Boppard. Seit der Erbauung 1954 ist die Bopparder Sesselbahn, die vom unte­ren Mühltal zum Aussichtspunkt Gedeonseck bezie­hungs­wei­se Vierseenblick führt, eine Attraktion. Seit dem 1. Januar hat die Bahn einen neu­en Besitzer: Heinz Krautkrämer hat sie an das Unternehmen Eberhardt Bewehrungsbau GmbH ver­kauft. „Wir beab­sich­ti­gen, mit dem Betrieb der Bahn nach Abschluss von Wartungsarbeiten im April zu star­ten“, sagt der zustän­di­ge Mitarbeiter des Unternehmens Eberhardt, Alexander Nassel, im Gespräch mit dem RHA. Eine gute Nachricht für Stadt und Region.

Sesselbahn-BoppardDie Firmengruppe Eberhardt mit Sitz im baden-würt­tem­ber­gi­schen Riedlingen hat zahl­rei­che spek­ta­ku­lä­re Bauwerke wie den „Thyssenkrupp Testturm“ bei Rottweil rea­li­siert. Sie erbau­te und betreibt auch meh­re­re Besucherhängebrücken. Nachdem Mitarbeiter der Firma dabei beob­ach­tet wor­den waren, wie sie das Gelände hoch über Boppard genau in Augenschein nah­men, ver­brei­te­ten sich schnell Gerüchte vom unmit­tel­bar bevor­ste­hen­den Bau einer Hängebrücke über das Ewigbachtal.

Kommt die Hängebrücke? 
Im Bopparder Rathaus hält man sich bis­her mit Informationen zum Thema Hängebrücke zurück. Bürgermeister Jörg Haseneier hat um Verständnis dafür gebe­ten, dass die Möglichkeiten zur Rettung des Krankenhauses bei ihm ver­ständ­li­cher­wei­se vor­erst Priorität genie­ßen wür­den. „Sobald es etwas Konkretes gibt, wer­de ich dies natür­lich öffent­lich mit­tei­len“, sag­te er auf Nachfrage des RHA.

Noch kei­ne Planung 
Das Unternehmen Eberhardt stellt im Gespräch mit unse­rer Zeitung fest, dass es noch kei­ne kon­kre­te Planung für den Bau einer Besucherhängebrücke in Boppard gebe. Roland Haag, der Projektleiter für Hängebrücken: „Wir prü­fen ledig­lich in Vorplanungen, ob ein Bau grund­sätz­lich mög­lich wäre“, sagt der Experte. „Dabei gibt es sehr viel zu berück­sich­ti­gen: Neben der Standortwahl in einer sen­si­blen Welterbe-Region müs­sen auch alle Aspekte des Umwelt- und Naturschutzes in Vorprüfungen ein­be­zo­gen wer­den“, beschreibt Roland Haag den kom­ple­xen Prüfungsprozess. „Erst wenn dies alles erle­digt ist, wer­den wir in einem nächs­ten Schritt dem Stadtrat und natür­lich auch der Öffentlichkeit Planungen prä­sen­tie­ren“, nennt der Projektleiter den wei­te­ren Verlauf. „Über die Köpfe der Öffentlichkeit hin­weg wird nichts pas­sie­ren“, betont der Profi für Hängebrücken.

Kein Beschluss
Derzeit gibt es fol­ge­rich­tig noch kei­nen Beschluss der Stadt für den Bau einer Brücke. Erst wenn die­ser auf Basis kon­kre­ter Planungen erfol­gen soll­te, wür­de ein Bebauungsplanverfahren begin­nen. „Dieses dau­ert in der Regel acht bis zwölf Monate“, sagen Alexander Nassel und Roland Haag im Gespräch.