Historischer Hansen-Becher von 1591 soll der Öffentlichkeit erhal­ten bleiben

St. Goar. Der inter­na­tio­na­le Hansenorden zu St. Goar am Rhein geht auf eine mit­tel­al­ter­li­che Kaufmannsgilde zurück, die bereits 1460 urkund­lich erwähnt wur­de. Zu ihrem Eigentum zähl­te ein 1591 gefer­tig­ter, sil­ber­ner und in Teilen ver­gol­de­ter Prunkbecher, der zu offi­zi­el­len Anlässen zum Einsatz kam. Er befin­det sich der­zeit im Besitz der Galerie Neuse Kunsthandel GmbH in Bremen und soll nach dem Willen des Hansenordens dank Spenden wie­der einer brei­ten Öffentlichkeit zugäng­lich gemacht werden.

Im Rahmen des inter­na­tio­na­len Hansenfests vom 31. Juli bis 1. August auf Burg Rheinfels kehrt der Hansen-Becher als Leihgabe an den Orden zurück und kann dort besich­tigt wer­den. Dazu fin­det auch ein kunst­his­to­ri­scher Vortrag statt. Gleichzeitig wirbt der Hansenorden um Unterstützung, die es ermög­li­chen soll, das his­to­risch bedeut­sa­me Trinkgefäß dau­er­haft wie­der an den Mittelrhein zurück­zu­brin­gen und dort auszustellen.

Hansen-Becher von 1591Das Gefäß mit ver­gol­de­tem Fuß und Lippenrand wird von drei Löwenfiguren getra­gen. Der Becherkörper ist voll­stän­dig mit 43 ein­gra­vier­ten Wappen ver­ziert, unter denen sich die Wappen der Landgrafen von Hessen und der Stadt St. Goar befin­den. Insgesamt gilt das sil­ber­ne Trinkgeschirr als wich­ti­ges Zeugnis der deut­schen Goldschmiedekunst aus der Zeit des aus­ge­hen­den 16. Jahrhunderts, der Blütezeit des Zunft- und Ordenswesens der deut­schen Städte. Gleichzeitig ver­deut­licht es Brauchtum und Sitten die­ser Zeit. Daraus resul­tiert sei­ne hohe kunst­ge­schicht­li­che und regio­nal­ge­schicht­li­che Bedeutung für den Hansenorden und die Stadt St. Goar. Der Silberbecher wur­de bereits 2004 in der Ausstellung „Die Loreley“ im Mittelrhein-Museum in Koblenz der Öffentlichkeit präsentiert.