fen wur­de, um auf die Bedeutung der Wälder und die glo­ba­le Waldgefährdung auf­merk­sam zu machen.

Stadt und Forstamt Boppard laden dazu ein, sich auch über die Pflanzaktion hin­aus für den Wald ein­zu­set­zen – etwa durch die Nutzung zer­ti­fi­zier­ter Holzprodukte, die Reduzierung von Wegwerfartikeln aus Holz sowie akti­ven Klimaschutz, der lang­fris­tig auch dem Erhalt der Wälder zugutekommt.