Mittelrhein. Die Linke Mittelrhein kri­ti­siert die neu­en Eintrittspreise des Thermalfreibades in Boppard scharf und for­dert den Stadtrat auf, den Beschluss umge­hend zurückzunehmen. 

Noch kurz vor Saisonbeginn gal­ten für das Freibad Vergünstigungen: Ehrenamtlich enga­gier­te Menschen mit Ehrenamtskarte hat­ten frei­en Eintritt, Familien konn­ten ver­güns­tig­te Familien- und Mehrfachkarten nut­zen und damit zumin­dest etwas ent­las­tet wer­den. Jetzt wur­de all das gestrichen. 

Künftig zah­len alle Menschen ab neun Jahren pau­schal vier Euro Eintritt – auch Familien und Menschen mit ganz gerin­gem Einkommen und klei­nen Renten. Kostenlosen Eintritt erhal­ten dage­gen wei­ter­hin Touristinnen und Touristen mit Gästekarte. Für ‚Die Linke‘ ist das ein fata­les Signal: Während die eige­ne Bevölkerung immer stär­ker belas­tet wird, blei­ben Privilegien für Gäste bestehen. 

Besonders empö­rend sei dabei die poli­ti­sche Begründung. Bürgermeister Jörg Haseneier hat­te durch die finan­zi­el­le Rettung des Heilig-Geist-Krankenhauses öffent­lich erklärt, dass nun vie­les teu­rer wer­de und „ihr das alle mer­ken wer­det“. Für ‚Die Linke‘ ist die­se Aussage Ausdruck einer Politik, die sozia­le Belastungen nach unten wei­ter­gibt und den Menschen gleich­zei­tig ver­mit­telt, sie sei­en selbst schuld an den Kürzungen und Preissteigerungen. 

Die Linke warnt davor, dass sozia­le Ungleichheit inzwi­schen auch in klei­nen Städten wie Boppard immer deut­li­cher sicht­bar wird. Solche Preisgestaltungen för­dern nicht den gesell­schaft­li­chen Zusammenhalt, son­dern wür­den die sozia­le Spaltung noch vertiefen. 

Besonders hart trifft die Entscheidung Familien mit meh­re­ren Kindern und Alleinerziehende. Wer heu­te schon jeden Euro umdre­hen müs­se, wer­de fak­tisch vom gesell­schaft­li­chen Leben aus­ge­schlos­sen. Auch Geflüchtete und ande­re Menschen unter­halb der Armutsgrenze wür­den durch die neu­en Preise zusätz­lich ausgegrenzt. 

Die Basisgruppe Mittelrhein schlägt des­halb ein soli­da­ri­sches Gegenmodell vor: einen ein­heit­li­chen Eintrittspreis von 1,50 Euro für alle Menschen – unab­hän­gig von Alter, Herkunft oder Einkommen. Ein nied­ri­ger Preis für alle wür­de nicht nur sozia­le Teilhabe sichern, son­dern auch die Besucherzahlen erhö­hen und lang­fris­tig sta­bi­le Einnahmen ermöglichen. 

Bereits die kos­ten­lo­se Saisoneröffnung im ver­gan­ge­nen Jahr habe gezeigt, wel­ches Potenzial dar­in steckt: Rund 600 Besucher nutz­ten damals das Angebot. Für ‚Die Linke‘ ist klar: Ein vol­les Freibad stärkt Gemeinschaft und Zusammenhalt mehr als eine Politik des sozia­len Aussiebens.