Mit nur einer Gegenstimme hat der Kreistag in Simmern beschlossen, dass der Rhein-Hunsrück-Kreis auch für die Jahre 2026 und 2027 jeweils höchstens 250.000 Euro für auflaufende Verluste des Bopparder Krankenhauses Heilig Geist übernimmt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch die Stadt Boppard und die Stiftung noch in diesem Jahr ebensolche Entscheidungen fällen, um damit die Zukunft des Krankenhauses zu sichern. Noch aber ist offen, ob sich das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GKM) als Träger damit zufrieden geben wird. Aus dem Kreis hieß es, der jüngste Beschluss sei ein abschließendes Angebot und Grundlage für Verhandlungen mit dem GKM.
Auch wenn nach der Abstimmung im Kreistag bei Kommunalpolitikern und den Mitarbeitern Zuversicht dominierte: Noch ist es zu früh für finalen Jubel. Denn der Kreis hat seine Zusage an konkrete Forderungen in Richtung GKM geknüpft, die durchaus noch das Potenzial zum Scheitern haben. Ein Knackpunkt: Das GKM soll sich zu einer ununterbrochenen Betriebs- und Trägergarantie bis 31. Dezember 2032 bereit erklären, während der Verlustausgleich durch den Kreis mit dem Termin 31. Dezember 2027 festgezurrt ist. Außerdem wird er keine Träger- und Gesellschafteranteile übernehmen – weder jetzt noch in Zukunft.
Aus Sicht der Hunsrücker Seite – Kreis, Stadt und Stiftung – ist das, was jetzt in Simmern beschlossen wurde, ein enormes Zeichen für den Erhalt des Bopparder Krankenhauses. Der Kreis unternimmt alles zur Rettung des Hauses, obwohl er keinen Sicherungsauftrag hat, da die medizinische Versorgung mit dem Krankenhaus in Simmern gewährleistet ist. Doch für eine künftige Regio-Klinik Boppard, wie sie der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch vorgeschlagen hat, ist man bereit, noch zwei weitere Jahre einen Teil der Verluste zu übernehmen.
Der Rhein-Hunsrück-Kreis will aber für sein großes Engagement Sicherheiten und Garantien. Neben der Betriebs- und Trägergarantie des GKM bis Ende 2032 machte er auch klar: Sollte das Gemeinschaftsklinikum vor Ende dieser Frist Boppard „aufgeben“, verlangt er die Rückerstattung aller Zahlungen. Gegen eine mögliche Insolvenz denkt man in Simmern daran, sich mit einer Bankbürgschaft oder der Einrichtung eines Treuhandkontos abzusichern.
Auch wenn die Hoffnung auf die Rettung des Bopparder Krankenhauses mit dem Kreistagsbeschluss und der sich abzeichnenden Unterstützung durch Stadt und Stiftung gewachsen ist, stehen noch vermutlich harte Verhandlungen mit den GKM-Gesellschaftern an. Sollte die erhoffte Rettung gelingen, wird es aber in jedem Fall eine teure Rettung sein.

