Start Aktuell Lockdown trifft den Einzelhandel hart: Innenstädte sind wie leergefegt

Lockdown trifft den Einzelhandel hart: Innenstädte sind wie leergefegt

Boppard Innenstadt, wie leergefegtBoppard/Region. Der anhaltende Lockdown sorgt in den Innenstädten für gespenstische Ruhe. Die Geschäfte sind geschlossen, nicht nur bei Inhabern wächst die Angst, dass die Maßnahmen gegen das Coronavirus zum existenziellen Aus führen. Auch viele Kunden bangen um den Fortbestand „ihrer“ Geschäfte und fürchten eine dauerhafte Verödung der Fußgängerzonen. Nicole Weißer, Chefin des traditionsreichen Modehauses Stammer und zugleich Vorsitzende der Bopparder Werbegemeinschaft, redet angesichts der ernsten Situation nicht um den heißen Brei herum. „Mir persönlich geht’s gut. Aber geschäftlich sieht es in Boppard ziemlich schrecklich aus“, so Nicole Weißer. „Boppard ist wie leergefegt.“
Der Januar ist ein Monat, in dem Statistiken zum abgelaufenen Geschäftsjahr veröffentlicht werden. Die Zahlenwerke können ein verzerrtes Bild der realen Wirklichkeit wiederspiegeln. Ein Beispiel: Trotz Pandemie und Lockdown hat der Einzelhandel im Jahr 2020 den besten Umsatz seit Jahrzehnten gemacht. Nach vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes wuchs der Umsatz preisbereinigt um etwa vier Prozent an. Die Crux: Leider gibt es in der Summe der Einzelhändler neben Gewinnern auch Verlierer. Zu den Profiteuren zählen Online- und Versandhandel, die Umsätze im klassischen stationären Handel brachen hingegen ein. Lediglich Fachgeschäfte, die Baubedarf, Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte anbieten, kamen bislang recht gut durch die Krise. Insgesamt ist die Situation triste, der Handelsverband Deutschland befürchtet das Aus von bis zu 50.000 Geschäften.
In unserer Region stemmen sich die Gewerbetreibenden überall mit viel Herzblut und pfiffigen Ideen gegen den drohenden Niedergang – in Emmelshausen, St. Goar, Oberwesel, Boppard, Rhens und auch im großen Koblenz geht es um die Zukunft in unseren Innenstädten. „Wir müssen und werden gemeinsam die schwerste Krise durchstehen“, sagt die Bopparderin Nicole Weißer entschlossen. „Wenn die Phase des Lockdowns vorbei ist und wir uns wieder frei bewegen können, werden wir mit einer Vielzahl von Ideen und Aktionen dafür sorgen, dass die Menschen wieder den Weg in unsere Stadt finden.“
Bis wieder alle Geschäfte öffnen dürfen und Menschen ohne Einschränkungen shoppen gehen dürfen, versuchen sich viele Einzelhändler mit Bestell- und Abholservice und Onlineangeboten über Wasser zu halten. „Ein eigener Online-Shop lohnt sich allerdings nicht“, so Nicole Weißer. „Wir verkaufen über eine Online-Plattform, das ist abrechnungstechnisch einfacher und man muss sich inklusive der Retouren um nichts kümmern. Das ist sehr empfehlenswert“, sagt die erfahrene Geschäftsfrau. Nicole Weißer hofft, dass ihre Kolleginnen und Kollegen mit Onlineangeboten, kreativen Ideen und einer notwendigen Portion Leidensfähigkeit die Coronakrise überstehen werden. Der Onlinehandel wird dann zwar deutlich gestärkt sein, aber die stationären Geschäfte stehen für optimale Beratungen und ein wunderbar menschliches Einkaufs­erlebnis. Und genau dieses Menschliche ist es, was wir alle derzeit spürbar vermissen. [za]

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