Region. Rheinland-Pfalz ist eine Top-Adresse für Campingliebhaber aus dem In- und Ausland. Auf den rund 270 offiziellen Plätzen wird alles geboten, was die Herzen der Outdoor-Enthusiasten höher schlagen lässt. Am Rhein, der Mosel und der Lahn sowie in den Mittelgebirgen Hunsrück, Taunus, Eifel und Westerwald findet man zahlreiche Luxus-Stellplätze für Wohnmobile, Flächen für Zelte in Toplagen, einfache „Natur-Camping-Anlagen“ und Jugendzeltplätze. Im Campingwirtschaftsverband Rheinland-Pfalz und Saarland, dem etwa die Hälfte aller Platzbetreiber angehören, setzt man auf eine erfolgreiche Saison 2026. Das ambitionierte Ziel von drei Millionen Übernachtungen soll auch in diesem Jahr wieder geknackt werden.
Wetter muss mitspielen
Optimistisch sind die Campingplatzbetreiber vor einigen Wochen in die Saison gestartet. Inflationsängste, sehr hohe Spritpreise und zunehmende Sorgen um Arbeitsplätze konnten die Lust am Campen nicht wesentlich nehmen. Nachdem während der Wintermonate viele Plätze teilweise aufwendig modernisiert und noch attraktiver gemacht worden waren, schien einer glänzenden Saison nichts mehr im Weg zu stehen. Doch dann sorgte eine Schlechtwetterperiode mit Regen und kühlen Temperaturen für gedrückte Stimmungslagen. Spontane Gäste blieben aus, außerdem registrierten die Platzbetreiber viele Stornierungen. Tiefpunkt war da das verregnete „lange Wochenende“ Mitte Mai, von Christi Himmelfahrt an.
Ziel: 3‑Millionen-Marke
Top hingegen die langen Wochenenden von Fronleichnam (Vatertag) an und zuletzt das Pfingstwochenende. Hier waren praktisch alle Campingplätze pickepacke voll. Die erste Hitzewelle des Jahres mit Temperaturen über 30 Grad hat Campingplatzbetreiber und Gastronomen mit Außenbewirtschaftung jubeln lassen. Sollten in den kommenden Wochen und Monaten größere Schlechtwetterphasen ausbleiben und Rheinland-Pfalz von folgenschweren Unwetterereignissen verschont bleiben, dann dürfte sich die Hoffnung des Camping-Verbandes, dass erneut die Marke von drei Millionen Übernachtungen geknackt wird, erfüllen.
Moderater Preisanstieg
Natürlich ist Campingurlaub längst kein billiges Vergnügen. Wohnmobilreisende sind überwiegend auch bereit, für Stellplätze auf Anlagen mit großen Komfortangeboten etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Sieht man jedoch von den Anschaffungskosten ab, ist ein Camping im Vergleich zu Urlauben in Hotels und Ferienwohnungen immer noch vergleichsweise günstig. Vor allem „echte Camper“, die mit Zelt unterwegs sind, können immer noch zu sehr moderaten Preisen übernachten.
Im Vergleich mit dem Preisniveau in anderen Bundesländern liegen die rheinland-pfälzischen Campingplätze im Mittelfeld. Nach ADAC-Angaben muss eine Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind in der Hochsaison durchschnittlich 40 Euro pro Nacht bezahlen. Deutlich günstiger ist das Zelten auf einfachen – meist in herrlicher Natur gelegenen – Anlagen. Auffallend auch, dass Camping in der Eifel durchschnittlich besonders günstig ist. Und: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise fast überall angehoben worden – meist zwischen fünf und zehn Prozent.
Stillstand können sich vor allem die Campingparks mit hohem Niveau nicht leisten, die Touristen erwarten Komfort. WLAN, separate Wasser- und Stromanschlüsse, Ladestationen für E‑Fahrzeuge aller Art, Swimming-Pool, Gastronomie, Spiel- und Sportanlagen und immer öfter auch Tiny-Häuser als Übernachtungsalternative machen ständige Investitionen erforderlich. Einige Campingplätze im Mittelrheintal sind da schon jetzt herausragend aufgestellt und auch mit Blick auf die Bundesgartenschau 2029 mit Sicherheit Top-Übernachtungsadressen.




























