Region. Es sind sicher keine leichten Zeiten für die FDP. Im vergangenen Jahr der verpasste Einzug in den Deutschen Bundestag, vor Kurzem nun das Aus im rheinland-pfälzischen Landtag und damit verbunden das Ausscheiden aus der Landesregierung. Das hat auch Auswirkungen auf die Arbeit vor Ort. Bei einer Klausurtagung in Buch hat die FDP Rhein-Hunsrück über die aktuelle Lage, aber vor allem auch über die künftige Arbeit und die Zukunft der Liberalen beraten.
„Etwas mehr als zwei Prozent bei der Landtagswahl und damit das schlechteste Ergebnis, das die FDP jemals erreicht hat in der Region, daran gibt es nichts zu beschönigen. Unsere Partei hat hier einen großen Vertrauensverlust erlitten, dem wir uns stellen müssen“, räumte die FDP-Kreisvorsitzende Carina Konrad (Bickenbach) auf der Tagung unumwunden ein. Angesichts eines solchen Ergebnisses sei eine „gnadenlose Bestandsaufnahme“ wichtig, machte sie deutlich.
Doch genauso deutlich betonte die FDP-Kreisvorsitzende auch: „Wir dürfen jetzt aber nicht in Tränen und Trübsal verharren, sondern wir müssen schauen, wie wir uns unter diesen veränderten Bedingungen weiter für liberale Ideen engagieren und für die Menschen am Rhein und im Hunsrück einbringen.“ Und da erkannte sie Hoffnungsschimmer. „Wir sind im Rhein-Hunsrück-Kreis nach wie vor kommunal stark verankert und vertreten. Unser Fundament mit Fraktionen im Kreistag und in Verbandsgemeinderäten, aber auch mit einigen Bürgermeistern bleibt. Und darauf können wir aufbauen“, gab sich Carina Konrad überzeugt.
Und mit diesem Neuaufbau wollen die Liberalen rasch beginnen. Das wurde in dem Buch deutlich. Denn: „Wir haben hier eigentlich keine Zeit zum Verschnaufen, sondern wir müssen etwas tun“, machte Andreas Christ (Buch) bei der Klausurtagung klar. Er ist Mitglied des FDP-Landesvorstandes und moderierte in Buch die Klausurtagung der Rhein-Hunsrücker Liberalen.
Dabei sind es verschiedene Bereiche, in denen sich die FDP neu aufstellen will. Dazu gehört die Struktur der Partei mit derzeit vier Ortsverbänden, die überdacht werden soll. „Wichtig ist, dass wir die Menschen vor Ort erreichen, und mit ihnen ins Gespräch kommen. Da müssen wir schauen, welche Strukturen hier für uns sinnvoll und hilfreich sind“, erläuterte die FDP-Kreisvorsitzende. Und auch der Kreisvorstand will seine Arbeit neu strukturieren. Die Tätigkeiten sollen hier vorrangig auf mehrere Schultern verteilt werden.
Über all diese Fragen, aber auch über die aktuelle Situation der Liberalen wurde auf der Klausurtagung sehr offen und durchaus kontrovers diskutiert, es wurden erste Ideen entwickelt, aber auch die Situation im Bundes- und im Landesverband in den Blick genommen, wo demnächst ebenfalls Neuwahlen zu den Vorständen anstehen und Weichen für die Zukunft der Liberalen gestellt werden.
„Ich finde, diese Klausurtagung nach der Landtagswahl war ein guter Auftakt für die Fortführung unserer Parteiarbeit“, zeigte sich Andreas Christ zufrieden. Doch klar war allen auch, dass auf diese Tagung weitere Besprechungen folgen müssen, dann auch über Inhalte und programmatische Fragen. „Hier haben wir bereits in den vergangenen Monaten viel erarbeitet und auf Kreisparteitagen beschlossen, darauf können wir gut aufbauen, da gibt es eine Basis“, unterstrich dazu Fynn Stefan Klein (Simmern), der stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Liberalen Rheinland-Pfalz und FDP-Direktkandidat bei der vergangenen Landtagswahl. „Es ist wichtig, dass wir deutlich machen, mit welchen Themen wir für die FDP in die Öffentlichkeit gehen, nicht zuletzt auch im Blick auf die für uns so wichtige Kommunalwahl in drei Jahren“, so Andreas Christ.
Und die FDP-Kreisvorsitzende warf den Blick schon nach vorn. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass nun ohne Bundestags- und Landtagsabgeordnete unsere Arbeit anders wird. Aber Jammern hilft hier nichts, wir wollen und werden das Beste daraus machen“, betonte Carina Konrad nachdrücklich.



























