Start Aktuell Führen Lockerungen zur nächsten Schließung?

Führen Lockerungen zur nächsten Schließung?

Rheinland-Pfalz. Seit Montag gilt in Rheinland-Pfalz eine neue Corona-Bekämpfungsordnung, nach der einige Branchen wieder öffnen dürfen. Nach Wochen der Zwangsschließung atmen die Betreiber auf, auch der Großteil der Bevölkerung freut sich darüber, dass wieder ein Stück Normalität in den Alltag zurückkehrt. Doch bei aller Freude ist ein großes Maß an Skepsis angebracht.

Kommen die jetzt von der SPD-geführten Landesregierung auf den Weg gebrachten Lockerungen nicht zwei oder drei Wochen zu früh? Angesichts leicht steigender Infektionszahlen und der Zunahme der ansteckenderen Virusmutanten befürchten seriöse Virologen, dass eine sehr gefährliche dritte Welle auf uns zurollt. Die Folgen der derzeitigen Lockerungen könnten schon bald erneute Schließungen sein.

Führen Lockerungen zur nächsten Schließung?

Jetzt aber wurde erstmal gelockert, allen Warnungen zum Trotz. Das Klima dafür ist natürlich ideal, denn die betroffenen Gewerbetreibenden sehnten sich in ihrer wirtschaftlichen Not danach, endlich wieder Kunden zu bedienen. Auch der Bevölkerung fiel es zuletzt zunehmend schwer, die Einschränkungen zu akzeptieren. Ministerpräsidentin Malu Dreyer bedient mit den von ihr verkündeten und bereits angedeuteten weiteren Öffnungsschritten die Wünsche vieler Menschen rechtzeitig vor der Landtagswahl am 14. März. Da die Ministerpräsidentin die rheinland-pfälzische Öffnungs-„Strategie“ vor der Gesprächsrunde der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin lautgesprochen hat, sieht nicht nur der CDU-Vorsitzende Armin Laschet die SPD im „Corona-Wahlkampf“.

Die in Kraft getretenen Öffnungen sorgen aber nicht nur für Erleichterung bei Friseuren, Blumenläden & Co., sie machen zugleich andere Branchen, die noch nicht öffnen dürfen, mehr und mehr nervös. Die Rufe nach einem kompletten Shutdown-Ende werden lauter. Die Gefahr, dass die Lockerungen zur nächsten Schließung führen, scheint allerdings auch real zu sein.

Das Warten hat endlich ein Ende

Region. Aufatmen bei einigen Gewerbetreibenden. Seit Anfang der Woche dürfen sie wieder ihren Geschäften nachgehen – Kunden empfangen und bedienen. Endlich! Die gemeinsame Hoffnung ist, dass das Kapitel „Corona-Zwangsschließung“ beendet und die Zeit existenzieller Ängste und Nöte vorüber ist. Und all diejenigen, die noch nicht wieder öffnen dürfen, warten sehnlichst auf das grüne Licht durch die Politik.

Auch wenn die Kassen vieler Betriebe leer sind und Eigenkapital und Rücklagen aufgebraucht sind, raten Experten, nach dem Shutdown aktiv Zielgruppenwerbung zu betreiben. Neben Mailings an die Stammkunden und Social-Media-Kampagnen gewinnen auf regionaler Ebene vor allem Print-Produkte mit großer Reichweite an Bedeutung. Die Werbung kann freundlich und empathisch die Botschaft vermitteln, dass man sich auf die Rückkehr der Kunden freut und zugleich auf Angebote aufmerksam machen.

Doch wer hat eigentlich bereits wieder auf? Und was muss man als Kunde bedenken? Der RHA gibt einen Überblick:

Friseure: Schnipp-schnapp, Haare ab: Viele „Köpfe“ haben einen Haarschnitt bitter nötig. Wichtig: Terminvereinbarung notwendig, es gelten strenge Hygieneregeln, das Tragen von Masken ist für Personal und Kunden Pflicht. Erlaubt sind nur Dienstleistungen, die beim Tragen von Masken möglich sind. Verboten sind Bartpflege und kosmetische Dienstleistungen.

Einzelhandel: Geschäfte dürfen Einzeltermine für Kunden vergeben. Ein Muss: Kontakterfassung, Masken und Abstand. Werden mehrere Einzeltermine in Folge vergeben, ist ein Zeitraum von mindestens fünfzehn Minuten zwischen Ende und Anfang der jeweiligen Termine freizuhalten, um die notwendigen Hygiene- und Lüftungsmaßnahmen durchzuführen.

Blumenläden: Blumenläden können öffnen. Es gelten das Abstandsgebot, Maskenpflicht und Personenbegrenzung.

Gärtnereien, Gartenbaubetriebe und Gartenbaumärkte: Die Außenbereiche von Gärtnereien, Gartenbaubetrieben, Gartenbaumärkten dürfen öffnen. Ein Zugang über den Innenbereich ist nicht möglich. Der Verkauf ist auf das für den Gartenbau oder Pflanzenverkauf typische Angebot zu beschränken. Wichtig: Maskenpflicht, Personenbegrenzung und Abstand.

Fußpflege: Erlaubt sind Dienstleistungen, die medizinischen oder hygienischen Gründen dienen. Nicht zulässig ist beispielsweise das Nägellackieren.

Zoologische Gärten und Tierparks: Die Außenbereiche von zoologischen Gärten und Tierparks sind wieder geöffnet. Vorbuchen ist notwendig, außerdem gelten Maskenpflicht, Abstandsregeln und Besucherhöchstzahlen.

Fahrschulen: Auch sie sind wieder geöffnet. Im Theorieunterricht gilt Abstandspflicht; im praktischen Unterricht nicht. Es darf aber nur ein Fahrschüler im Auto sein. Generelle Maskenpflicht in Theorie und Praxis.

Außerschulischer Musikunterricht: Mit Ausnahme von Gesangsunterricht oder Unterricht für Blasinstrumente ist der Unterricht zulässig. Es dürfen gleichzeitig eine Lehrperson und ein Schüler anwesend sein. Wichtig: Abstand und Maskenpflicht.

Büchereien: Können nach Terminvergabe wieder besucht werden. Wichtig: Kontakterfassung, Abstand und Maskenpflicht.

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