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Schulpolitik ist ein Trauerspiel

HomeschoolingRegion. Homeschooling ist während der Coronakrise bei vielen Schülern, Eltern und Lehrern zu einem geläufigen „neudeutschen“ Begriff geworden. Noch unschöner als das Wortgebilde ist das, was dahintersteht. Denn anders als es die Kultuspolitik immer und immer wieder erklärt, scheitert Homeschooling an den mangelhaften Rahmenbedingungen für den Fernunterricht. Lehrer, Schüler und Eltern versuchen kollektiv das Beste aus der misslichen Situation zu machen, doch die Versäumnisse der politisch Verantwortlichen kann niemand kompensieren.
Besonders ärgerlich: Viele genervte Eltern schieben den „schwarzen Peter“ den Lehrkräften zu, doch die wirklich Schuldigen sitzen im Ministerium.
Fakt ist: Längst nicht alle Schüler haben einen Laptop zur Verfügung. In vielen Familien – nicht nur in sozial schwächer gestellten – ist Homeschooling mit dem Hoch- und Runterladen von Unterrichtsmaterialien und Arbeitsaufgaben schlichtweg nicht möglich. Nicht nur wegen fehlender Laptops: Pünktlich zum Start der aktuellen Homeschooling-Phase „muckte“ auch die Moodle-App. In Haushalten mit mehreren schulpflichtigen Kindern stoßen die Eltern zusätzlich auch zeitlich bei der Unterstützung ihres Nachwuchses an die Grenzen.
Ein weiteres Problem: Längst nicht überall haben Kinder zuhause ausreichende und stabile Internetverbindungen, um die Aufgaben lösen zu können. Das betrifft auch die Lehrer, die ganz nebenbei auch überwiegend wie selbstverständlich aus eigenen Büros und mit eigener Hard- und Software arbeiten müssen. Kein Wunder, dass die Sehnsucht nach einer Rückkehr in den normalen Schulalltag bei allen groß ist.
Gut möglich, dass in Rheinland-Pfalz mit Mitteln aus dem Digitalpakt Schule bald ausreichend Laptops angeschafft sein werden. Gut möglich auch, dass dann die Pandemie dank Impfungen im Griff ist und Homeschooling Geschichte ist. Dann werden die Laptops irgendwo in den Schulen liegen und bald veraltet sein. Bis dahin sind unakzeptable Zumutungen für Eltern, Schüler und Lehrer wohl an der Tagesordnung. In vielen Schulen wartet man immer noch auf Lüftungssysteme, die die Ansteckungsgefahr im Präsenzunterricht verringern. Dafür hat man es aber geschafft, zum zweiten Mal den Lehrern wirkungslose FFP2-Masken zu schicken. Die Schulpolitik ist ein Trauerspiel. [za]

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