Boppard/Koblenz. Das Aus des Bopparder Krankenhauses schien schon nahezu besiegelt gewesen zu sein, doch jetzt keimt wieder Hoffnung. Bei einem runden Tisch in Koblenz, zu dem der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch die Gesellschafter des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein (GKM) und die beteiligten kommunalen Vertreter – darunter Boppards Bürgermeister Jörg Haseneier – eingeladen hatte, servierte der Minister einen Vorschlag, der aus seiner Sicht den Fortbestand des Krankenhauses sichern könnte. Kern des Vorschlages: Das Bopparder Krankenhaus soll zu einer sogenannten Regio-Klinik weiterentwickelt werden, die für Patienten auch bei Alltagsnotfällen eine Anlaufstelle wäre.
Finanzierungskonzept
Das Finanzierungskonzept dafür soll so aussehen: Kommt es zu dieser Fortentwicklung zu einer Regio-Klinik, verzichtet das Land auf eine bei Schließung fällige Rückforderung an das GKM von bis zu fünf Millionen Euro. Außerdem würde das Land dem Krankenhaus Boppard 2,5 Millionen Euro für Investitionen zur Umstrukturierung in eine Regio-Klinik zur Verfügung stellen. Im Gegenzug soll sich der Rhein-Hunsrück-Kreis mit rund einer Million Euro für 2026 und 2027 an Anlaufverlusten beteiligen. Was darüber hinausgeht, müsste das GKM als Träger übernehmen.
Im Gespräch mit dem RHA sagte Bürgermeister Jörg Haseneier, dass er den Vorschlag des Ministers begrüße. „Das ist eine Chance für unser Krankenhaus. Ich denke, es muss möglich sein, dass der Kreis, die Stiftung, die Stadt und auch der Förderverein gemeinsam eine Million für das Krankenhaus an Mitteln freimachen. Ich jedenfalls werde mich dafür aussprechen, dass die Stadt ihren Beitrag zur Zukunft des Bopparder Krankenhauses leistet“, so Haseneier.
Kreis nicht in der Pflicht
Ob der Kreis ohne Sicherungsverpflichtung für das Bopparder Krankenhaus Mittel für eine Umsetzung des Kompromissvorschlags bereitstellen kann, wird sich zeigen. „Der Kreistag muss dies entscheiden. Wir müssen die Haushaltssituation im Blick haben und schauen, wo wir Verpflichtungen haben, die wir als Pflichtaufgabe wahrnehmen müssen oder nicht“, sagte Landrat Volker Boch. Die nächste turnusgemäße Sitzung des Kreistages findet am 8. Dezember statt.

